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Bonn: Stiefvater wegen jahrelangen Kindesmissbrauchs vor Gericht

Jahrelang unerkannt  

Stiefvater wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht

21.01.2021, 07:28 Uhr | dpa

Bonn: Stiefvater wegen jahrelangen Kindesmissbrauchs vor Gericht. Landgericht Bonn (Symbolbild): Die Mutter soll ihren Mann im Urlaub beim Missbrauch einer Tochter entdeckt haben. (Quelle: dpa/ Oliver Berg)

Landgericht Bonn (Symbolbild): Die Mutter soll ihren Mann im Urlaub beim Missbrauch einer Tochter entdeckt haben. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Wegen unzähliger sexueller Übergriffe muss sich ein Mann vor dem Bonner Landgericht verantworten. Seine Frau selbst habe ihn beim Missbrauch einer Tochter erwischt.

Acht Jahre lang soll ein 34 Jahre alter Lastwagenfahrer seine drei Stiefkinder sexuell missbraucht und vergewaltigt haben. Vor dem Bonner Landgericht muss sich der Angeklagte seit Mittwoch unter anderem wegen schweren Kindesmissbrauchs sowie Missbrauchs von Schutzbefohlenen in 52 Fällen verantworten. 49 Fälle werden als schwer eingestuft. Laut Anklage waren die Kinder seiner Ehefrau zu Beginn der Übergriffe neun, sieben und vier Jahre alt.

Im Sommer 2020 flog der Missbrauch laut Anklage auf: Die 32 Jahre alte Ehefrau des Angeklagten, mit dem sie noch weitere drei leibliche Kinder hat, erwischte ihren Ehemann, als er eine Tochter missbrauchte. Am Morgen des 25. Juli hatte sie Brötchen geholt und war schneller zurück als erwartet. Damals machte die Familie gerade Ferien auf einem Campingplatz im Westerwald. Die Mutter, die von allem keine Ahnung hatte, ging zur Polizei. Einen Tag nach der Strafanzeige wurde der Angeklagte festgenommen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Sexueller Missbrauch als Bestrafung

Erst nach und nach stellte sich heraus, dass gleich drei Kinder – zwei Mädchen, ein Junge – teilweise auch parallel vom Stiefvater missbraucht worden waren. Laut Anklage setzte der Stiefvater die sexuellen Übergriffe auch ein, um die Kinder wegen Lappalien zu bestrafen.

Der Angeklagte kündigte am Mittwoch an, sich am nächsten Verhandlungstag umfassend einzulassen. Ursprünglich hat der 34-Jährige das ganze Ausmaß des Missbrauchs bestritten und soll behauptet haben, alles sei eine Lüge der Kinder. Mittlerweile jedoch soll er vier Fälle eingeräumt haben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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