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Nelson Mandela soll Geld für Margot Honecker gespendet haben

"Paradise Papers"-Überraschung  

Nelson Mandela soll Margot Honecker unterstützt haben

16.11.2017, 15:06 Uhr | Marc von Lüpke, t-online.de

Nelson Mandela soll Geld für Margot Honecker gespendet haben. Margot Honecker ist offenbar von Nelson Mandela finanziell unterstützt worden. (Quelle: dpa)

Margot Honecker ist offenbar von Nelson Mandela finanziell unterstützt worden. (Quelle: dpa)

Auch der Name Nelson Mandela erscheint in den "Paradise Papers". Es geht um einen Trust in einem Steuerparadies. Von dort aus soll Südafrikas Präsident auch Margot Honecker unterstützt haben.

"Nelson Mandela hatte Mitleid mit ihr", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" den südafrikanischen Anwalt Ismael Ayob. Vor Jahren soll Mandela auf seinen damals engen Finanzberater zugekommen sein – und ihn gebeten haben, Honecker "Geld zu überweisen." Margot Honecker war zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr als berüchtigte "Ministerin für Volksbildung" der DDR in Amt und Würden. Stattdessen befand sich die Witwe von Erich Honecker, ehemals Generalsekretär der SED, im Exil in Chile.

Eigenhändig soll Mandela, weltweit bewunderter Kämpfer gegen die Apartheid in Südafrika und früherer Präsident des Landes, dem Rechtsanwalt Ayob die Kontodaten Honeckers in Chile übergeben haben. Ganz genau weiß es der Anwalt allerdings nicht mehr, zitiert die "SZ" aus einem Telefongespräch mit Ayob: "Vermutlich hat er mir einfach einen Zettel in die Hand gedrückt."

Keine Belege

Im Zuge der Auswertung der "Paradise Papers" wurde diese Anekdote bekannt. Denn auch der Name "Mandela" erscheint in den hochbrisanten Dokumenten. Die Erben des 2013 verstorbenen Ex-Präsidenten lieferten sich demnach einen juristischen Streit mit Ismael Ayob, dessen enges Verhältnis zu Mandela wohl bereits seit 2004 Geschichte war.

Ein millionenschweres Konto und ein Trust auf der Isle of Man waren der Grund für die Rechtsstreitigkeiten zwischen den Mandela-Erben und Ayob. Ein Trust, von dem Ayob auch die Überweisung an Margot Honecker getätigt haben will. Dokumente zu diesem Vorgang existieren laut "SZ" aber nicht.

"Hier und da schnell etwas anweisen"

Am 21. Januar 1995 soll die besagte Finanzkonstruktion mit der Bezeichnung "Mad Trust" in dem Steuerparadies Isle of Man in der Irischen See enstanden sein, wie die "SZ" die "Paradise Papers" zitiert. Demnach war wiederum Ayob die zentrale Figur: "Mandela wollte mit dem Geld hier und da schnell etwas anweisen lassen, zum Beispiel eine Überweisung an eine junge Athletin, die in der Schweiz einen Preis gewonnen hatte, sich aber den Flug nicht hätte leisten können."

Ob der Trust tatsächlich mit Mandelas Wissen eingerichtet und verwendet wurde, ist unbekannt. Laut seinem damaligen Rechtsberater hatte der Freiheitskämpfer wohltätige Zwecke damit im Sinn gehabt. Die Quellen des Geldes bezeichnet die "SZ" hingegen als "problematisch" bis hin zu "interessant", wie sie Ayob angegeben hat: Jeweils zehn Millionen vom libyschen Diktator Muammar Gaddafi, von der US-Talkshow Queen Oprah Winfrey und von der Regierung Indiens.

Selbstanzeige empfohlen

Bereits 2003 hatten Prüfer des Beratungsunternehmens Deloitte den Trust anscheinend beanstandet. Demnach empfahlen sie Mandela eine Selbstanzeige, da das Geld nie in Südafrika versteuert worden sein soll. Zehn Jahre später wurde der "Mad Trust" erneut Thema. Mandelas Erben reklamierten das im Trust verwahrte Geld, offenbar eine halbe Million Euro, als Privatvermögen Mandelas.

Der Nachlassverwalter Michael Katz bezweifelt gegenüber der "SZ", dass Mandela tatsächlich etwas mit der Finanzkonstruktion zu tun gehabt hat: "Es würde mich sehr überraschen, wenn Mandela ein Offshore-Vermögen hätte anlegen lassen."

2015 hat ein Gericht das Geld des Trusts schließlich dem Nachlass des früheren Staatsoberhaupts zugesprochen, so die "SZ". Ob und wie viel Geld Margot Honecker aus seinen Beständen erhalten hat? Das scheint weiterhin unbekannt. Wie Ismael Ayob gegenüber der Süddeutschen Zeitung äußerte, ist es eher eine kleinere Summe gewesen. Belege hat er dafür anscheinend nicht.

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