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Reiseanbieter will Deutsche aus Portugal zurückholen

Delta-Variante breitet sich aus  

Reiseanbieter will Deutsche aus Portugal zurückholen

27.06.2021, 13:01 Uhr | dpa

Reiseanbieter will Deutsche aus Portugal zurückholen. Menschen in einer Bar in Lissabon: Portugal registrierte am Freitag die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Februar. (Quelle: AP/dpa/Armando Franca)

Menschen in einer Bar in Lissabon: Portugal registrierte am Freitag die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Februar. (Quelle: Armando Franca/AP/dpa)

Etwa 1.000 Deutsche machen zurzeit Urlaub in Portugal. Nach ihrer Rückkehr müssen sie nun 14 Tage in Quarantäne – bei der Aussicht bleiben einige lieber im Virusvariantengebiet.

Wegen der von Dienstag an geltenden Einstufung Portugals als Corona-Virusvariantengebiet will der deutsche Reiseanbieter Olimar mehrere Hundert Bundesbürger schnell zurückholen. Das Unternehmen aus Köln, das auf Portugal spezialisiert ist, habe seinen Gästen gleich nach der Mitteilung des Robert Koch-Instituts (RKI) eine rechtzeitige Rückkehr bis Montagabend angeboten, sagte Pascal Zahn von Olimar am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Etwa zehn Prozent unserer Gäste wollen ihren Urlaub jedoch eventuell verlängern", sagte Zahn.

Nach Schätzungen des Deutschen Reiseverbandes DRV machen zurzeit etwa 1.000 Deutsche in Portugal Urlaub. "Es sind noch nicht so viele, weil Portugal erst seit kurzem wieder leicht zugänglich ist", sagte DRV-Sprecherin Kerstin Heinen.

Rückkehrer aus Portugal müssen 14 Tage in Quarantäne

Das RKI hatte Portugal wegen der Ausbreitung der besonders ansteckenden Deltavariante des Virus am Freitagabend zum Virusvariantengebiet erklärt – zunächst für zwei Wochen. Dies bedeutet ein umfangreiches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen. Sie dürfen Bundesbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland aber zurückbringen. Für diejenigen, die einreisen dürfen, gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht. Sie kann nicht durch einen Test verkürzt werden und gilt auch für vollständig Geimpfte und Genesene.

Olimar biete allen, die einen gebuchten Urlaub in Portugal nun nicht mehr antreten wollten, andere Urlaubsorte oder eine Verschiebung der Reise an, sagte Zahn. Die Lufthansa betonte, es seien vorerst keine Änderungen bei Flügen von und nach Portugal geplant. Auf den Onlineportalen mehrerer Fluggesellschaften waren am Samstag nur noch wenige Plätze in Maschinen am Sonntag und Montag von Portugal nach Deutschland angezeigt.

Mit 1.604 neuen Corona-Ansteckungen binnen 24 Stunden wurde in Portugal am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums der höchste Wert seit Februar registriert. Die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen (14-Tage-Inzidenz) stieg auf 137,5. Am Vortag hatte sie 128,6 betragen. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist das der höchste Wert aller 30 erfassten Länder. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der Wert 25. In Lissabon macht die Deltavariante bereits mehr als 70 Prozent aller neuen Fälle aus.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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