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Berlin versinkt im Bürgertest-Chaos: "Watt, zehn Euro?"

Von Yannick von Eisenhart Rothe

30.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Aufsteller vor Testzentrum (Symbolbild), Patrick Varjao Moldenhauer: Trotz Termin fast eine halbe Stunde auf das Freitesten warten.
Aufsteller vor Testzentrum (Symbolbild), Patrick Varjao Moldenhauer: Trotz Termin fast eine halbe Stunde auf das Freitesten warten. (Quelle: Imago Images/Yannick von Eisenhart Rothe/Montage)
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Am ersten Tag der kostenpflichtigen Corona-Tests gibt es in der Hauptstadt reichlich Verwirrung. Denn nicht jeder muss "nur" drei Euro für einen Test zahlen.

Für einen Moment ist Maik Zander noch gut gelaunt, das wird sich wenig später ändern. Der Maler und Lackierer steht an diesem Donnerstag in weiß bekleckster Latzhose in der Schlange vor einem Testcontainer an der belebten Einkaufsmeile Schloßstraße in Berlin-Steglitz. Zander geht nächste Woche in Reha und will sich deshalb vorher testen lassen.

Wie der Berliner es finde, dass Schnelltests nun nicht mehr gratis sind? "Mich stört das nich' so, die drei Euro kann ick mir leisten." Dass die Tests so viel kosten, habe er in den Nachrichten gehört. Dass das aber nicht für alle gilt, kriegt Zander wenig später zu spüren, als er an der Reihe ist. "Watt, zehn Euro?!", hört man es von vorne rufen.

Nur wenige Berliner haben Anspruch auf 3-Euro-Tests

Denn die neuen Kostenregelungen für Bürgertests sind komplizierter als gedacht. Nicht jeder hat in Berlin Anspruch auf einen Test für drei Euro. Den bekommt zum Beispiel nur, wer am selben Tag eine Risikoperson oder eine Veranstaltung in einem Innenraum besuchen will. Oder wer in der Corona-Warn-App den Status "erhöhtes Risiko" vorweisen kann.

Schlange vor einer Teststelle in Berlin: Nur zehn Leute sind da, warten muss man trotzdem lang.
Schlange vor einer Teststelle in Berlin: Nur zehn Leute sind da, warten muss man trotzdem lang. (Quelle: Yannick von Eisenhart Rothe)
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Nach wie vor kostenlos sind die Tests zum Beispiel für Kinder unter fünf, wenn man jemandem im Krankenhaus besuchen möchte oder mit jemandem im Haushalt lebt, der mit Corona infiziert ist. "Sofern weder Anspruch auf kostenlose noch 3-Euro-Tests besteht, sind die Tests kostenpflichtig", schreibt das Land Berlin. Diese Kosten könnten je nach Teststelle variieren.

"Happig, aber watt willste machen"

"Na, dann schreibste Besuch von Risikopatienten", sagt Zander zu dem Mitarbeiter, nachdem dieser ihm die neuen Regeln erklärt hat. Keine Chance, es bleibt bei den zehn Euro. "Happig, aber watt willste machen", sagt Zander und zahlt. "Wir sehen uns, mein Lieber", sagt er zum blau bekittelten Teststellenmitarbeiter, nachdem dieser ihm das Stäbchen in die Nase geschoben hat.

Für den Mitarbeiter ist es nicht die erste Begegnung dieser Art heute. "Es herrscht komplette Verwirrung", sagt der junge Mann, der seinen Namen lieber nicht nennen möchte. "Die Regierung hat das überhaupt nicht durchdacht." Auch er muss immer wieder auf seinem Laptop nachlesen, was jetzt für wen gilt.

Zu den komplizierteren Regeln kommt hinzu, dass die Testwilligen ihren Anspruch auch nachweisen müssen. "Wer etwa einen Krankenhausbesuch plant, braucht eine Bestätigung vom Krankenhaus dafür", sagt der Mitarbeiter. Und wie soll man nachweisen, dass man privat eine Risikoperson besucht? "Bei manchen Sachen vertraue ich den Leuten, geht ja nicht anders." Durch die neuen Regeln habe sich der Aufwand deutlich erhöht. "Früher habe ein bis zwei Minuten pro Kunde gebraucht, jetzt sind es sechs bis zehn", sagt der Mitarbeiter.

Warten auf die Mail vom Krankenhaus

Auch bei einer Teststelle ein paar Hundert Meter weiter die Schloßstraße runter führen die verlangten Nachweise zu Problemen. Uwe Stephan möchte jemanden im Krankenhaus besuchen. Deshalb versucht er gerade, genau das vom Krankenhaus bescheinigt zu bekommen. Nach einer halben Stunde kommt die Mail vom Krankenhaus, er darf sich kostenlos testen lassen. "Das hat jetzt einigermaßen fix funktioniert, aber das können die Krankenhäuser ja auch nicht ständig machen", sagt er.

Die Schlange an dem Testcontainer ist hier nicht besonders lang, vielleicht zehn Menschen warten. Aber einfach hin, Stäbchen rein, weg, ist seit heute vorbei. Auch Patrick Varjao-Moldenhauer hat fast eine halbe Stunde gewartet, trotz Termins. "Ich war schon oft hier, sonst ging es viel schneller", sagt er. Sein Test war umsonst, weil er sich nach überstandener Infektion freitesten möchte.

Mitarbeiter einer Teststelle im Testcontainer: Nur weil er grade Pause macht, ist Zeit für Foto und Interview.
Mitarbeiter einer Teststelle im Testcontainer: Nur weil er gerade Pause macht, ist Zeit für Foto und Interview. (Quelle: Yannick von Eisenhart Rothe)

Dass die Tests jetzt wieder etwas kosten, kann der IT-Systemadministrator verstehen. "Wenn man hört, wie viele Teststellenbetreiber bei der Abrechnung betrogen haben, macht das schon Sinn." Ihn stört nur, dass Menschen mit wenig Geld nicht von der Selbstzahlung befreit sind. "Das ist richtig blöd."

Mit Trickserei zum günstigeren Test

Das Berliner Regelwerk umschifft mancher auch trickreich: Der Student Philipp lässt sich testen, weil er Symptome hat und eine Freundin, mit der er in der Mensa saß, wahrscheinlich infiziert ist. Selbst dadurch hat er aber keinen Anspruch auf einen vergünstigten Test. Eigentlich. "Als ich die Regeln gehört hab, hab ich gesagt, dass ich den Test für die Arbeit brauche. Stimmt gar nicht", sagt er und grinst.

Die Mitarbeiterinnen hätten ihn das handschriftlich auf einen Zettel notieren und unterschreiben lassen. Dann habe er nur drei Euro zahlen müssen. "Zehn Euro, das ist ein kompletter Rip-off, da sind die Tests im Supermarkt ja viel billiger", sagt er.

In den Regeln zum 3-Euro-Test auf der Webseite der Stadt Berlin steht übrigens nichts von Tests für die Arbeitsstelle. Aber vielleicht gilt Arbeit ja als "Veranstaltung in einem Innenraum."

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