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SEK Frankfurt: "Verrohung" und seltsame Rituale bei der Elitetruppe


Frankfurter SEK soll sich selbst glorifiziert haben

Von t-online, dpa
16.06.2021Lesedauer: 2 Min.
Polizeibeamte vom SEK Frankfurt bei Schießübungen (Archivbild): Die Truppe wurde aufgelöst.Vergrößern des BildesPolizeibeamte vom SEK Frankfurt bei Schießübungen (Archivbild): Die Truppe wurde aufgelöst. (Quelle: Schick/imago-images-bilder)
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In der vergangenen Woche wurde das Frankfurter SEK wegen mutmaßlich rechter Chatgruppen aufgelöst. Jetzt berichtet der "Spiegel" von verstörenden Details zum Eigenleben der Eliteeinheit.

Die Beamten des Frankfurter Spezialeinsatzkommandos der Polizei, SEK, hatten einem Bericht des "Spiegel" zufolge seltsam anmutende Rituale, die an der Eignung der Einheit zweifeln lassen. Nachdem das Frankfurter SEK vergangene Woche wegen der Teilnahme an mutmaßlich rechten Chats aufgelöst worden war, kommen nun Details über das Innenleben des SEK ans Licht.

So sei es unter anderem zu einer übertriebenen Glorifizierung eines verstorbenen Kollegen gekommen. Ein Bild des im Einsatz getöteten Mannes sei "überlebensgroß" in den Diensträumen bei der Frankfurter Polizei zu sehen gewesen. Jeder, der an einer Klimmzugstange, die neben dem Bild gestanden habe, vorbeigegangen sei, hätte Klimmzüge machen müssen, heißt es weiter.

Außerdem habe es in den Räumen weitere "verherrlichende Aufnahmen zur Arbeit des SEK" gegeben. Die Räume seien voll mit "Erinnerungsstücken" gewesen. Der Wiesbadener Polizeipräsident, der die Einheit neu strukturieren soll, spricht in dem Nachrichtenmagazin von einem "zur Schau gestellten Korpsgeist".

Innenminister will Neuausrichtung

Auffällig seien auch die vielen Bezüge und Devotionalien zum Film "300" gewesen, die in den Räumen gefunden wurden. In dem US-Film geht es um Spartaner, die gegen eine Übermacht kämpfen müssen. Außerdem seien die Räume innerhalb der Frankfurter Polizei "abgeschottet" gewesen.

Am Montag hatte bereits Hessens Innenminister Peter Beuth von einer "Verrohung in Teilen des SEK Frankfurt" gesprochen und eine Neustrukturierung versprochen. "Der zur Schau gestellte Korpsgeist ist jedenfalls auch nach Einschätzung unserer polizeipsychologischen Experten einem Neuanfang nicht dienlich", betonte der Wiesbadener Polizeipräsident Stefan Müller in Bezug auf die Räumlichkeiten des SEK.

Verwendete Quellen
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