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Laborverband: Jeder dritte PCR-Test positiv

Von dpa
Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 3 Min.
PCR-Teströhrchen in einem Heidelberger Labor: Die Auslastung der Labore wird im bundesweiten Durchschnitt mit 95 Prozent angegeben".
PCR-Teströhrchen in einem Heidelberger Labor: Die Auslastung der Labore wird im bundesweiten Durchschnitt mit 95 Prozent angegeben". (Quelle: Uwe Anspach/dpa-bilder)
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Der Laborverband meldet einen neuen Höchststand bei der Zahl positiver PCR-Tests. Die Priorisierung der Tests sei sinnvoll, der Vergleich mit den Kapazitäten anderer Länder dagegen nicht.

In der fünften Corona-Welle in Deutschland sind erneut Höchstwerte bei der Zahl wöchentlicher PCR-Tests und dem Anteil positiver Befunde erreicht worden. In der vergangenen Woche seien rund 2,4 Millionen dieser verlässlichen Untersuchungen durchgeführt worden, teilte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) mit und berief sich auf Daten von rund 180 Laboren.

Jeder dritte Befund sei positiv gewesen, in der Woche zuvor rund jeder vierte – bei knapp zwei Millionen PCR-Tests. Je höher die Positivrate bei hohen Fallzahlen ist, desto größer ist die Untererfassung. "Die Auslastung der Labore wird im bundesweiten Durchschnitt mit 95 Prozent angegeben und erreicht somit in den meisten Bundesländern die Belastungsgrenze", hieß es weiter vom Verband.

Laborverband begrüßt Priorisierung bei PCR-Tests

Die Pläne von Bund und Ländern zum Priorisieren von PCR-Tests seien "richtig und sinnvoll". Vorschläge, die dem Bundesgesundheitsministerium vorlägen, müssten angesichts der aktuellen Infektionswelle unmittelbar umgesetzt werden, betonte der Verband. Andernfalls komme der Effekt zu spät. Der Laborverband sprach sich dafür aus, Menschen mit Symptomen und Risiko für einen schweren Verlauf bevorzugt per PCR zu testen. Auch müssten Kapazitäten vorgehalten werden, damit sich Klinik- und Pflegepersonal nach einer Infektion rasch aus der Isolation freitesten kann.

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Kritik übte der Verband an Testkapazitäts-Vergleichen mit anderen Ländern: So seien Zählweisen nicht immer vergleichbar. Es würden teils auch Antigen- und Schnelltests sowie gepoolte Tests in die Rechnung einbezogen, während in der Statistik der Labore strikt PCR-Einzeltests erhoben würden. "Wir sind in Deutschland wirklich gut aufgestellt. Angesichts des tatsächlich benötigten Bedarfs ist die aktuelle Erwartungshaltung nur schwer nachzuvollziehen", sagte Vorstand Michael Müller. Die Kapazitäten seien auch immer weiter gesteigert worden.

Patientenschützer: Überblick jetzt schon verloren

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz sieht bereits jetzt Auswirkungen der geplanten Einschränkungen beim Einsatz von PCR-Tests. Vielfach gingen Bürger und auch Ärzte davon aus, dass die Regelungen bereits gälten – was wiederum die offiziell erfassten Fallzahlen vermindere, für die nur PCR-Tests berücksichtigt werden, sagte Geschäftsführer Eugen Brysch. "Einen Überblick zu haben, schalten wir ab – jetzt schon."

Brysch kritisierte, dass pflegende Angehörige nicht in die Vorrang-Gruppe aufgenommen werden sollen. Es gebe mehr als fünf Millionen pflegende Angehörige in Deutschland, betreut würden dabei nicht nur Senioren und schwerkranke Erwachsene, sondern auch viele schwerkranke Kinder. Für die Pflegenden sei es wichtig, so früh wie möglich von einer Corona-Infektion zu wissen, um das Leben der betreuten Person nicht zu gefährden.

"Größere Gefahr für vulnerable Menschen"

Dem Kölner Gesundheitsdezernenten Harald Rau zufolge ist infolge der PCR-Priorisierung kaum absehbar, wie viele Corona-Fälle künftig unerkannt bleiben dürften. Die Gesundheitsämter könnten nicht seriös beziffern, wie viele PCR-Tests bislang auf positive Schnelltests zurückgingen, denn eine entsprechende Erfassung gebe es nicht, so Rau.

"Pauschal zu sagen, das Rationieren oder Priorisieren der PCR-Tests führt zu einer steigenden Gefahr, würde ich so nicht unterstreichen", sagte Rau mit Blick auf die vielfach kritisierten Pläne. "Es wäre eine größere Gefahr für die vulnerablen Menschen, wenn deren Umfeld nicht mehr hochvalide getestet werden könnte."

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Rau gab zu bedenken, dass ab einer gewissen Höhe die exakte Bestimmung der Inzidenz keine steuernde Wirkung mehr entfalte: "Ob wir in einer Kommune nun beispielsweise 1.200 oder 1.400 haben, ist fast nicht mehr entscheidungsrelevant."

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