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Lexikon zum Klimawandel: Polareis – es schmilzt schneller als gedacht

Klima-Lexikon  

Polareis – es schmilzt schneller als gedacht

Von Tim Blumenstein

16.03.2020, 15:47 Uhr
Arktisches Meereis: Zeitraffer zeigt dramatischen Rückgang

Eine Zeitraffer-Animation der NASA zeigt, wie sich das arktische Meereis über die vergangene 25 Jahre entwickelt hat. Der Rückgang ist eines der auffälligsten Anzeichen der fortschreitenden Erwärmung. Alarmierend ist, dass das Meereis nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter schmilzt. (Quelle: t-online.de)

Zukunft der Menschheit: Das sind die dramatischen Auswirkungen der Gletscherschmelze. (Quelle: t-online.de)


Das ewige Eis der Polarmeere schmilzt. Und es schmilzt schneller als bisher gedacht. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf das globale Klimasystem. 

Als Polareis wird das zu Eis gefrorene Meerwasser rund um die Pole bezeichnet. Zum Polareis gehören auch die polaren Eisschilde des Festlands – etwa in Grönland. Im Norden sind die arktischen Meere nicht das ganze Jahr über mit gleich viel Eis bedeckt. Die Eisschicht schwankt zwischen circa 15 Millionen Quadratkilometern im April und rund 3,5 Millionen Quadratkilometern im September. Im Sommer schrumpft das Eis also auf bis zu ein Viertel seiner Winterfläche zusammen und dehnt sich im dann wieder aus.

Doch weite Teile des arktischen Meeres sind heute nur noch mit einer relativ dünnen Eisschicht bedeckt –  zur Zeit der ersten Satellitenmessungen in den siebziger und achtziger Jahren war das noch anders. Beim bisherigen Tiefstand 2012 war die Eisschicht im September im Vergleich zu damals um knapp die Hälfte geschrumpft. Ein Eisverlust in dieser Größenordnung ist selbst im planetaren Maßstab sehr ungewöhnlich und gab es in den letzten 1450 Jahren nicht mehr – das geht aus paläoklimatischen Daten hervor. 

Diese Entwicklung führt dazu, dass der arktische Ozean während der Sommermonate bald dauerhaft eisfrei sein könnte. Ältere Modelle gingen davon aus, dass dieses Szenario erst Ende diesen Jahrhunderts eintrifft. Neue Untersuchungen zeigen jedoch, dass es schon Mitte des Jahrhunderts soweit sein könnte. 

Eisschmelze hat globale Folgen

In der Antarktis haben Forscher jahrzehntelang beobachtet, dass die Eisfläche im Gegensatz zur Arktis sogar gewachsen ist. Doch auch am Südpol wird seit 2014 ein Rückgang beobachtet – in drei Jahren ist eine Eisfläche doppelt so groß wie Deutschland geschmolzen.

Das Polareis ist wichtig für das Klima des Planeten. Die schwimmenden Eisflächen dienen dem Planeten als riesiger Sonnenreflektor, der knapp 60 Prozent der einfallenden Sonnenenergie zurück ins Weltall wirft. Dadurch bleibt die Polarregion auch während des Sommers ein sehr kalter Ort – und das, obwohl die Sonne zwischen Frühling und Herbst nie hinter dem Horizont verschwindet. Durch das schmelzende Eis dringen die Sonnenstrahlen tief in das viel dunklere Meerwasser ein und erwärmen es. Das hat Folgen auch außerhalb der Arktis: schon heute beeinflusst die Erwärmung der Arktis das Wetter in gemäßigten Breiten. 

Mit dem schmelzenden Eis schwindet auch der Lebensraum vieler Tiere wie Eisbären, Walrösser, Seehunde oder Vögel. Viele Bestände sind schon längere Zeit rückläufig, manche Arten sind sogar vom Aussterben bedroht.  

Verwendete Quellen:

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