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Dortmund: Wegen Crackwelle – Drogenkonsumraum in der Innenstadt muss umziehen


Crackwelle in Dortmund
Drogenkonsumraum muss umziehen – Kritik an Plänen


Aktualisiert am 26.02.2024Lesedauer: 2 Min.
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Crack-PfeifeVergrößern des Bildes
Eine Drogenabhängige zündet sich eine Crack-Pfeife an (Symbolbild): Der Rat will die Drogenszene aus der Innenstadt verbannen. (Quelle: Boris Roessler/dpa/Symbolbild/dpa)

Der Drogenkonsumraum "kick" in Dortmund zieht um, weil sich immer mehr Crack-süchtige Menschen in der Innenstadt aufhalten. Die Angst, der Nordstadt einen weiteren Drogenraum zuzumuten, wächst.

Der Drogenkonsumraum "kick" in der Dortmunder Innenstadt wird nun umziehen – das hat der Rat der Stadt Dortmund in einer Sitzung am vergangenen Donnerstag beschlossen. Hintergrund der Verlegung ist die zunehmende Anzahl bettelnder, oftmals Crack-süchtiger Menschen in der Innenstadt. Gewerbetreibende und Anwohner der Innenstadt hatten aufgrund der teils aggressiven Süchtigen vor ihren Geschäften eine Verlegung der Drogenhilfe gefordert. Während sich SPD, CDU und FDP für eine Verlegung aussprachen, kritisierten Linke, die Partei sowie die Grünen das Vorhaben.

Die hohe Auslastung des Raumes mache deutlich, wie sehr die Einrichtung in der City benötigt werde, "eine Verlegung ist das falsche Signal", sagte etwa Jenny Brunner, Ratsmitglied der Grünen.

Polizeipräsident sieht wirksamen Veränderungen in der City

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange, der in der vergangene Ratssitzung die aktuellen Entwicklungen der Polizeiarbeit zur Bekämpfung der Innenstadtkriminalität vorstellte, bestätigte die hohe Auslastung der Drogenhilfe. Jedoch sei dies aus seiner Sicht ein Anhaltspunkt dafür, dass die aktuellen Hilfesysteme wirksam sind. "Eine Spezialisierung der Drogenkonsumräume ist insofern erfolgversprechend", so Lange.

Seit August 2023 habe die Polizei 1.107 Strafverfahren mit Bezug zu Drogendelikten eröffnet. Der Kontrolldruck zeige Wirkungen. "Wir stellen fest, dass es keine Verdrängung in andere Bereiche der Stadt gibt, da ist kein neuer Hotspot zu erkennen", sagte Lange weiter.

Neben der Verlegung der Hilfeeinrichtung aus der City sollen nun zwei weitere dezentrale Räume, an denen Süchtige ihre Drogen gezielt konsumieren können, gefunden werden. Die Abstimmung hierzu fiel äußerst knapp aus. Nur mit einer Stimme konnte eine Mehrheit gefunden werden.

Kritik gegen Einbeziehung der Nordstadt bei Prüfung

Hintergrund ist die Einbeziehung der Nordstadt als möglicher weiterer Standort. Die Fraktionen der Grünen, die Linke+ sowie die Partei sind strikt dagegen, die Drogenkranken aus der Innenstadt in die Nordstadt zu verlagern. "Natürlich kann ich alle verstehen, die sagen: 'Nicht noch so eine Einrichtung in der Nordstadt, ich bin da voll dabei", sagte Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) hierzu. Dennoch hält er eine Prüfung aller Standorte für sinnvoll.

Aus Sicht der Drogenhilfe hat sich die Rauschgiftszene in den vergangenen Jahren nicht massiv vergrößert. Die suchtkranken Menschen seien jedoch aufgrund einer neuen Crackflut auffälliger in der Öffentlichkeit. Das gehe mit Symptomen wie aggressivem Betteln und Diebstählen einher. Erfahrungsgemäß hielten sich Süchtige eben in der Innenstadt auf, hatte Olaf Schmitz, Leiter der Drogenhilfe t-online in einem Interview erklärt. Einen Umzug wertet er als "eine komplette Verlagerung des Problems."

Verwendete Quellen
  • Pressekonferenz des Verwaltungsvorstands Dortmund am 30. Januar, 2024
  • Mitteilung der Fraktion der Grünen vom 30. Januar 2024
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