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Erfurt: Politik und Kirche geschockt nach rassistischem Angriff auf Syrer


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Video zeigt Tat: Empörung über rassistischen Angriff auf 17-jährigen

Von dpa, t-online, ASS

Aktualisiert am 27.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Rassistischer Angriff: Verstörende Aufnahmen zeigen die Attacke auf einen 17-jährigen Syrer in einer Straßenbahn. (Quelle: t-online)
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Der rassistische Übergriff auf einen jungen Syrer in einer Erfurter Straßenbahn hat in der Politik und bei der Kirche für Empörung gesorgt. Auch in den sozialen Medien zeigten sich viele Nutzer fassungslos. Die Tat wurde auf Video festgehalten.

Die rassistische Attacke auf einen minderjährigen Syrer in Erfurt hat in den sozialen Medien, in der Politik und bei der Kirche eine Welle der Empörung ausgelöst. "Einfach widerlich!", twitterte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow am Montag. "So ein feiger Mensch, stark und aggressiv gegen einen Wehrlosen." Auch die CDU-Landtagsfraktion verurteilte den Angriff in einer Straßenbahn "aufs Schärfste".

Erfurts Oberbürgermeister, Andreas Bausewein zeigte sich ebenfalls erschüttert. Es sei zutiefst beschämend, dass sich eine solche rassistische Tat in der Thüringer Landeshauptstadt zugetragen habe, ließ er am Dienstag in einer Pressemitteilung der Stadt erklären. Aktuell versuche man Kontakt zu dem Opfer aufzunehmen. "Wenn er sich psychisch dazu in der Lage fühlt und er das möchte, werde ich ihn besuchen und ihm persönlich unsere Hilfe und Unterstützung anbieten, um das Erlebte zu verarbeiten", so Bausewein.

Linke-Politikerin entsetzt

Die Sprecherin für Antirassismus der Linksfraktion im Landtag, Katharina König-Preuss, zeigte sich am Montag entsetzt: "Den zunehmenden rassistischen Übergriffen in Thüringen, welche auch Resultat eines insbesondere durch die AfD geschürten politischen Klimas in der Gesellschaft sind, muss endlich Einhalt geboten werden, den Tätern mit aller Konsequenz begegnet werden", forderte die Abgeordnete.

Sie verwies zudem auf die kürzlich vorgestellte Statistik der Opferberatung "Ezra". Nach deren Zählung blieben die Fälle rechter Gewalt in Thüringen im Jahr 2020 etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Die Organisation registrierte im vergangenen Jahr 102 rechte, rassistische oder antisemitische Angriffe.

Den Vorfall aus Erfurt sehen Sie oben im Video – oder hier.

Erfurter Bischof zeigt sich erschüttert – Fassungslosigkeit bei Twitter-Nutzern

Ulrich Neymeyr, Erfurts katholischer Bischof, fand ebenfalls klare Worte für die Tat. Dem Portal "katholisch.de" sagte er: "Es erschüttert mich, wenn Menschen mit anderer Hautfarbe, anderer Herkunft, anderer Religion oder anderer sexueller Orientierung attackiert werden, weil sie 'anders' sind." Immer wieder betone er, dass alle Menschen als Menschen behandelt werden müssten und auch nicht gehässig über sie geredet werden dürfe.

In den sozialen Netzwerken sorgt vor allem ein Video, das die Tat zeigen soll, für Aufsehen. "Das tut mir körperlich weh zu sehen", kommentiert ein Nutzer. "Ich fühle mit, mit dem überrumpelten Jungen, dem defensiven Opfer der Gewalt", schreibt ein anderer. Wieder andere kritisieren, dass die Anwesenden nicht einschritten, sondern die brutale Attacke nur filmten.

Frank Zobel, von der Opferberatung "Ezra" betonte gegenüber der "taz", dass für Zeugen in solchen Situationen durchaus die Möglichkeit bestehe, andere anzusprechen und gemeinsam Aufmerksamkeit zu erzeugen oder dem Opfer Hilfe anzubieten. "Das muss jeder für sich entscheiden, aber natürlich ist Zivilcourage in solchen Fällen äußerst wichtig", erklärte er. Dem Opfer habe man ein Beratungsangebot zukommen lassen.

Junger Syrer beleidigt, bespuckt und getreten – Verdächtiger festgenommen

Das war geschehen: Laut Polizei hatte ein 40-Jähriger einen 17 Jahre alten Syrer am vergangenen Freitagnachmittag in einer Straßenbahn rassistisch beleidigt, bedroht, bespuckt und brutal angegriffen. Der 17-Jährige erlitt leichte Verletzungen. Wie eine Polizeisprecherin gegenüber der "taz" erklärte, war dem Angriff offenbar ein Streit um einen Sitzplatz vorausgegangen.

Dem Täter war zunächst unerkannt die Flucht gelungen, doch "durch die am Tatort gewonnenen Zeugenhinweise" habe der polizeibekannte Mann zeitnah identifiziert werden können. "Der 40-jährige Mann wurde durch Zivilkräfte der Polizei am heutigen Nachmittag in Erfurt festgenommen", erklärte die Polizei am Montag. Gegen ihn sei inzwischen Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung ergangen.

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Verwendete Quellen
  • Material der Nachrichtenagentur dpa
  • Stadt Erfurt: Pressemitteilung vom 27. April
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