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Tödlicher Unfall in Essen: Seniorin fuhr in Menschenmenge – 83-Jährige schweigt vor Gericht


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Tödlicher Unfall in Essen – 83-Jährige schweigt vor Gericht

Von dpa
Aktualisiert am 14.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Die 83-jährige angeklagte Frau: Sie spricht vor dem Beginn des Prozesses mit ihrem Anwalt Andreas Wiesen.
Die 83-jährige angeklagte Frau: Sie spricht vor dem Beginn des Prozesses mit ihrem Anwalt Andreas Wiesen. (Quelle: Roland Weihrauch/dpa-bilder)
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Sie fuhr an einem Gehweg in Essen entlang und kollidierte mit neun Personen, von denen eine Wochen später im Krankenhaus verstarb. Nun steht die 83-Jährige vor Gericht

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein: Vor rund zwei Jahren soll eine Rentnerin aus Essen mit ihrem Auto an einer Straßenbahnhaltestelle in eine Menschengruppe gefahren sein. Ein Mann starb, zwei Jugendliche wurden lebensgefährlich verletzt. Seit Montag steht die 83-Jährige vor Gericht - und schweigt.

Es war der 29. Februar 2020, als die Frau laut Anklage gegen 17.25 Uhr im Essener Stadtteil Frohnhausen ein vor ihr wartendes Auto rechts überholte. Laut der Anklage fuhr ihr Wagen dabei mit zwei Reifen und mindestens Tempo 50 über den Bürgersteig. Kurz zuvor hatten am Straßenrand wartende Fahrgäste begonnen, die Fahrbahn zu überqueren, um eine mittig auf der Straße stehende Straßenbahn zu erreichen. Die Angeklagte soll ungebremst in sie hineingefahren und der Wagen erst deutlich hinter der Straßenbahn stehen geblieben sein.

Einsatzkräfte stehen nahe einer Straßenbahn-Haltestelle (Archivbild aus 2020): Eine damals 81-Jährige fuhr in eine Menschenmenge.
Einsatzkräfte stehen nahe einer Straßenbahn-Haltestelle (Archivbild aus 2020): Eine damals 81-Jährige fuhr in eine Menschenmenge. (Quelle: Stephan Witte/KDF-TV & Picture/dpa-bilder)

Ein 66-Jähriger erlag rund drei Wochen nach dem Unfall seinen Verletzungen. Zwei 13- und 14-Jährige wurden mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen im Krankenhaus notoperiert.

Unfall in Essen: "Personen flogen durch die Luft"

"Ich habe gesehen, wie die Personen durch die Luft geflogen sind", sagte eine Augenzeugin den Richtern am Essener Landgericht. Ein Junge sei sogar noch vor ihr eigenes Auto geprallt, das in entgegengesetzter Fahrtrichtung an einer roten Ampel gestanden habe.

Warum es zu dem Unfall kam, ist unklar. "Meine Mandantin findet den Vorfall sehr tragisch", sagte Verteidiger Andreas Wieser am Rande des Prozesses. "Sie ist entsetzt über die Folgen. Das ist eine ganz schlimme Sache." Wie es dazu gekommen sei, müsse der Prozess zeigen.

Die Prozessakten von Richter Jordan liegen auf dem Richtertisch: Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung in zehn Fällen und Gefährdung des Straßenverkehrs.
Die Prozessakten von Richter Jordan liegen auf dem Richtertisch: Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung in zehn Fällen und Gefährdung des Straßenverkehrs. (Quelle: Roland Weihrauch/dpa-bilder)

Bei dem Unfall waren zehn Menschen verletzt worden, ein 66-Jähriger erlag drei Wochen danach seinen Verletzungen. Er war laut Anklage über die Motorhaube hochgeschleudert worden.

Sein Sohn sagte in einer Verhandlungspause über die Angeklagte: "Diese Frau hat unser Leben zur Hölle gemacht. Wir leiden jeden Tag." Seine Mutter sei nach dem Tod des Vaters psychisch erkrankt. Er habe sein Studium verlängern müssen, um sich um sie zu kümmern. "Sie konnte das Leben in Essen nicht mehr aushalten und ist zu mir nach Mainz gezogen."

Technischer Defekt ausgeschlossen

Die beiden 13 und 14 Jahre alten Jugendlichen hatten wegen des Aufpralls schwerste Kopfverletzungen erlitten. Die Anklage spricht von Schädelfrakturen und Hirnblutungen. Weitere Personen erlitten Knochenbrüche, Verstauchungen und Schockzustände. Auch von psychischen Problemen ist die Rede.

Einen technischen Defekt des Autos der Angeklagten hatte ein Gutachter laut Anklage ausgeschlossen. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung in zehn Fällen und Gefährdung des Straßenverkehrs. Das Essener Landgericht hat für den Prozess zunächst noch zehn Verhandlungstage bis zum 2. Mai vorgesehen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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Von Thomas Terhorst
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