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Sextoys schaden dem Sexleben

  • Jennifer Buchholz
Eine Kolumne von Jennifer Buchholz

Aktualisiert am 26.01.2021Lesedauer: 3 Min.
Lustbringer: Sexspielzeuge werden hÀufig zur Stimulation beim Liebesspiel verwendet.
Lustbringer: Sexspielzeuge werden hÀufig zur Stimulation beim Liebesspiel verwendet. (Quelle: Claudia Nass/getty-images-bilder)
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Bei der Selbstbefriedigung kommen sie am hĂ€ufigsten zum Einsatz: Sextoys bei Frauen. Einige können gar nicht mehr ohne sie zum Höhepunkt kommen. FĂŒhren Vibratoren und Co. zu einer Orgasmusblockade beim Geschlechtsverkehr?

"Was sind die besten Sextoys fĂŒr Frauen?", fragt mich mein Freund Tim. Er sei auf der Suche nach einem Stimulator, der auch fĂŒr das gemeinsame Liebesspiel genutzt werden kann. Denn Tims neue Freundin kommt angeblich nur durch einen Vibrator zum Orgasmus. Geschlechtsverkehr fĂŒhre bei ihr nicht zum Happy End. Das hĂ€tte sie auch durch ihre Exfreunde gelernt.

Orgasmus durch Geschlechtsverkehr?

Tims Freundin ist mit ihrem "Orgasmusproblem" nicht allein: Rund neun Prozent der von YouGove befragten Frauen kommen am ehesten zum Höhepunkt, wenn sie dafĂŒr ein Sexspielzeug wie beispielsweise einen Vibrator benutzen. 80 Prozent kamen sogar nur durch ihr Sextoy zum ersten Mal zum Orgasmus. Die Zahl der Frauen, die nur noch mithilfe von Stimulatoren den Höhepunkt erreichen, ist laut Nachfrage bei mehreren GynĂ€kologen ebenfalls nicht gering. Liegt das an den MĂ€nnern, an den Sextoys oder gar an ihrer hĂ€ufigen Verwendung?

Frauen sind schuld, wenn sie keinen Orgasmus bekommen

Im Internet gibt es viele ErklĂ€rungen dafĂŒr, weshalb viele Frauen nur noch mit einem Sextoy zum Orgasmus kommen. Schuld sei unter anderem das sogenannte Dead-Vagina-Syndrom. Das besagt: Frauen, die ausschließlich mithilfe von Vibratoren und Co. einen Höhepunkt erreichen, hĂ€tten ihre Klitoris und Vagina ĂŒberreizt. Der Körper gewöhne sich an die starken BerĂŒhrungen, Bewegungen und Reibungen, sodass er bei sanfterer Stimulation nicht mehr reagiere. Dadurch werde die Frau beim Geschlechtsverkehr kaum noch erregt und somit bliebe der Orgasmus aus, heißt es in einigen Berichten.

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MĂ€nner könnten also gar nichts dafĂŒr, wenn Frauen keinen Höhepunkt haben. Schuld seien demnach die Frauen, die zu viel masturbieren?

Dead-Vagina-Syndrom: Mythos oder Wahrheit?

Ob das wirklich stimmt, habe ich Dr. med. Gerd Jansen, Facharzt fĂŒr GynĂ€kologie und Sexualtherapeut, gefragt. "Ich halte es fĂŒr einen Mythos", sagte er. "Man weiß, dass es vorĂŒbergehend zu Irritationen kommen kann. Die Empfindlichkeit kann direkt nach der Verwendung von Vibratoren heruntergesetzt sein. Das wird aber eher vorĂŒbergehend sein." Eine Empfindungsstörung sei nach einer kurzen Zeit nicht mehr vorhanden.

Sind MĂ€nner fĂŒr den Orgasmus der Frau verantwortlich?

Frauen schaden ihrem Lustempfinden und ihrer sogenannten OrgasmusfĂ€higkeit also nicht, wenn sie sich mithilfe von Sextoys selbstbefriedigen? So pauschal lĂ€sst sich das, laut Dr. Jansen, auch nicht beantworten. “Es kann durchaus sein, dass ein intrapersoneller Konflikt oder ein Paarproblem dahinterstecken und die Frau deswegen Orgasmusprobleme oder auch Empfindungsstörungen mit ihrer Vulva hat.“ Wichtig sei es in diesem Fall, das GesprĂ€ch mit einem erfahrenen Sexualtherapeuten zu suchen und nach den Ursachen zu forschen, so der Experte.

Allerdings trĂ€gt der Sexpartner auch dazu bei, ob es zum großen O bei der Frau kommt oder nicht. Laut mehrerer Studien bleibt bei etwa zwei Dritteln der Frauen der Höhepunkt beim Geschlechtsverkehr beziehungsweise bei der Penetration aus. Werden sie hingegen klitoral stimuliert, erhöht sich ihre Chance, auch den Gipfel der Lust zu erreichen. Doch nicht alle MĂ€nner sind sich dessen bewusst. Das lĂ€sst sich aber leicht Ă€ndern. "Kommunikation ist bei Sexualproblemen wichtig", rĂ€t Dr. Jansen Betroffenen. Beide sollten darĂŒber berichten, was sie erregt und was eher nicht. "Denn dadurch kann der Mann zum perfekten Liebhaber fĂŒr die Frau werden.“

Frauen sollten sich also nicht einreden lassen, dass durch die Verwendung von Sextoys ihre Vulva abstumpft. Stattdessen sollten sie auf ihren Körper hören und ihn spĂŒren. Und MĂ€nner brauchen nicht die Vibratoren ihrer Sexpartnerin verfluchen – denn zusammen mit einer guten Kommunikation können sie das Sexleben durchaus bereichern. Das haben Tim und seine Freundin inzwischen auch herausgefunden.

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Jennifer Buchholz, Redakteurin bei t-online.de, schreibt in ihrer Kolumne "Lust, Laster, Liebe" ĂŒber Liebe, Partnerschaft und Sex.

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