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Stiftung Warentest: Sexspielzeug oft mit Schadstoffen belastet

Vibratoren und Co. im Test  

So stark ist Sexspielzeug mit Schadstoffen belastet

30.01.2019, 15:11 Uhr | dpa-tmn, cch, t-online.de

Drei Dildos (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Stiftung Warentest testet Sextoys

Vibratoren, Liebeskugeln, Penisringe im Schadstoff-Check: Fünf Produkte im Test sind stark belastet und schneiden im Schadstoff-Check nur mangelhaft ab. Die Stiftung Warentest hat erstmals Sexspielzeug von 6,80 bis 165 Euro im Labor auf Schadstoffe untersucht. (Quelle: Stiftung Warentest)

Sextoys: Die Stiftung Warentest hat sich Spielzeuge bis 165 Euro angeschaut. (Quelle: Stiftung Warentest)


Die Stiftung Warentest hat verschiedenes Sexspielzeug ins Labor geschickt. Von 18 Produkten sind fünf stark mit giftigen Substanzen belastet. Darunter nicht nur Billigware.

In Sexspielzeug finden sich oft Stoffe, die darin nichts verloren haben. Das hat eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergeben. Vier der zwölf geprüften Vibratoren haben demnach eine "mangelhafte" Schadstoff-Bilanz, gleiches gilt für eine der drei getesteten Liebeskugeln. Insgesamt hat die Stiftung zwölf Vibratoren, drei Arten von Liebeskugeln und drei Penisringe exemplarisch ausgesucht und im Labor geprüft. Nur drei Produkte waren komplett frei von Schadstoffen.

In diesem Sexspielzeug fanden die Tester viele Schadstoffe

Die Sextoys im Test bestanden hauptsächlich aus Silikon oder anderen Kunststoffen. Spezielle Schadstoffgrenzwerte für Sexspielzeug gibt es nicht – und das, obwohl die Produkte meist reichlich Kontakt mit dem Körper und vor allem mit Schleimhäuten haben. Für ihre Untersuchung haben sich die Warentester nach eigenen Angaben an allgemeingültigen Grenzwerten oder Vorgaben für andere Produktgruppen orientiert, für Kinderspielzeug etwa. Das Ergebnis: Oft wurden diese deutlich überschritten, bei manchen Produkten sogar um das Hundertfache.

Das war zum Beispiel bei dem Umschnallvibrator "Fetish Fantasy Series Vibrating Hollow Strap-On" von Pipedream der Fall. Er selbst hat zwar eine gute Schadstoffbilanz. Sein mitgeliefertes Zubehör aber ganz und gar nicht: In der Maske entdeckte das Labor die sehr hohen Gehalte des Weichmachers Diethylhexylphthalat (DEHP). Er kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Kind im Mutterleib schädigen.

In der Vibrator-Badeente "I rub my duckie Travel Size" von Big Teaze Toys fanden die Tester eine große Menge an polyzyklische aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). Sie gelten als krebserregend. Der Vibrator "The Realistic Cock Vibrating 6 Inch" von Doc Johnson besteht aus TPE-Kunststoff, in dem viel Phenol gefunden wurde. Dieser Stoff steht unter anderem im Verdacht, genetische Defekte zu verursachen.

"Sync Couples Vibrator" von We-Vibe wurde der Ladekontakt zum Problem: Das Metall gibt den Testern zufolge so hohe Mengen an Nickel ab, dass dieses Produkt gar nicht hätte verkauft werden dürfen. Nickel kann Allergien auslösen und steht zudem im Verdacht, Krebs zu erzeugen.

Schadstoffe in günstigen und teuren Produkten

Die Schadstoffbelastung ist dabei keine Frage des Preises: Giftige Substanzen fanden die Tester sowohl in teuren Vibratoren für knapp 90 Euro (das Produkt von We-Vibe) als auch in günstigen Produkten (zum Beispiel der Vibrator von Pipedream für knapp 15 Euro). Gleichzeitig kostet einer der drei in Sachen Schadstoff "sehr guten" Vibratoren nur 15 Euro, ein anderer knapp 100. Auch ein unangenehmer Kunststoffgeruch beim ersten Auspacken ist den Angaben zufolge kein zuverlässiger Indikator für die Schadstoff-Belastung: Der kam im Test zwar bei mehreren Produkten vor – einige davon erwiesen sich aber ansonsten als völlig unbedenklich.



Sexspielzeug: Das rät Stiftung Warentest

Grundsätzlich raten die Warentester, Vibratoren und andere Sexspielzeuge vor und nach jedem Gebrauch gründlich zu reinigen. So können sich darauf keine Keime verbreiten.

Aufpassen sollten Nutzer außerdem mit digitalisierten Sexspielzeugen: Manche Vibratoren lassen sich per App fernsteuern, andere haben eine Kamera eingebaut. Sicherheitslücken bei der Datenübertragung und -speicherung fanden sich in den konkreten Fällen zwar nicht – ausgeschlossen sind sie aber auch nicht. Die Warentester raten deshalb grundsätzlich davon ab, derart intime Daten und Bilder von sich zu produzieren.

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Verwendete Quellen:

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