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Bizarre Nordsee: Dieser Wurm gilt als Baumeister der Meere


Bizarre Bewohner der Nordsee
Diese kleinen Würmer bauen Wälder am Meeresboden

Von t-online, stk

Aktualisiert am 13.01.2024Lesedauer: 2 Min.
Nahaufnahme eines Bäumchenröhrenwurms: Der Studie zufolge nahm die Häufigkeit dieses Tieres im Wattenmeer um 80 Prozent ab.Vergrößern des BildesNahaufnahme eines Bäumchenröhrenwurms: Ihre Bauten, die kleinen Baumkronen am Meeresboden, werden häufig übersehen. (Quelle: IMAGO/blickwinkel)
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Plattes Land, Matsch und kilometerlange Einöde: Das Wattenmeer kann langweilig erscheinen – auf den ersten Blick. Doch nicht mehr auf den zweiten.

Sommerzeit ist Ferienzeit: Viele Besucher lockt es an die Strände in Südeuropa, andere schwören auf die Ostsee und ihre kilometerlangen, weißen Strände. Baden in der Ostsee, Abenteuer an und in der Nordsee – so lässt sich kurz umschreiben, was viele Deutsche an den beiden Küsten schätzen und lieben. Insbesondere die Nordsee hat dabei viel mehr zu bieten, als sich auf den ersten Blick einfangen lässt. Zum Beispiel den Bäumchenröhrenwurm – den Baumeister kleiner Wälder am Meeresboden.

Recht lang ist er, der Wurm. Mit seinen bis zu 20 Zentimetern ist der Bäumchenröhrenwurm für den gemeinen Watt-Besucher jedoch kaum zu sehen. Schließlich lebt er im Boden, an die Oberfläche kommt er nur selten. Wesentlich auffälliger sind hingegen seine Bauwerke, die er am Meeresboden hinterlässt, die aber nur bei genauem Hinsehen zu erkennen sind.

Geheimwaffe Tentakeln

Die Schutzstation Wattenmeer spricht von "Baumkronen im Watt", die der Wurm hinterlasse. Sie bestehen jedoch nicht aus Holz und Laub, sondern aus Sand und Muschelresten und sollen nicht nur schön aussehen. Für den Wurm sind die Kronen lebensnotwendig.

Der Wurm, der sich aus Angst vor langen Vogelschnäbeln bis zu 30 Zentimeter in den Boden gräbt, bewegt sich bei Überflutung an die Erdoberfläche und wickelt seine rund 100 haarfeinen Tentakeln um die Kronen. An diesen hat sich zuvor Nahrung abgelagert, die der Bämchenröhrenwurm nun ganz einfach absammeln kann.

Nichts wird dem Zufall überlassen

Die "Baumkronen" sind jedoch nicht zufällig angeordnet, sondern stehen quer zur Hauptströmung des Meeres. So kann der Wurm gewährleisten, dass sich bei auf- und ablaufendem Wasser auch wirklich Nahrung für ihn darin verfängt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) nennt das Tier auch deshalb "den Baumeister unter den Borstenwürmern", so steht es auf der Homepage.

Doch wie schaffen es die Röhren überhaupt, bei Wind stabil an der Oberfläche zu stehen? Die Bausteine seiner "Baumkronen" verklebt der Wurm mit sogenannten Kittdrüsen. So kann er gewährleisten, dass die aus Sand und Muschelresten bestehenden Türme auch wirklich standhaft bleiben.

Sollte die Flut dann doch mal eine seiner "Kronen" mitreißen, so ist der Wurm in der Lage, sein Bauwerk innerhalb weniger Sekunden zu reparieren, erklärt der BUND. So widerstandsfähig das Tier auch sein mag, so sehr ist er doch vom Aussterben bedroht. Im März veröffentlichen mehrere Forscher neue Ergebnisse zum Artensterben in der Nordsee. Seit den 1980er Jahren ist die Population um etwa 80 Prozent geschrumpft. Mehr zu den erschreckenden Ergebnissen lesen Sie hier.

Verwendete Quellen
  • schutzstation-wattenmeer.de: Der Bäumchenröhrenwurm
  • bund.net: Kunstwerk im Watt: Der Baumeister unter den Borstenwürmern
  • beachexplorer.org: Bäumchenröhrenwurm
  • instagram.com: Profil von waldundmeer
  • instagram.com: Profil von familiengedoens
  • Eigene Recherche
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