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Rheinmetall als BVB-Sponsor: Dortmund-Fans sind empört


Rheinmetall als BVB-Sponsor
"Ruckedigu, Blut klebt am Schuh"

Von t-online, dpa, tht

Aktualisiert am 29.05.2024Lesedauer: 3 Min.
imago images 1011606482Vergrößern des Bildes"Stop War": Der BVB appelliert beim Benefizspiel gegen Dynamo Kiew im April, den Angriffskrieg zu beenden. (Quelle: IMAGO/Christopher Neundorf/imago)
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Der Einsteig von Rheinmetall als neuer Sponsor beim BVB stößt bei den Fans im Netz auf breite Ablehnung. Online wird das Thema hart diskutiert. Auch erste Politiker melden sich zu Wort.

Nachdem bekannt wurde, dass der Konzern Rheinmetall als Sponsor bei Borussia Dortmund einsteigen soll, hagelt es Kritik auf Social Media - teils aus den eigenen Reihen, aber auch aus anderen Teilen der Gesellschaft. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" über den Deal haben das Unternehmen und der Club am Mittwoch die Werbepartnerschaft bestätigt.

Auf "X" (früher Twitter) machten zahlreiche Nutzer ihrem Unmut Luft. So teilte beispielsweise ein BVB-Fan ein Kündigungsschreiben seiner Vereinsmitgliedschaft auf der Plattform.

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Weitere User werfen dem Verein Scheinheiligkeit vor – unter anderem deshalb, weil der BVB noch im April gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine mobil machte. So wird etwa ein Foto, auf dem die Mannschaft beim Benefizspiel gegen Dynamo Kiew ein Plakat mit der Aufschrift "Stop War" präsentiert, mit den Worten kommentiert: "Ruckedigu, Blut klebt am Schuh. Krieg, Kinderleichen". Weiter schreibt die Userin: "BVB, ihr seid zu weit gegangen!".

Manche User kritisieren den Verein auf humoristische Art. So finden sich viele Fotomontagen mit Panzern in schwarz-gelb auf der Plattform wieder. Zum Beispiel postet ein User eine Montage eines Panzers mitten in einem Dortmunder Wohngebiet. Er ist mit einem BVB-Banner und dem Slogan "Echte Liebe" bestückt. Auch Fotos von Marco Reus sowie weiteren BVB-Spielern sind auf dem Kriegskoloss zu sehen. "Geschmackloser hätte man so ein Sponsoring auch nicht ankündigen können", kommentiert der User seine Kreation.

Die Satire-Partei Die Partei veröffentlichte ebenfalls eine Fotomontage, bei der ein Panzer auf einem Fußballplatz steht, Überschrift: "BVB - wir schießen nicht nur Tore".

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In die Netzdebatte mischen sich jetzt auch erste Stimmen aus der Politik. So meldete sich Özlem Alev Demirel, EU-Abgeordnete der Linken, zum pikanten Deal zu Wort: "Rheinmetall will jetzt auch in der Mitte der Gesellschaft, in Sport und Kultur, für ihr Geschäftsmodell mit dem Tod werben. Diese Militarisierung muss gestoppt werden! RHEINMETALL hat nichts auf dem Sportplatz, in der Schule oder sonst wo zu suchen!", schrieb sie auf "X" und entfachte eine hitzige Debatte unter ihrem Tweet.

"Ich bin seit ich denken kann BVB-Fan, ich habe nie an meiner Liebe für den Verein gezweifelt, bis gestern", twitterte Jules El-Khatib, Menschenrechtsaktivist und ehemaliger NRW-Sprecher der Linken. "Rheinmetall, ein Unternehmen, das Waffen für den Gazakrieg, der mindestens 15 meiner Verwandten tötete, liefert, als Sponsor zu nehmen, ist unerträglich!", schrieb er weiter.

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Das BVB-Fanzine "schwatzgelb" kritisierte, dass die "Begleitumstände" des "zumindest diskutablen Deals" eine "Frechheit" seien. Fanvertreter seien bei der Thematik überhaupt nicht eingebunden worden. Das Fanmagazin fragt den BVB-Vorstand: "Wen wollt ihr eigentlich verarschen."

Die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen startete eine Online-Petition, in der sie den BVB zum Rückzieher aufgefordert wird und eine "Rote Karte für den Werbedeal" gezückt wird. "Ein Waffenhersteller als Sponsor passt nicht zu den Werten, die der BVB - und Fußball insgesamt - vertritt", hieß es von den Pazifisten.

Kooperation auf drei Jahre angesetzt

Laut Rheinmetall umfasst die drei Jahre laufende Kooperation die Nutzung reichweitenstarker Werbeflächen, Vermarktungsrechte sowie Event- und Hospitality-Angebote im Stadion und auf dem Vereinsgelände.

Rheinmetall ist Deutschlands größter Rüstungskonzern und spielt eine zentrale Rolle in der militärischen Unterstützung der Ukraine. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 hat das Geschäft kräftig angezogen, der Börsenkurs verfünffachte sich seither in etwa.

Es dürfte das erste Mal sein, dass ein Rüstungskonzern einen Fußballclub in Deutschland sponsert. Zumindest ist dem Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) kein vergleichbarer Fall bekannt.

Verwendete Quellen
  • Material der dpa
  • Plattform "X": Post von Kredo938
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