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Corona-Silvester: Mehrere Schwerverletzte, ein Toter

Von dpa
01.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Ausschreitungen in Leipzig
Einkaufswagen mit brennenden GegenstĂ€nden stehen auf der Eisenbahnstraße. (Quelle: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)
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Das zweite Corona-Silvester in Sachsen verlief aus Sicht der Polizei vergleichsweise ruhig. Dennoch rĂŒckten die EinsatzkrĂ€fte Hunderte Male wegen Körperverletzungen, gesprengten Automaten und Ausschreitungen im Leipziger Osten aus. Mehrere Menschen wurden bei Auseinandersetzungen und durch Böller schwer verletzt. In Chemnitz starb ein Mann bei einem Unfall, er fiel von einem Flachdach.

Einen grĂ¶ĂŸeren Einsatz gab es in der Leipziger Eisenbahnstraße. Dort versammelten sich laut Polizei kurz nach Mitternacht Menschen "im mittleren dreistelligen Bereich" an brennenden Einkaufswagen. Aus einer Gruppe heraus seien EinsatzkrĂ€fte und Fahrzeuge beworfen worden, teilte die Polizei mit. Sie ermittelt wegen Landfriedensbruchs.

Zuvor war die Polizei bereits wegen einer SchlĂ€gerei in die Eisenbahnstraße gerufen worden. Ein Unbekannter hatte drei junge MĂ€nner zunĂ€chst beleidigt und griff diese anschließend körperlich an. Ein 20-JĂ€hriger erlitt schwere Verletzungen, als er von einem weiteren TatverdĂ€chtigen mit einem spitzen Gegenstand attackiert worden sein soll. Die anderen beiden Angegriffenen wurden leicht verletzt. Ebenfalls in Leipzig wurde ein 27-JĂ€hriger von mehreren Unbekannten verletzt, nachdem er GetrĂ€nke aus einem Laden gestohlen haben soll.

Dagegen blieb es in dem als linksalternativ geltenden Stadtteil Connewitz ruhig. Die Polizei zeigte massive PrĂ€senz und hatte im Vorfeld Zufahrten abgeriegelt. Im vergangenen Jahr hatten Unbekannte Bundeswehrfahrzeuge auf dem GelĂ€nde eines Autohauses in Brand gesetzt. Der Polizeieinsatz sorgte auch fĂŒr Kritik in den Sozialen Medien. Der GrĂŒnen-Verband Leipzig kritisierte, dass kein Bedrohungsszenario erkennbar gewesen sei, das den enormen Einsatz rechtfertigte.

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In Dresden wurde die Polizei in der Silvesternacht nach eigenen Angaben ebenfalls aus einer Menschengruppe heraus mit GegenstĂ€nden beworfen. Die Beamten trafen kurz nach Mitternacht im Stadtteil Leipziger Vorstadt auf 50 bis 100 Menschen, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Diese hĂ€tten Hindernisse auf der Straße aufgebaut und angezĂŒndet. Ein Einsatzfahrzeug sei durch FlaschenwĂŒrfe beschĂ€digt worden. Die meisten Menschen hĂ€tten den Platz verlassen, als KrĂ€fte der Bereitschaftspolizei hinzugekommen seien.

Die Beamten rĂŒckten in Dresden zudem zu einer Messerstecherei aus und nahmen einen 18 Jahre alten TatverdĂ€chtigen fest. Er steht im Verdacht, einem 21-JĂ€hrigen bei einer Auseinandersetzung am Koreanischen Platz lebensbedrohliche Stichverletzungen zugefĂŒgt zu haben. Die genauen UmstĂ€nde der Auseinandersetzung blieben zunĂ€chst offen.

In Chemnitz wurde ein 19-JÀhriger von zwei jungen MÀnnern aus einer Gruppe heraus angegriffen. Er wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Polizisten stellten zwei TatverdÀchtige im Alter von 17 und 18 Jahren.

Ein schwerer Unfall passierte in Chemnitz noch vor Mitternacht: Ein 38 Jahre alter Mann stolperte auf dem Flachdach seines Hauses, fiel 19 Meter in die Tiefe und wurde tödlich verletzt. Laut Polizei-Angaben "eindeutig" ein UnglĂŒck.

Obwohl Feuerwerk in diesem Jahr erneut nicht verkauft werden durfte und ein Böllerverbot fĂŒr öffentliche PlĂ€tze galt, knallte es zum Teil ordentlich. In Leipzig wurde ein 34-JĂ€hriger beim ZĂŒnden von Feuerwerkskörpern lebensbedrohlich verletzt. Die Pyrotechnik sei nicht zugelassen gewesen, teilte die Polizei mit. Sie ermittelt wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Vielerorts registrierte die Polizei durch Feuerwerk beschĂ€digte BriefkĂ€sten, Fahrzeuge und GebĂ€ude. In Olbersdorf (Landkreis Görlitz) drang ein 42-JĂ€hriger in einen Wohnblock ein und zĂŒndete Pyrotechnik in der Briefkastenanlage. Der Eingangsbereich des Hauses wurde erheblich beschĂ€digt - geschĂ€tzter Sachschaden: 10 000 Euro.

Auch auf den Straßen war einiges los. Ein 29-JĂ€hriger wurde in Leipzig bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt. Er saß in der Silvesternacht als Beifahrer in einem Wagen und war nach dem Unfall zurĂŒckgelassen worden, wie die Polizei mitteilte. Nach dem flĂŒchtigen Fahrer des Autos wurde mit einem FĂ€hrtenhund gesucht.

Deutlich glimpflicher kam ein Betrunkener in Hainewalde (Landkreis Görlitz) davon, der zunĂ€chst einen Unfall mit seinem Auto verursacht und anschließend versuchte, das Fahrzeug mit einem Traktor zu bergen. Er musste seinen FĂŒhrerschein abgeben.

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