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Bilanzstudie zu Treibhausgasen: Deutsches Klimaziel auch 2022 verpasst


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Studie: Deutschland verpasst erneut das eigene Treibhausgasziel

Von t-online, cry

Aktualisiert am 04.01.2023Lesedauer: 3 Min.
Kohlekraftwerk Lippendorf bei Leipzig: Energie wurde im vergangenen Jahr wieder verstärkt aus Kohle erzeugt.
Kohlekraftwerk Lippendorf bei Leipzig: Energie wurde im vergangenen Jahr wieder verstärkt aus Kohle erzeugt. (Quelle: IMAGO/Dirk Sattler)
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Wo Gas fehlt, wird in der Energiekrise Kohle verstromt. Die Bundesrepublik hat es laut einer Studie daher wieder nicht geschafft, die CO2-Emissionen ausreichend zu senken.

Die deutschen Ziele zur Senkung der Treibhausgasemissionen sind auch im vergangenen Jahr erneut verfehlt worden. Das zeigt eine Auswertung der CO2-Bilanz 2022 des Thinktanks Agora Energiewende. Den Berechnungen zufolge, die am Mittwoch veröffentlicht wurden, hat Deutschland sein Emissionsziel von 756 Millionen Tonnen CO2 um fünf Millionen Tonnen überschritten.

Insgesamt betrugen die Emissionen im vergangenen Jahr demnach rund 761 Millionen Tonnen CO2 und lagen damit nur eine Million Tonnen niedriger als im Vorjahr – ein Rückgang von 0,14 Prozent. Bricht man die Minderungsvorgaben aus dem Klimaschutzgesetz herunter, müssten die Emissionen jedoch von jahr zu Jahr um mindestens 6 Prozent sinken.

Der Überschuss von fünf Millionen Tonnen Treibhausgasen mag im Kontext von Hunderten Millionen zwar nicht als sonderlich groß erscheinen. Doch die Zahl ist durchaus beträchtlich: Fünf Millionen Tonnen CO2 entspricht ungefähr der Menge an Treibhausgasen, die rund 450.000 Menschen in Deutschland insgesamt pro Jahr verursachen. Oder anders veranschaulicht: Die fünf Millionen Tonnen übermäßige Emissionen gleichen in etwa der Hälfte des jährlichen CO2-Ausstoßes des Braunkohlekraftwerks Schwarze Pumpe in der Lausitz. In der Kohleverstromung sehen die Autorinnen und Autoren der Studie auch den Hauptgrund für das nun zum zweiten Mal in Folge verpasste Klimaziel.

Rückkehr zu Kohle und Öl als Hauptproblem

Zwar sei der Energieverbrauch 2022 gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent zurückgegangen und der Anteil der erneuerbaren Energien auf ein Rekordhoch gestiegen, hieß es. Der neuerlich verstärkte Einsatz von Kohle und Öl habe die dadurch erreichten Emissionsminderungen jedoch zunichte gemacht. Im Energiesektor nahm der CO2-Ausstoß im Jahresvergleich sogar um acht Millionen Tonnen zu.

Windpark nahe Erkelenz: Der Anteil von grünem Strom erreichte 2022 zwar ein Rekordhoch. Einen deutlich beschleunigten Ausbau von erneuerbaren Energiequellen gab es in Deutschland jedoch nicht.
Windpark nahe Erkelenz: Der Anteil von grünem Strom erreichte 2022 zwar ein Rekordhoch. Einen deutlich beschleunigten Ausbau von erneuerbaren Energiequellen gab es in Deutschland jedoch nicht. (Quelle: IMAGO/Jochen Tack)

"Das Rekordjahr für die Erneuerbaren Energien ist wetterbedingt und damit kein struktureller Beitrag zum Klimaschutz", erklärte zudem Agora-Direktor Simon Müller. Tatsächlich habe es etwa beim Ausbau bei der Windenergie keine großen Fortschritte gegeben.

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Der Industriesektor verzeichnete trotz des verstärkten Einsatzes von Kohle und Öl als Ersatz für Erdgas einen leichten Emissionsrückgang um acht Millionen Tonnen, der laut Agora neben Sparmaßnahmen vor allem auf eine gedrosselte Produktion zurückzuführen ist. So halte der Sektor zwar sein Klimaziel ein, ohne allerdings strukturelle Maßnahmen für nachhaltigen Klimaschutz unternommen zu haben.

Minderung des Treibhausgasausstoßes

Die Minderungsziele für die Bundesrepublik sind seit der Änderung des Klimaschutzgesetzes im Sommer 2021 verbindlich festgeschrieben. Bis zum Jahr 2040 sollen die Emissionen demnach um mindestens 88 Prozent gesunken sein – als Vergleich gelten die Werte von 1990. Das Zwischenziel für 2030 liegt bei -65 Prozent.

Erneut verfehlt wurden laut Agora Energiewende die Emissionsziele in den Bereichen Verkehr und Gebäude: "Der Gebäudebereich überzog mit 113 Millionen Tonnen CO2 das Sektorziel um 5 Millionen Tonnen" - und das, obwohl die Energiekrise zu einem starken Verbrauchsrückgang besonders bei Erdgas führte. Die Agora-Experten kritisierten hier "jahrelange Versäumnisse bei der Wärmewende".

"Im Verkehr lag der CO2-Ausstoß mit 150 Millionen Tonnen CO₂ deutlich über dem erlaubten Wert von 139 Millionen Tonnen CO2", hieß es weiter. Es fehlten in diesem Sektor vor allem politische Maßnahmen zur Emissionsreduktion, kritisierte Agora Energiewende.

Robert Habeck: Plant er mit falschen Zahlen?
Robert Habeck (Grüne) sieht den größten Aufholbedarf im Verkehrssektor. Einen soliden Plan kann die Ampel-Regirung hierfür aber weiterhin nicht vorweisen. (Quelle: Chris Emil Janssen/imago images)

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) verwies darauf, dass die offizielle Treibhausgasbilanz des Umweltbundesamtes für 2022 noch nicht vorliege. Diese werde für Mitte März erwartet. Zwar zeigten die Agora-Zahlen eine erste Tendenz und den entsprechenden Handlungsbedarf, doch gelte es auch, den erreichten Fortschritt unter schwierigen Bedingungen zu würdigen. "Trotz der Energiekrise durch Putins Angriffskrieg und der deshalb nötigen zusätzlichen Kohleverstromung sind die Gesamtemissionen 2022 gegenüber 2021 leicht gesunken."

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Die Mischung aus Energieeinsparungen und einem "hohen Anteil der Erneuerbaren Energie am gesamtdeutschen Energiemix" sei demnach klar der richtige Kurs. Besondere Hoffnung setzt Habeck daher auf die Maßnahmen zur Ausbaubeschleunigung für Wind- und Solarkraftanlagen, die 2023 wirksam werden.

Jedoch sieht auch er den Verkehrssektor als Sorgenkind, für das – im Gegensatz zum anderen Problembereich Gebäudewärme – noch immer keine Perspektive entwickelt worden sei. Der Expertenrat Klima hatte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) für sein Klimaschutz-Sofortprogramm im Sommer eine glatte Sechs gegeben.

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Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur AFP
  • Pressemitteilung des BMWK: "Zitat Habeck zu vorläufigen Treibhausgasberechnungen der Agora Energiewende für das Jahr 2022"
  • Umweltbundesamt: "Treibhausgasminderungsziele Deutschlands"
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  • Theresa Crysmann
Von Theresa Crysmann
CO2DeutschlandEnergiekriseRobert Habeck

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