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Madonna della Corona. Am Gardasee hängt eine Jungfrau am Abgrund


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Am Gardasee hängt eine Jungfrau am Abgrund

srt, Gerhard Merk

Aktualisiert am 20.03.2014Lesedauer: 2 Min.
Italiens kühnste Kirche steht auf einem Felsvorsprung am Gardasee.
Italiens kühnste Kirche steht auf einem Felsvorsprung am Gardasee. (Quelle: arco images/imago-images-bilder)
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Millionen Urlauber fahren jährlich brennerabwärts nach Italien. Die einen lockt Venedig, die anderen Rom. Surfer wittern schon den Gardasee. Und dann plötzlich dieser Sekundenblick nach rechts: War das wirklich ein Turm, hoch am Ende des Seitentals? Eine Kirche im blanken Fels? Wer jetzt nicht auf die Bremse steigt, der wird es nie ergründen. Also nächste Ausfahrt: Affi/Lago di Garda! Die Bilder der ungewöhnlichen Kirche sehen Sie in unserer Foto-Show.

Madonna della Corona: Wie ein Schwalbennest klebt das weiße Gemäuer an einer senkrechten Wand über der Etsch. Hundert Meter hoch wölbt sich der Fels über die Turmspitze. Die Kirche selbst liegt auf einer Höhe von 773 Metern und ist damit einer der höchstgelegenen Wallfahrtsorte Italiens. Einsiedler aus Verona hatten sich im 12. Jahrhundert in die schroffen Klüfte des Monte Baldo geflüchtet. Fromme Büßer bauten dann jahrhundertelang an diesem Tempel der Extreme.

Eine gotische Kirche - fest mit dem Berg verwachsen

Zwei Stunden Aufstieg sind es von Brentino, wo die Autobahn über die Etsch schneidet. Steil geht es bergan auf schmalem Steig, über eine Schlucht hinweg, schnaufend vorbei an den "sieben Schmerzen der Maria". Oder aber man parkt nach verwegenen Serpentinen oberhalb des Heiligtums im Bergdorf Spiazzi mit Blick aufs Etschtal im Osten und zum Gardasee im Westen.

In einer Viertelstunde führt ein Kreuzweg an lebensgroßen Bronzefiguren vorbei steil abwärts. Ein langer Tunnel noch, dann tut sich das Wunder auf: Die schlanke spitzgotische Kirche ist fest mit dem Berg verwachsen. Apsis und linkes Seitenschiff kleidet nacktes Gestein.

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Papst Johannes Paul II. besuchte den Ort

Die Wallfahrer beten vor dem Marienbild der Malteser. Die Ordensritter hatten es aus Malta gerettet, als Napoleons Soldaten ihre Kirchen und Klöster plünderten. Und Maria hilft, wenn man den vielen Votivgaben glauben will: Naiv bemalte Holztäfelchen, abgelegte Krücken und menschliche Organe in Wachs und Silberblech belegen manch wundersame Heilung oder gar Errettung aus Todesnot. Auf der Heiligen Treppe am Fresko der Jungfrau vom 14. Jahrhundert scheuern sich reuige Sünder die Knie wund.

Papst Johannes Paul II. hat Madonna della Corona besucht. Ein Ölgemälde zeigt ihn im roten Messgewand mit Mitra vor der Kirche im verschneiten Fels. Auch er wusste der Jungfrau zu danken: Schließlich hatte der Pontifex Maximus 1981 das Attentat in Rom ausgerechnet an einem hohen Marientag überlebt. Zum Dank für seine Errettung ließ er damals die Kugel aus seinem Bauch vergolden und schmückte damit die Krone "unserer lieben Frau in Fatima".

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