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HomeMobilität

Autodiebstahl: Deshalb meiden Langfinger häufig E-Fahrzeuge


Überraschende Erklärung
Weshalb Autodiebe E-Autos meiden

Von t-online, ccn

03.02.2024Lesedauer: 3 Min.
PantherMedia 27967286Vergrößern des BildesVeraltetes Vorgehen: So brachial wie auf diesem Symbolbild gehen Autodiebe häufig nicht mehr vor – sie nutzen ausgeklügeltere Methoden. (Quelle: Jens Rother/imago)
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In Deutschland wurden wieder mehr Autos geklaut. Doch um elektrisch angetriebene Fahrzeuge machen Diebe meist einen Bogen. Woran das liegen könnte.

Die Zahl der Autodiebstähle ist nach dem Ende der Corona-Pandemie wieder deutlich gestiegen. Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) erhöhte sich 2022 die Zahl der "Fahndungsnotierungen für entwendete Autos in polizeilichen Systemen" im Vergleich zu 2021 um etwa 30 Prozent. Insgesamt wurden 40.300 Fahrzeuge als gestohlen gemeldet. Die Zahl der Autos, die dauerhaft verschwunden blieben, stieg im selben Zeitraum um rund 20 Prozent auf etwa 14.600 Fahrzeuge. Etwas mehr also als im Vor-Corona-Jahr 2019 – da lag dieser Wert bei rund 14.200.

Diebstähle bei Wohnmobilen haben 2022 um 148 Prozent zugelegt; mit 465 Fällen sind das aber geringe Zahlen. Mögliche Erklärung: Schon vor, aber vor allem während der Corona-Pandemie hatten sich viele Menschen ein Wohnmobil gekauft – die Branche erlebte einen regelrechten Boom. Die Diebe fanden also eine größere Menge an möglicher Beute vor.

Schon gewusst?

Die meisten Autos werden übrigens in größeren Städten gestohlen, nämlich in rund 38 Prozent aller Fälle.

Autodiebstahl wird in Deutschland zudem immer lukrativer: Laut DAT-Report stieg der Durchschnittspreis für neue Pkw zwischen 2013 und 2022 von 27.030 auf 42.790 Euro, also um 58 Prozent. Bei Gebrauchtwagen stieg der Durchschnittspreis sogar um 100 Prozent, von 9.420 auf 18.800 Euro. Doch um die recht teuren E-Autos machen Diebe meist einen Bogen.

Deshalb sind E-Autos bei Dieben unbeliebt

Henning Hauswald, Chef der "Soko KfZ" beim Landeskriminalamt Sachsen, hat dafür eine Erklärung: Viele, jedoch nicht längst alle Diebstähle würden durch organisierte Banden aus Osteuropa (wie etwa Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Litauen) begangen, die die geklauten Autos außer Landes bringen und meist dort zerlegen.

Was sich daraus laut Hauswald ableitet: In vielen dieser Länder ist die Ladeinfrastruktur für Stromer jedoch schlecht ausgebaut, der Bedarf an E-Autos gering. Die Fahrzeuge sind also schlichtweg uninteressanter als beispielsweise teure SUV. Wenn die Diebe in Hessen oder Niedersachsen zuschlagen, besteht bei der Flucht je nach Fahrstil außerdem die Gefahr, dass der Akku aufgrund der weiten Entfernungen schon vor der polnischen Grenze leer ist. Hauswald im Gespräch mit "Bild": "Diebe haben keine Zeit, um an die Ladesäule zu fahren."

Durch ihre komplexe Technik besteht bei E-Autos zudem die Möglichkeit, dass sie schneller aufgespürt werden können: Zwar lassen sich Funkmodule zur GPS-Ortung ausbauen – doch die Stromer hinterlassen bei jedem Ladevorgang an einer öffentlichen Ladesäule ihre Spur, verfügen zudem meist über eine Verbindung mit dem Smartphone ihres Besitzers. Profis lassen sich bei Bedarf sicherlich nicht davon abhalten – doch die technischen Hürden sind größer als bei Benzinern oder Dieseln.

Das sind die meistgeklauten Autos

Die Autodiebe haben es laut den BKA-Statistiken vor allem auf Geländewagen und SUV der Oberklasse abgesehen. Unter den zehn am häufigsten gestohlenen Modellen fanden sich unter anderem zwei Range-Rover-Modelle sowie Varianten des Lexus NX und des Toyota Land Cruiser. Auf Platz zwei ist aber auch eine Überraschung zu finden: der Kia Stinger. Mehr zur Diebstahlstatistik lesen Sie hier.

So schützen Sie sich vor Autodiebstahl

Das Wichtigste ist, beim Verlassen des Autos den Zündschlüssel abzuziehen und Fenster, Türen, Kofferraum, Schiebedach und Tankdeckel zu verschließen. Aber man kann noch mehr gegen Diebstahl tun. Das empfiehlt die Polizei:

  • Teure Autos nicht am Straßenrand oder in ungesicherten Carports abstellen.
  • Parken Sie an gut beleuchteten und belebten Straßen statt in dunklen und ruhigen Gegenden.
  • Ziehen Sie den Zündschlüssel ab und lassen Sie das Lenkradschloss einrasten, wenn Sie das Auto verlassen.
  • Verwenden Sie Parkkrallen und Lenkradkrallen für zusätzliche Sicherheit.
  • Bewahren Sie niemals Ersatzschlüssel am oder im Auto auf, denn Diebe kennen jedes Versteck.
  • Lassen Sie Schlüssel nie unbeaufsichtigt in Mänteln oder Jacken.
  • Sichern Sie die Schlüssel von Autos mit Keyless-Go-System (schlüssellosem Starten) in speziellen Boxen ab. Autodiebe können sonst die Signale abfangen und mit ihrer Spezialtechnik das Auto starten. Mehr über diese Gefahr lesen Sie hier.
  • Bei Schlüsselverlust sofort eine Fachwerkstatt aufsuchen und den Schlüssel sperren lassen.

Falls Ihr Auto trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch gestohlen wird, kommt eine Menge Arbeit auf Sie zu. Was genau zu tun ist, erfahren Sie hier.

Verwendete Quellen
  • bild.de: "Zu dieser Uhrzeit kommen die Autodiebe am liebsten" (kostenpflichtig)
  • allianzdirect.de: "AUTODIEBSTAHL STATISTIKEN 2023"
  • zeit.de: "Zahl der Autodiebstähle in Deutschland wieder deutlich gestiegen"
  • adac.de: "Aktuelle Kfz-Diebstahlstatistik: Das sind die meistgeklauten Modelle"
  • Archivmaterial
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