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Dresdner rettet leukämiekranke Mutter aus Baden-Württemberg mit Spende


Mit Stammzellenspende
Dresdner rettet leukämiekranker Mutter das Leben

Von t-online, mkr

02.04.2023Lesedauer: 3 Min.
Menschen gehen zu einer Typisierungsaktion der DKMS (Symbolbild): Der Mann aus Dresden ließ sich 2016 in die Kartei aufnehmen.Vergrößern des BildesMenschen gehen zu einer Typisierungsaktion der DKMS (Symbolbild): Der Mann aus Dresden ließ sich 2016 in die Kartei aufnehmen. (Quelle: Bernd Friedel/imago-images-bilder)
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Dank eines Mannes aus Dresden darf eine junge Frau aus Baden-Württemberg weiter leben. Nun haben sich die genetischen Zwillinge erstmals kennengelernt.

Ende 2020 wird ein 33-Jähriger aus Dresden um eine Stammzellenspende gebeten – ohne zu wissen, für wen. Mehr als zweieinhalb Jahre später trifft er die Frau, dessen Leben er damit retten konnte. Inzwischen ist eine Freundschaft zwischen ihnen entstanden.

Im September 2020 habe sich ein Mitarbeiter der Organisation DKMS bei ihm gemeldet, dass seine Stammzellen perfekt zu einem schwer erkrankten Patienten passen würden, erzählt der 33-jährige Stefan Drechsler der "Sächsischen Zeitung". Vier Jahre zuvor hatte er sich bei einer Werbeaktion in die Kartei der DKMS aufnehmen lassen. Für wen die Spende ist, erfährt er wegen der Vorschriften nicht – das hält ihn jedoch nicht davon ab, umgehend zu helfen.

Empfängerin der Stammzellenspende lag bereits im Koma

Auch die Bitte, seine Stammzellenspende in einer Operation am Becken statt per Blutwäsche abzugeben, ändert nichts daran. Anfang 2021 unterzieht sich der Dresdner dem Eingriff unter Vollnarkose im Krankenhaus St. Joseph-Stift in Dresden. Was er zu dem Zeitpunkt nicht weiß: Die Empfängerin, Nicole, liegt seit Herbst 2020 im Koma.

Die Mutter einer zweijährigen Tochter habe eine Blutvergiftung bekommen und ihre Organe arbeiteten nicht mehr richtig, berichtet die "Sächsische Zeitung". Zu dem Zeitpunkt sei sie erneut schwanger gewesen, der Blutkrebs sei bei einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt festgestellt worden.

Den Aufruf auf der Internetseite der DKMS habe die damals 24-Jährige Mitte 2020 gestartet. "Ich werde bis zum letzten Tag für meine Familie kämpfen, aber dazu benötige ich eure Hilfe", zitiert die Zeitung aus dem Appell der jungen Mutter aus Baden-Württemberg. Leider überlebt das Kind, das in ihrem Bauch heranwächst, die Erkrankung der Mutter nicht.

Mehr als zwei Jahre zwischen Spende und persönlichem Treffen

Dass es sich bei dem Patienten um eine Frau handele, die zwischen 20 und 29 Jahre alt sei und in Deutschland lebe, erfuhr der Dresdner am Tag seiner Spende. Drei Monate später habe er dann die Nachricht erhalten, dass es der Patientin besser gehe. Zwar würde ihr Körper die Stammzellen noch abstoßen, Medikamente sollten jedoch helfen, hieß es. "Ich war unheimlich froh darüber", erinnert sich der 33-Jährige.

Bevor Stefan Drechsler und Nicole sich jedoch persönlich treffen, vergeht noch einige Zeit. Zunächst schreiben sich die beiden ab Sommer 2021 anonym Briefe und erzählen ihre Geschichten. Er sei berührt gewesen und ihm sei noch einmal die Tragweite des Spenderseins bewusst geworden. "Ich habe mich gefragt: Dass sie leben darf, das soll jetzt an mir gelegen haben?", sagt er der "Sächsischen Zeitung".

Nachdem sich beide dazu entschieden hatten, ihre Namen und den Wohnort offenzulegen, kommt es im Februar dieses Jahres zum persönlichen Treffen. Drechsler und seine Familie – seine Frau und die beiden Kinder – planen ausgerechnet da Urlaub zu machen, wo Nicole lebt: Im baden-württembergischen Dornstetten. "Das war ein unglaublicher Zufall", sagt der Dresdner.

Nicole muss weiterhin zur Dialyse – Besuch in Dresden geplant

Am 17. Februar schließlich ist es so weit. "Sie hat uns alle gleich umarmt, und bei unseren Kindern ist das Eis schnell gebrochen", berichtet der 33-Jährige. Nicole und ihr Mann hätten erzählt, was sie alles durchgemacht haben. Es sei ein Gespräch auf Augenhöhe gewesen. Ihm selbst sei wichtig gewesen, nicht als Retter dazustehen, dem Nicole ewig dankbar sein müsse.

Inzwischen scheint sich eine Freundschaft zwischen den beiden Familien entwickelt zu haben. Die beiden würden sich regelmäßig schreiben, berichtet die "Sächsische Zeitung". Es sei auch schon ein Besuch in Dresden geplant – sofern Nicoles Zustand es zulasse. Die junge Mutter habe zwar den Blutkrebs besiegt, müsse aber weiterhin dreimal wöchentlich zur Dialyse, um ihr Blut waschen zu lassen.

Dadurch könne sie etwa 20 Jahre leben. "Ich bin erstaunt, wie lebensfroh sie trotz allem ist. Ich habe großen Respekt, wie sie und ihre Familie das alles meistern", sagt Drechsler.

Verwendete Quellen
  • saechische.de: "Dresdner rettet junge Mutter, die schwer an Leukämie erkrankt ist" (kostenpflichtig)
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