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Sylt: Behörden lassen Punks gewähren


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Sylt gewährt den Punks Asyl – die Schadenfreude ist groß

Von t-online, ahi, jl

02.08.2022Lesedauer: 3 Min.
Ein Punker auf Sylt (Archivbild): Ein Sehnsuchtsort für Viele.
Ein Punker auf Sylt (Archivbild): Ein Sehnsuchtsort für viele. (Quelle: IMAGO/Eibner-Pressefoto)
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Die Punks dürfen jetzt mit dem Segen der Behörden bis Ende August auf Sylt campieren. Ihrem Glück halfen sie mit einem Trick nach.

Für Gastronomen und Geschäftsleute sind sie der Schrecken der Insel: die Punks, die seit Anfang Juni Sylt belagern. Doch bis zum 31. August werden sie sich mit den ungebetenen Gästen noch arrangieren müssen. In ihrem neuen Quartier im Stadtpark dürfen die Punks vorerst bleiben – und das sogar mit dem Segen der Behörden.

Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtete, ist es den Punks gelungen, eine Aufenthaltserlaubnis von der Versammlungsbehörde des Kreises Nordfriesland zu bekommen. Sie haben ihr Protestcamp im Stadtpark einfach als Kundgebung angemeldet, Thema: "Gentrifizierung von Städten und nationalen Urlaubszielen wie Sylt". Das klingt natürlich gleich viel seriöser als "Wir-wollen-dort-schnorren-wo-andere-Urlaub-machen". Die Punks hätten noch einiges vor, sagt eine Sprecherin des Kreises dem "Abendblatt". Geplant sei unter anderem ein "Diskussionsaustausch mit der Bevölkerung und den Touristen". Zudem wollten die Gäste "auf die vergangene Punkkultur Sylts" aufmerksam machen.

Steht die Wiege des Punks in der Sansibar?

Man darf gespannt sein, mit welchen Enthüllungen die Punks die Welt verblüffen werden. Steht die Wiege des Punks in der "Sansibar"? Bislang deutete wenig bis gar nichts daraufhin, dass die Insel irgendetwas dafür kann, dass sie zum Sehnsuchtsort der Bunthaarigen wurde. Gut, 1988 sangen die Ärzte, sie wollten zurück nach "Westerland". Aber sind das richtige Punks?

Fest steht nur: 1995 war die Insel der Austernesser und Porschefahrer schon einmal ins Blickfeld der Zielgruppe gerückt. Auch damals lockte die Bahn sie mit Billig-Tickets. Die Aussicht, den Reichen und Schönen den Urlaub zu verderben, erschien vielen schon damals verlockend. Was folgte, waren Chaostage, von denen die Punks heute nur noch träumen können. Am Ende wurden zwei Zugabteile demoliert, wie der "Focus" berichtete. Dutzende Demonstranten wurden verhaftet.

Der Urlaub ist vorbei

Solche Szenarien sind den Syltern in diesem Sommer bislang erspart geblieben. Sogar die glamouröse Hochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner vermochte nicht, etliche von Punks zu mobilisieren, in Westerland einzumarschieren. Bis zum Wochenende waren es gerade mal zwei Dutzend, die dort campieren. Erst vor einer Woche waren sie umgezogen: vom Strand in der Nähe des Edeka-Marktes in den Stadtpark, mit Blick auf das Rathaus.

Dort, so hört man, fielen sie auf der Insel gar nicht weiter auf. Was vielleicht erklärt, warum der Kreis Nordfriesland sich am Ende doch breitschlagen ließ, den ungebetenen Gästen bis Ende August Asyl zu gewähren. Und die Punks? Die sind froh, im Park auch mal unter sich zu sein. Die Nachricht vom offiziellen grünen Licht der Behörden scheint sich bundesweit herumgesprochen zu haben. Am Wochenende wuchs das Camp auf 100 Bewohner an. Von Urlaubsstimmung kann allerdings keine Rede mehr sein.

"Wir sind die Asyltziale Armee Fraktion"

Auf die Bewohner kommt in den nächsten Wochen richtig Arbeit zu. Es seien einige Protestveranstaltungen geplant, sagt Camp-Organisator Lukas gegenüber t-online. Die Punks nähmen die Auflagen der Behörden ernst. Einen Namen haben sie sich jetzt auch gegeben. "Wir sind die Asyltziale Armee Fraktion" .Dass die Behörden auf ihren Trick mit der Versammlung hereingefallen sind, freut sie ungemein.

Schließlich hätten auch Aktivisten von Fridays for Future den Sommer auf Sylt verbringen wollen, aber keine Genehmigung für ein Camp bekommen. Richtigen Zoff mit den Behörden habe es gegeben. Dabei sei es gar nicht so schwer gewesen, die zu überzeugen, sagt Lukas und grinst: "Wir haben denen einfach erzählt, was sie hören wollten."

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version stand, die Punks hätten Campmitgliedern "Syltverbot" erteilt, die morgens nicht pünktlich im Plenum erschienen. Einer der Mitorganisatoren des Camps dementierte dies jedoch im Nachgang.

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Verwendete Quellen
  • Reporter vor Ort
  • abendblatt.de: "Punks vor dem Rathaus haben jetzt behördlichen Segen"
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