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Hamburg: Vater soll Säugling getötet haben – Prozessbeginn am Landgericht


Prozessbeginn in Hamburg
Vater soll Säugling zu Tode geschüttelt und geschlagen haben

Von dpa
Aktualisiert am 03.12.2021Lesedauer: 2 Min.
Der 30-Jährige Angeklagte (r) sitzt vor Beginn des Prozesses wegen Totschlags neben einem seiner Anwälte (l) im Gerichtssaal: Der Mann, der seine kleine Tochter in Hamburg zu Tode geschüttelt haben soll, will vor dem Landgericht eine Aussage machen.Vergrößern des BildesDer 30-Jährige Angeklagte (r) sitzt vor Beginn des Prozesses wegen Totschlags neben einem seiner Anwälte (l) im Gerichtssaal: Der Mann, der seine kleine Tochter in Hamburg zu Tode geschüttelt haben soll, will vor dem Landgericht eine Aussage machen. (Quelle: Georg Wendt/dpa-bilder)
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Ein schwer verletztes Mädchen stirbt, die Eltern behaupten, es hatte einen Unfall – doch die Beweislage sieht anders aus. Ein Vater steht nun wegen Totschlags vor Gericht – und will aussagen.

Nach dem gewaltsamen Tod eines kleinen Mädchens in Hamburg-Wandsbek ist der 30-Jährige Vater angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, seine knapp zwölf Wochen alte Tochter getötet zu haben.

Der Angeklagte will vor dem Landgericht eine Aussage machen. Das kündigte sein Verteidiger am Freitag zu Beginn des Prozesses an. Wahrscheinlich werde der 30-Jährige sich am nächsten Verhandlungstag am 8. Dezember äußern, sagte der Anwalt. Anschließend wurde die 31 Jahre alte Mutter des Mädchens als Zeugin gehört – dafür wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Prozess in Hamburg: Verletzungen am Kopf und Schütteltrauma

Das Baby war Mitte Mai nach einem angeblichen Unfall mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Wenige Tage später starb das Kind. Nach Angaben eines Gerichtssprechers wurde ein Schütteltrauma-Syndrom festgestellt.

Das Verletzungsbild sei nicht mit den Angaben des Vaters zu einem angeblichen Unfall vereinbar, sagte er. Auch müsse der Kopf mit Gewalt gegen etwas geschlagen worden sein. Der Deutsche habe mit Mutter und Tochter zusammengelebt. Das Mädchen sei das einzige Kind des Paares gewesen. Die Mutter tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf. Der Vater ist laut Gericht nicht vorbestraft, war zum Zeitpunkt der Tat ohne Arbeit.

Immer wieder ähnliche Fälle in Hamburg

In den vergangenen Jahren hatten mehrfach schwere Kindesmisshandlungen für Entsetzen in Hamburg gesorgt. Nach dem Tod der dreijährigen Yagmur Ende 2012 hatte sich ein Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft ausführlich mit dem Fall und den Präventionsmöglichkeiten der Jugendämter befasst. Dennoch wurden weitere Kinder schwer misshandelt. Ende 2015 schüttelte ein junger Vater das Baby Tayler zu Tode.

Ende 2018 wurde ein 41-jähriger Vater zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, weil er seine einjährige Tochter so schwer misshandelt hatte, dass sie schwere bleibende Schäden erlitt. Ebenfalls Ende 2018 drückte ein junger Vater sein schreiendes Baby so stark, dass es lebensgefährliche Verletzungen erlitt. Im September 2019 verurteilte das Amtsgericht Altona den damals 19-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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