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Fechenheimer Wald: Aktivisten können Rodung für A66 nicht verhindern


Aktivisten können Rodung von Fechenheimer Wald nicht verhindern

Von Alexander Spöri

Aktualisiert am 17.01.2023Lesedauer: 2 Min.
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Waldbesetzer im Fechenheimer Wald
Aktivisten stehen in einem Baumhaus im Fechenheimer Wald (Archivbild): Bald soll ihr temporäres "Zuhause" abgerissen werden. (Quelle: Boris Roessler/dpa/dpa-bilder)
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Teile des Fechenheimer Waldes sollen wegen des Ausbaus der A66 gerodet werden. Zwei Eilanträge sind nun gescheitert – die Räumung könnte jetzt starten.

Zwei Eilanträge sollten die Rodung des Fechenheimer Waldes in Frankfurt verhindern – beide wurden nun allerdings abgelehnt. Weder ein Baumhaus noch die Sorge um einen Käfer konnte das Gericht überzeugen.

Das Waldstück, das Aktivisten seit Monaten besetzt haben, soll im Rahmen eines geplanten Autobahnausbaus der A66 gerodet werden. Am Montag hatte ein Aktivist einen Antrag beim Verwaltungsgerichtshof in Kassel eingereicht, mit dem er einen Rodungsstopp forderte, da sich im Wald sein Baumhaus befindet. Er berief sich dabei auf die Unverletzlichkeit der Wohnung. Das Gericht entschied, dass die Allgemeinverfügung, die das Betreten der umstrittenen Waldfläche verbiete, rechtmäßig sei.

Da sich in dem angrenzenden Rodungsgebiet Bäume mit einer Höhe von bis zu 40 Metern befinden, sei bei den anstehenden Fällarbeiten mit einer Gefahr für Leib und Leben von Personen zu rechnen, die sich in einem Umkreis von 90 Meter aufhielten. Aus diesem Grund sei die Sperrung des Waldstücks rechtmäßig und verhältnismäßig. Ein Baumhaus sei außerdem keine Wohnung.

Käfer im Wald steht unter Naturschutz

Auch ein zweiter Eilantrag von diesem Dienstag scheiterte vor dem Verwaltungsgerichtshof. Darin machte Volker Ziesling (Grüne) vom Bundesverband Naturfreunde darauf aufmerksam, dass der Heldbockkäfer im Fechenheimer Wald heimisch sei. Dieser müsse nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union in allen Lebensstadien geschützt werden, wie die "Frankfurter Rundschau" berichtete.

Deshalb hatte die Sweco-GmbH im Auftrag der Autobahn-GmbH ein Gutachten zum Heldbockkäfer im Fechenheimer Wald erstellt. Laut diesem Gutachten ist der Käfer in Bäumen mit mehr als 60 Zentimetern Durchmesser heimisch. 47 Eichen, auf die das zutreffe, befänden sich im Rodungsgebiet.

Zerschneidung des Forstes bringt Probleme mit sich

Volker Ziesling erklärt allerdings der "Frankfurter Rundschau", dass sich der Heldbockkäfer auch in Bäumen mit lediglich 40 Zentimetern Durchmesser wohlfühle. Die Zahl der potenziell betroffenen Bäume, in denen der Käfer leben könnte, sei deshalb höher.

Außerdem bereite die "Zerschneidung" des Fechenheimer Waldes beim Autobahnausbau weitere Probleme. Denn einzelne Bäume wären dadurch stärkerer Sonneneinstrahlung und Hitze ausgesetzt. Hinzu kommt: Schweres Gerät könnte den Boden verdichten. Das führe dazu, dass weniger Wasser zu bodennahen Wurzeln fließen könnte.

Aktivisten befürchten schnelle Räumung – haben aber Hoffnung

Nach Einschätzung der Aktivisten der Initiative "Fecher bleibt", die derzeit Teile des Waldes besetzen, können die Polizisten nun mit der Räumung beginnen. Ganz geschlagen geben sich die Aktivisten allerdings nicht.

Es gebe noch weitere "rechtliche Anhaltspunkte" zur Intervention, bestätigt ein Aktivist im Gespräch mit t-online. Interessant sei unter anderem, dass auch Versammlungen im Waldstück nach der Begründung des Gerichts vom Montag nicht zulässig seien. Das kritisieren die Aktivisten, da der Wald ein öffentlicher Raum sei, der eigentlich "über dem Privateigentum" – in diesem Fall der Autobahn – stehe. Demonstrationen müssten demnach dort erlaubt sein.

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Verwendete Quellen
  • fr.de: "Fechenheimer Wald in Frankfurt: Gerichte entscheiden über Eilanträge"
  • Mit Material der Nachrichtenagentur DPA
  • Telefongespräch mit Aktivist im betroffenen Wald
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