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Frankfurt: Forscher warnen vor gefährlicher Kriebelmücken-Plage


Goethe-Uni und Senckenberg Naturmuseum
Forscher warnen vor gefährlicher Mücken-Plage

Von dpa, t-online, mad

Aktualisiert am 28.02.2024Lesedauer: 2 Min.
Männliche Kriebelmücken (Simuliidae): Das Klima in Deutschland könnte eine Ausbreitung der Insekten begünstigen.Vergrößern des BildesMännliche Kriebelmücken (Simuliidae): Das Klima in Deutschland könnte eine Ausbreitung der Insekten begünstigen. (Quelle: imago stock&people/imago-images-bilder)
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Stiche von Kriebelmücken tun weh – und können für Mensch und Tier gefährlich werden. Forscher aus Frankfurt warnen nun vor einer Zunahme der Insekten.

Kriebelmücken sind nur zwei bis sechs Millimeter groß und ähneln harmlosen Stubenfliegen, doch ihre Stiche sind extrem unangenehm. Nun stellten Wissenschaftler aus Frankfurt fest, dass die Insekten hierzulande bald deutlich häufiger vorkommen könnten. Im Fachjournal "Science of the Total Environment" erschien eine Studie, die das belegt. Sie wurde von Forschern der Goethe-Universität und des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums aufgestellt.

Zukünftige höhere Temperaturen könnten "zu verkürzten Entwicklungszeiten, zu mehr Generationen pro Jahr und damit insgesamt zu einem häufigeren Auftreten von Kriebelmücken führen", erklärte das Forschungsteam. Hier erfahren Sie, wie sich das Klima in Frankfurt in den nächsten Jahren entwickeln soll.

Kriebelmücken können Krankheitserreger übertragen

Die flugfähigen und überwiegend schwarzen Insekten gehören laut Forschern zu den "Poolsaugern": Weibliche Tiere raspeln mit scharfen "Zähnchen" die Haut des Wirts auf und nehmen anschließend den sich dort bildenden Blutstropfen zu sich.

Durch die von den Mücken in die Wunde eingeleiteten gerinnungshemmenden und betäubenden Substanzen könnten die Stiche schwerwiegende allergische Reaktionen auslösen, erklärte Sven Klimpel von der Universität Frankfurt. "Kriebelmücken sind zudem vektorkompetent, also in der Lage, durch ihren Stich Infektionskrankheiten auslösende Erreger zu übertragen", so Klimpel.

Der bekannteste Erreger, den diese Mücken übertragen, sei der auf dem afrikanischen Kontinent heimische Fadenwurm Onchocerca volvulus. Der könne die sogenannte Flussblindheit auslösen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien infolge der Krankheit weltweit bereits mehr als 1,15 Millionen Menschen teils oder gänzlich erblindet.

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Mückenarten in drei Gruppen eingeteilt

Etwa 98 Prozent der insgesamt 2.000 Kriebelmücken-Arten ernährten sich von Blut, sagte Mitautorin Sarah Cunze von der Uni Frankfurt. In Deutschland wurden bisher 57 Kriebelmücken-Arten entdeckt. Anhand von 1.526 Datensätzen aus Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen haben Forscher die zwölf häufigsten Arten in drei biogeografische Gruppen unterteilt: "Arten, die an Gewässeroberläufen leben, über verschiedene Landschaften weit verbreitete Arten und Tieflandarten", erklärte Cunze.

Für die drei Gruppen sagen die Forschenden in ihrer aktuellen Studie unterschiedliche Entwicklungen voraus: Die Gruppe der Arten mit einem Verbreitungsschwerpunkt in den Gewässeroberläufen wird aufgrund steigender Temperaturen und zunehmender chemischer Belastung der Gewässer als potenziell gefährdet eingeschätzt. Tieflandarten hingegen zeichneten sich durch eine höhere Toleranz gegenüber menschengemachten Veränderungen aus und könnten in Zukunft häufiger auftreten.

In weiteren Arbeiten will das Forscherteam durch Labortests klären, inwieweit Kriebelmücken-Arten in der Lage sind, Erreger von Infektionskrankheiten unter in Europa herrschenden Bedingungen zu übertragen.

Verwendete Quellen
  • Mir Material der Nachrichtenagentur dpa
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