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Lungenexperte: Lage in Medizinischer Hochschule entspannt

Hannover  

Lungenexperte: Lage in Medizinischer Hochschule entspannt

25.07.2021, 09:15 Uhr | dpa

Lungenexperte: Lage in Medizinischer Hochschule entspannt. Lungenexperte Tobias Welte

Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover MHH. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

Die steigenden Inzidenzwerte in Niedersachsen haben bisher nicht zu einer stationären Aufnahme von Covid-19-Patienten in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) geführt. "Die Lage in der MHH ist sehr entspannt", sagte Tobias Welte, Direktor der MHH-Klinik für Pneumologie, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben im Moment überhaupt keinen Corona-positiven Patienten stationär." Es gebe jedoch zwei langzeitbeatmete Patienten, die nach einer Covid-19-Erkrankung auf eine Lungentransplantation warteten. Sie seien aus anderen Häusern in die MHH verlegt worden.

Hintergrund der entspannten Situation ist laut Welte, dass die Corona-Infektionszahlen in ganz Europa und den USA derzeit vor allem in der Gruppe der nicht geimpften 15- bis 25-Jährigen steigen. "Das ist eine Gruppe, die nicht schwer erkrankt", sagte der Lungenspezialist. "Deshalb haben wir einen Inzidenzanstieg, ohne eine höhere Belastung des Gesundheitssystems zu sehen."

Welte appellierte an die Politik, sich nicht mehr allein an den Inzidenzwerten zu orientieren. "Wir müssen mit Corona leben lernen. Wir müssen eine Normalität schaffen, ohne unvorsichtig zu sein." Mit Blick auf an Inzidenzen gekoppelte Einschränkungen sagte der Mediziner: "Solche radikalen Wechsel alle drei Tage verunsichern die Bevölkerung und sind nicht hilfreich."

Ob das Schlimmste der Corona-Pandemie überstanden sei, wollte Welte nicht beurteilen. "Man weiß nie ganz genau, welche neue Varianten kommen, auch wenn die Variantengefahr manchmal übertrieben wird", sagte er. Seine Prognose: "Wir müssen mit steigenden Krankheitszahlen rechnen, aber wir werden nicht mehr dasselbe erleben wie in der zweiten und dritten Welle."

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