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Bremen: Innenbehörde schließt "Haus des Grauens"


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"Haus des Grauens": Bremer Innenressort macht Immobilie dicht

Von t-online, stk

Aktualisiert am 19.08.2022Lesedauer: 2 Min.
Unzumutbar waren die Zustände in dem Gebäude. Auf diesem Foto sind Teile eines "Badezimmers" zu sehen.
Unzumutbar waren die Zustände in dem Gebäude. Auf diesem Foto ist das Waschbecken eines "Badezimmers" zu sehen. (Quelle: Innenressort)
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Unzumutbare Zustände herrschen in einem Wohnhaus in Bremen-Oslebshausen. Die Innenbehörde lässt das Gebäude schließen.

Schimmel, Dreck, keine funktionierenden Bäder, die Brandgefahr hoch: Es waren "menschenunwürdige und unhaltbare Zustände", die die Mitarbeiter Bremer Behörden in einem völlig heruntergekommenen Wohnhaus in Bremen-Oslebshausen vorfanden. Die Immobilie wurde versiegelt, alle dort lebenden zehn Personen mussten innerhalb weniger Stunden das Haus verlassen.

Wie das Innenressort am Freitag mitteilte, kam es bereits am 9. August zum Einsatz an der Oslebshauser Heerstraße, an dem Polizei, Ordnungs- und Gesundheitsamt, Feuerwehr sowie die Baubehörde beteiligt waren. Vor Ort sei festgestellt worden, dass weder Bäder, Küchen noch Toiletten funktionierten. Zudem sei die "Brandgefahr derart groß" gewesen, dass die Bewohner so schnell wie möglich ihre Habseligkeiten packen und die Immobilie sofort verlassen mussten.

Der Vermieter aus Niedersachsen erhielt eine Nutzungsuntersagung für das Haus. Ihm ist unter Androhung von "empfindlichem Zwangsgeld" untersagt worden, das Haus weiter zu vermieten. Es werde zudem geprüft, ob darüber hinaus der Verdacht einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit vorliege, hieß es weiter.

Bewohner nutzen Innenhof als Toiletten-Ersatz

Schon die Begehung durch die Einsatzkräfte habe eine Gefahr dargestellt: In den Fluren und Zimmern hingen demnach ungesicherte Leitungen aus den Wänden. Einzelne Kochplatten, die neben großen Haufen von Unrat auf dem Boden gestanden hatten, mussten einen nicht mehr funktionsfähigen Herd ersetzen. "Ein Teil des Hofs diente den Bewohnerinnen und Bewohnern offenbar schon des Längeren als Toiletten-Ersatz", teilte die Innenbehörde von Ulrich Mäurer (SPD) mit. Das Nachbarhaus, das demselben Eigentümer gehöre, sei bereits durch einen früheren Brand zerstört worden. Nebengebäude der Schrottimmobilie seien zudem "allesamt akut einsturzgefährdet".

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In einem Raum stießen die Einsatzkräfte auf ein aktuelles Schreiben des mutmaßlichen Vermieters aus dem Juli dieses Jahres. Dort fordert er offenbar einen Bewohner auf, einer Mieterhöhung zuzustimmen. "Wegen stark gestiegener Betriebskosten", hieß es in dem Vordruck, sollte der Unterzeichner für seine "Wohnung" künftig 450 Euro zahlen.

Leitungen hingen aus der Decke, das Gebäude sei zudem stark einsturgefährdet.
Leitungen hingen aus der Decke, das Gebäude sei zudem stark einsturgefährdet. (Quelle: Innenressort)

Die Bewohner wurden von der Sozialbehörde anderweitig untergebracht. Sie gehören laut Innenressort der Drogen- beziehungsweise Alkoholikerszene an. Zwei der Betroffenen seien erheblich gehbehindert. Einer von ihnen sei auf einen Rollstuhl angewiesen.

Bausenatorin: "Solche Vermieter dürfen nicht ungestraft davonkommen"

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer sagte dazu: "Ich fürchte, dass es noch einige solcher 'Häuser des Grauens' in unserer Stadt gibt, um die sich die Eigentümer schon lange nicht mehr kümmern, für die sie aber zugleich die Hand aufhalten und unglaubliche Mieten kassieren. Die Bewohner solcher Häuser haben in der Regel nicht mehr die Kraft, selbst gegen die menschenunwürdigen Zustände vorzugehen."

Bausenatorin Maike Schaefer ergänzte: "Es ist wichtig, Menschen vor solchen Miethaien zu schützen. Vermieter, die mit dem Leben von Menschen spielen und deren Probleme am Wohnungsmarkt skrupellos ausnutzen, dürfen nicht ungestraft davonkommen. Solche Exzesse werden wir weiterhin gemeinsam mit den beteiligten Ressorts bekämpfen."

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Verwendete Quellen
  • Mitteilung der Bremer Innenbehörde
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Von Steffen Koller
FeuerwehrPolizeiVermieter

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