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Warum "wir" nicht das schönste Wort in einer Beziehung ist

MEINUNGKolumne "Lust, Laster und Liebe"  

"Wir"-Pärchen nerven mich

Eine Kolumne von Jennifer Buchholz

13.02.2019, 08:29 Uhr
Warum "wir" nicht das schönste Wort in einer Beziehung ist. Pärchen (Quelle: Getty Images/proud_natalia)

Pärchen: Auch in einer Beziehung sollte man sein eigenes Leben nicht vernachlässigen. (Symbolbild) (Quelle: proud_natalia/Getty Images)

Zahlreiche Küsse, Berührungen und ständige Liebesbekundungen – sind das Anzeichen für eine glückliche Partnerschaft? Oder gibt es noch etwas anderes, was für Zufriedenheit in einer Beziehung sorgt? Eine Studie sagt nun, es gibt eigentlich nur einen Faktor.

"Das geht nicht! Zu diesem Italiener gehen wir immer nur zusammen!" antwortet meine Freundin, als ich mit ihr nach langer Zeit mal ins Restaurant zum ausgiebigen Quatschen wollte. "Lass uns lieber zur Tratorria um die Ecke gehen. Den mag Bernhard nicht." Bitte, was?! Habe ich meine Freundin doch tatsächlich an das Pärchen-Virus verloren?! Diese sogenannten "wir-Pärchen" sind Paare, die es nur noch im Doppelpack gibt: "Wir haben am Freitag keine Zeit" oder "Wir sind jetzt Veganer". Das ist besonders für Außenstehende nervig. Und ja, momentan besonders für mich. Mädelsabende, Ausflüge oder allein schon ausgiebige Telefonate mit meiner Freundin muss sie jetzt vorher immer erst mit Bärchen abstimmen.

Ich verstehe nicht, dass so eine Einschränkung meine Freundin wirklich glücklich macht. Wenn beide ihre Selbstständigkeit und sogar sich selbst verlieren oder wenn sie sich in der Beziehung aufgeben, um ein "wir" zu werden: Darunter leiden doch nicht nur die Freunde ("Muss dein Partner immer dabei sein?") sondern bestimmt auch das Paar selbst. Denn wenn der eine mal nicht oder sogar gar nicht mehr da ist, wer ist man dann?

Bekehrungsversuche

Dabei soll genau dieses "wir"-Gefühl ein Anzeichen für eine glückliche Partnerschaft sein. Das haben Wissenschaftler herausgefunden. Das Pärchen-Plural soll sich positiv auf die Dauer der Beziehung, die Zufriedenheit sowie die physische und psychische Gesundheit von beiden auswirken.

Noch besser für beide ist es sogar, so die Wissenschaftler der Universität von Kalifornien, wenn der Partner von sich aus das Pärchen-Plural benutzt – ohne, dass der andere es ihm vordiktiert. Das soll dann ein Indikator dafür sein, dass das Paar miteinander reden und sich in den anderen hineinversetzen kann.

Umdenken beim "Pärchen-wir"

Okay, eigentlich ist es schon echt romantisch, wenn man eine derart innige Beziehung mit seinem Partner führt, zusammen ein starkes Team bildet und auf den anderen jederzeit bauen kann. Und für viele Frauen und Männer kann dies sicherlich auch gut funktionieren.



Natürlich kann es auch schnell ins Negative umschlagen, wenn es ein Paar nur noch als Einheit gibt und beide nichts mehr unabhängig voneinander unternehmen oder gar entscheiden können. Denn durch die Verschmelzung kann man leicht seine eigenen Wünsche, Träume und Ziele aus den Augen verlieren. Schließlich achtet man nun zu sehr darauf, was für "uns" passt und nicht für "mich".

So wunderschön, wie ein "Pärchen-wir" sein kann und ist, genauso schön ist es doch auch, mal ein "dich" und "du" zu hören: "Du schaffst das! Ich glaube an dich." zum Beispiel. Und auch ein "Das mache ich jetzt trotzdem, weil ich das will" kann beiden gut tun. Wenn dazu noch das "wir" gelebt und nicht nur gesagt wird, kann das doch nur eine glückliche Beziehung sein.


Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online.de, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe" über Liebe, Partnerschaft und Sex.

Verwendete Quellen:

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