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Lidl: Schwere Tierquälerei-Vorwürfe – Fleischskandal bei Discounter?


Video zeigt Qualzucht
Tierschützer werfen Lidl Fleisch-Skandal vor

  • Patrick Schiller ist t-online Regio Redakteur in Hannover.
Von Patrick Schiller

Aktualisiert am 25.10.2022Lesedauer: 2 Min.
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Aufnahmen aus Mastanlage: Diese Bilder sollen bei einem Lidl-Zulieferer entstanden sein. Hinweis: Bilder können verstörend wirken! (Quelle: t-online)

Tierschützer haben Aufnahmen aus dem Geflügel-Maststall eines Lidl-Lieferanten veröffentlicht. Die Albert Schweitzer Stiftung fordert Konsequenzen.

Verdeckte Ermittlungen sollen einen neuen Fleischskandal in Deutschland dokumentieren. Tierschutzorganisationen haben Undercover-Aufnahmen aus dem Maststall eines Lidl-Lieferanten veröffentlicht. Zu sehen sind die Haltungsbedingungen, wie sie in einem niedersächsischen Mastbetrieb für Hühner herrschen sollen. Nun fordert die Tierschutz- und Tierrechtsorganisation Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt Konsequenzen vom Lebensmitteldiscounter.

Laut Sprechern der Stiftung sei das Videomaterial im Sommer 2022 bei verdeckten Ermittlungen über Tage hinweg entstanden. In den Clips sind viele kranke, sterbende und bereits verwesende Hühner zu sehen, die unter dem eigenen Körpergewicht leiden. Dies deute laut Sprecher der Stiftung auf eine Züchtung mit dem Ziel eines "explosionsartigen Wachstums hin". Knochen und Organe der Tiere seien durch das eigene Gewicht überlastet, was zu Deformationen und Organversagen führe.

Laut der Stiftung werde das hier produzierte Hühnerfleisch über mehrere Eigenmarken des Discounters verkauft. Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung, sagt: "Lidls Hühnerfleisch aus 'Stallhaltung Plus' kommt von Qualzucht-Hühnern aus trostlosen Massenställen." Die Aufnahmen zeigen Hühner, die unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen. Auch Mitarbeiter sind auf den Clips zu sehen. Die Bilder sehen Sie oben im Video oder hier.

Um welche Marken geht es?

Bei den Vorfällen soll es sich um Hühner und Lieferanten der Lidl-Eigenmarken "Metzgerfrisch" und "Grillmeister" handeln, schreibt die Stiftung. Klosterhafen fordert vom Discounter: "Setzen Sie die Mindeststandards der europäischen Masthuhn-Initiative für alle Hühner um!"

Die Discounterkette solle laut Klosterhafen "Verantwortung für die Zustände bei seinen Lieferanten" übernehmen und "die größten Probleme der Hühnermast, allen voran die Qualzucht, anpacken".

Laut einer Anfrage des "Focus", sehe der Konzern "ausdrücklich auch die Notwendigkeit einer Transformation der Nutztierhaltung". Man werde intensiv daran arbeiten, das Sortiment in Zusammenarbeit mit Partnern und Lieferanten entlang der gesamten Lieferkette und mit Blick auf die nationalen Kundenbedürfnisse tierwohlgerechter zu gestalten, schreibt das Unternehmen.

Auch das Ausland berichtet bereits über die Vorfälle. Die "London Times" hakt nach, doch Lidl streitet die Vorwürfe nicht einmal ab. Der Konzern teilt der Zeitung mit, man sei "entschieden gegen Tierquälerei". Die Anschuldigungen nehme man sehr ernst, die beschriebenen Zustände seien "nicht akzeptabel".

Lidl kündigt "unabhängige Prüfung" an

Auf Anfrage von t-online schreibt Lidl am Dienstagabend, der Konzern stehe mit dem Lieferanten, der neben Lidl auch andere Marktteilnehmer in Deutschland beliefere, in Kontakt. "Wir haben umgehend um eine Stellungnahme gebeten und eine unabhängige Prüfung durch externe Sachverständige veranlasst." Parallel werde Lidl auch intern daran arbeiten, die Vorwürfe zu überprüfen und die Situation aufzuklären. "Auf Basis der Ergebnisse dieser Prüfung behalten wir uns weitere Schritte vor."

Die Albert-Schweitzer-Stiftung erhöht unterdessen den Druck auf den Lebensmittelkonzern. Auf ihrer Website und über Twitter riefen die Tierschützer dazu auf, bei einer Online-Petition für ein "Ende dieser Qualzucht" bei Lidl abzustimmen.

Verwendete Quellen
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