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Klima-Lexikon: Abholzung der Regenwälder

Klima-Lexikon  

Abholzung der Regenwälder

Von Tim Blumenstein

29.06.2020, 11:24 Uhr
Klima-Lexikon: Abholzung der Regenwälder. Dichter Rauch im Regenwald: Um an wertvolle Ressourcen zu kommen, werden jährlich Tausende Quadratkilometer Regenwald gerodet.  (Quelle: Reuters)

Dichter Rauch im Regenwald: Um an wertvolle Ressourcen zu kommen, werden jährlich Tausende Quadratkilometer Regenwald gerodet. (Quelle: Reuters)

Der Regenwald ist das Zuhause von Millionen von Tieren und Pflanzen und noch dazu ein wichtiger CO2-Speicher unseres Planeten. Seine Rodung hat schwere Folgen für das Weltklima. 

Die grüne Lunge des Planeten – so werden Regenwälder oft bezeichnet. Sie absorbieren CO2, produzieren Sauerstoff und sind Lebensraum für Millionen Tiere und Pflanzen. Doch dieses empfindlichen Ökosysteme sind bedroht. Jährlich werden weltweit rund 300.000 Quadratkilometer Wald abgeholzt oder abgebrannt, 158.000 Quadratkilometer davon in den Tropen – das ist in etwa die halbe Fläche Deutschlands. 

Ein Regenwald wird im zentralamerikanischen Belize gerodet.  (Quelle: imago images)Ein Regenwald wird im zentralamerikanischen Belize gerodet. (Quelle: imago images)

Gründe für die Abholzung gibt es viele. Der Mensch nutzt den Regenwald als Ressourcenlager für Tropenhölzer, Papier, Eisenerze, Gold oder Öl und rodet riesige Landstriche, um Platz für Palmöl- oder Sojaplantagen und Rinderweiden zu schaffen.

Besonders der größte Regenwald der Erde, der Amazonas-Regenwald in Südamerika, stand wegen verheerender Waldbrände im vergangenen Jahr im Mittelpunkt. Neue Messdaten zeigen, dass in Brasilien von August 2018 bis Ende Juli 2019 eine Waldfläche von der Größe Zyperns gerodet wurde. Das ist so viel wie seit 2008 nicht mehr. Auch in 2020 geht das Roden unvermindert weiter. Allein im Januar waren es bereits rund 284 Quadratkilometer, das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. 

Abholzung hat Folgen für das Klima 

Am gravierendsten sind die Folgen der Rodung für die Menschen und Tiere vor Ort. Indigene Völker wie die Yanomami in Brasilien werden aus ihrer Heimat verjagt, mit der sie Tausende Jahre in Einklang gelebt haben, Tiere und Pflanzen verlieren Lebensraum und Nahrung. Mehr als 100 Tier-und Pflanzenarten sterben jeden Tag für immer aus.

Doch auch Tausende Kilometer entfernt von den Regenwäldern sind die Auswirkungen der Abholzung spürbar. Denn die Regenwälder stabilisieren das Weltklima: Sie entziehen der Atmosphäre CO2 – in etwa die sechsfache Menge wie heimische Bäume –  und geben Sauerstoff ab. Durch die Rodung wird das in den Bäumen und Böden gespeicherte CO2 wieder in die Atmosphäre abgegeben. Das befeuert die globale Erwärmung und hat Auswirkungen auf der ganzen Welt: Der Meeresspiegel steigt, die Eiskappen schmelzen, extreme Wetterlagen wie Überschwemmungen und Dürren werden häufiger. 

Abholzung wird politisch befeuert 

Anstatt einen umfangreichen und nachhaltigen Schutz des Amazonas voranzutreiben, hat der Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, Schritte veranlasst, die es für die heimische Agrarwirtschaft leichter macht, tiefer in den Regenwald vorzudringen. Umweltschützer werfen Bolsonaro, der selbst den Klimawandel in Frage stellt, vor, Bauern zur Abholzung und Brandrodung zu ermutigen. 

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