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Wetter: Darum macht die Corona-Krise Wettervorhersagen ungenauer

Experten warnen vor Risiken  

Darum macht die Corona-Krise Wettervorhersagen ungenauer

01.04.2020, 14:21 Uhr | dpa

Wetter: Darum macht die Corona-Krise Wettervorhersagen ungenauer. Die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen könnte aufgrund der Corona-Krise abnehmen: Davor warnt die Weltwetterorganisation aus.  (Quelle: dpa/Bernd Wüstneck)

Die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen könnte aufgrund der Corona-Krise abnehmen: Davor warnt die Weltwetterorganisation aus. (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa)

Die Weltwetterorganisation hat deutlich weniger Daten, um Vorhersagen zu treffen. Grund dafür ist die Coronavirus-Krise und der eingeschränkte Flugverkehr. Die Folgen könnten schwerwiegend sein.

Weil der Flugverkehr wegen der Corona-Krise weitgehend eingestellt ist, werden Wettervorhersagen und Klimabeobachtungen schwieriger. Für die Wettermodelle fehlen Daten, die normalerweise von Sensoren an Flugzeugen stammen.

"Wenn noch weniger Wetterdaten von Flugzeugen geliefert werden und dies über einen längeren Zeitraum, dürfte die Zuverlässigkeit von Wettervorhersagen abnehmen", sagte Lars Peter Riishojgaard, Fachgruppenleiter bei der Weltwetterorganisation (WMO), am Mittwoch in Genf. Auch Unwetter sind nach WMO-Angaben schwerer vorherzusagen – ein Risiko für Länder, die Vorlauf brauchen, um sich auf Wetterkatastrophen vorzubereiten.

Dramatischer Einbruch bei Daten

Die Wettermodelle brauchen möglichst viele Messdaten über den Ist-Zustand, um Vorhersagen zu machen. Sensoren an Flugzeugen liefern etwa Temperaturen sowie Windgeschwindigkeiten und -richtungen, sowie Angaben über Luftfeuchtigkeit und Turbulenzen. Weil der Flugverkehr zur Eindämmung der Corona-Pandemie fast zum Erliegen gekommen ist, fehlen die Daten. Die WMO zeigt für Europa im März einen dramatischen Einbruch, von mehr als 700.000 Flüge auf wenige Tausend Wetterdaten pro Tag.

Das Schweizer Bundesamt für Meteorologie lässt deshalb am Standort Payerne zum Beispiel nun täglich vier statt wie üblich zwei Wetterballons aufsteigen. Allerdings mache das fehlende Daten, die sonst bei Atlantiküberflügen gesammelt werden, nicht wett, hieß es.

Gefahr für Anlagenausfall besteht

In den Industrieländern lieferten Wettersatelliten und Bodenstationen ihre Daten weitgehend automatisiert, so die WMO. Wenn die Krise aber andauere und das Personal nicht wie gewohnt arbeiten könne, bestehe die Gefahr, dass die Anlagen mangels Wartung und Reparatur ausfallen könnten. In Entwicklungsländern würden viele Messdaten bis heute noch von Hand vorgenommen und in Modelle gespeist, die globale Wetter- und Klimavorhersagen machten. Diese manuell aufgenommenen Beobachtungen seien in den vergangenen Wochen bereits deutlich zurückgegangen.


Modelle für Wetter- und Klimaprognosen werden nach Angaben der WMO normalerweise mit Daten aus fast 70 Satelliten sowie mehr als 10.000 Wetterstationen am Boden gefüttert. Hinzu kämen 1.000 Stationen, die Luftdaten messen, Daten von 7.000 Schiffe sowie mehr als 1.000 Bojen, Hunderten Wetterradaranlagen und rund 3.000 besonders ausgestatteten kommerziellen Flugzeugen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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