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Hamburg ist nicht Kopenhagen: Radfahren ist keine gute Idee im Herbst


Wege ohne Pflege – das ist brandgefährlich

  • Katharina Grimm
Von Katharina Grimm

Aktualisiert am 28.11.2023Lesedauer: 2 Min.
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Laub bedeckt den Fahrradweg auf der Budapester Straße.Vergrößern des Bildes
Trotz Reinigung des Fahrradstreifens liegt schon wieder matschiges Laub auf dem Radweg auf der Budapester Straße. (Quelle: kg)

Hamburg wird zur Fahrradstadt umgebaut. Wirklich fahrradfreundlich ist die Stadt allerdings nur in einer Jahreshälfte.

Rumms! Den beiden Fußgängern, die plötzlich auf dem Fahrradweg standen, konnte der Kollege nicht ausweichen. Er musste voll bremsen. Doch auf der nassen, daumendicken Laubschicht hatten seine Reifen keinen Halt. Das Fahrrad rutsche weg, erst landete er auf dem Boden, dann in der Notfallambulanz. Mehrere Wochen ist er jetzt krankgeschrieben.

Spätestens seit dem Einzug der Grünen in den Hamburger Senat wird die Hansestadt zur fahrradfreundlichen Stadt umgebaut. Das bedeutet: mehr Parkplätze für Räder, fahrradfreundliche Ampelschaltungen, bessere Radwege und Velo-Routen. Kaum ein Monat vergeht, in dem der Verkehrssenator Anjes Tjarks nicht eine neue Fahrradstraße irgendwo in der Stadt feierlich eröffnet. Weniger Autos, mehr Räder – das ist die Devise.

"Laubschlacht" auf Hamburgs Radwegen

Doch wirklich fahrradfreundlich ist die Stadt nur im Frühjahr und Sommer. Dann mag es idyllisch sein, auf ausgebauten Radstrecken entlang von Elbe und Alster zur Arbeit zu radeln. Jetzt in der dunklen Jahreszeit werden die laubbedeckten Radwege zur Rutschpartie und Gefahrenquelle.

Denn die stetig steigende Zahl an Fahrradstraßen bringt die Stadtreinigung (SRH) an ihre Grenzen. Laut dem "Abendblatt" spricht die SRH längst von einer "Laubschlacht". Zwar seien rund 550 Mitarbeitende dafür im Einsatz und sogar 300 neue Elektro-Laubbläser angeschafft worden. Doch für eine tägliche Reinigung, wie sie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert, reicht das nicht.

Tägliche Reinigung?

Zwar dürfen bei Eis und Laub die Radwege gemieden und es darf direkt auf der Straße gefahren werden, wie der ADFC erklärt. Allerdings droht dann die Gefahr, von Autos, LKW und Bussen übersehen zu werden. Ein leuchtender Helm oder zumindest eine grelle Weste sollten es dann schon sein, wenn man nicht völlig übersehen werden will.

Radwege in schlimmen Zustand

In Kopenhagen funktioniert das anders. Dort werden erst die Radwege von Laub oder Schnee und Eis befreit, das läuft da so seit Jahren. Allerdings sind die Radwege dort alle ausgebaut, breit, gut zugänglich für Räumfahrezeuge.

In Hamburg hingegen sind immer noch etliche Radwege in schlechtem Zustand. Versuchen Sie mal, den Fahrradweg auf der Budapester Straße oder auf dem Ring 2 in Eppendorf mechanisch von Laub zu befreien. Ein zerklüfteter Streifen Pflasterweg, immer wieder von Baumwurzeln aufgerissen oder durch Hindernisse blockiert: Solche Radwege sind nicht nur bei Laubfall oder Glatteis eine Zumutung für Radler – sondern auch in der warmen Jahreszeit.

Verwendete Quellen
  • abendblatt.de: Laub auf Radwegen wird zur Gefahr
  • tagesspiegel.de: Vor lauter Laub sieht man den Radweg nicht
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