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Kliniken mĂŒssen Stationsapotheker einsetzen

Von dpa
15.01.2022Lesedauer: 1 Min.
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Als erstes Bundesland hat Niedersachsen sogenannte Stationsapotheker in den Kliniken im Land zur Pflicht gemacht. Die Experten fĂŒr Arzneimittel beraten und unterstĂŒtzen Ärzte sowie Pflegepersonal und sollen damit fĂŒr mehr Patientensicherheit sorgen, wie die Apothekerkammer Niedersachsen mitteilte. Oft erhalten Klinikpatienten eine Vielzahl von Medikamenten, dabei kann es zu Fehlern kommen. Im Herbst 2018 hatte der niedersĂ€chsische Landtag ein neues Krankenhausgesetz beschlossen und darin unter anderem die verpflichtende EinfĂŒhrung der Stationsapotheker spĂ€testens im Jahr 2022 festgelegt. Das Parlament reagierte damals auf eine Serie von Patientenmorden in den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst.

Der frĂŒhere Pfleger Niels Högel wurde im Juni 2019 vom Landgericht Oldenburg wegen 85 Morden zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er hatte seine Opfer zwischen 2000 und 2005 in den beiden Kliniken mit Medikamenten zu Tode gespritzt. Wenn Högel im Dienst war, stieg der Verbrauch bestimmter Medikamente, die der Pfleger den wehrlosen Patienten ohne Indikation spritzte.

Voraussetzung fĂŒr den Einsatz als Stationsapothekerin oder Stationsapotheker sei die abgeschlossene oder begonnene, mindestens dreijĂ€hrige Weiterbildung im Fachgebiet Klinische Pharmazie, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Inzwischen hĂ€tten landesweit 212 Apothekerinnen und Apotheker diese abgeschlossen, 114 seien noch in der Weiterbildung. Die KrankenhaustrĂ€ger bestimmten selbst, in welchem Umfang und auf welchen Stationen die Expertinnen und Experten tĂ€tig werden.

Die StĂ€rkung der Patientensicherheit sei ein begrĂŒĂŸenswertes Ziel, teilte die NiedersĂ€chsische Krankenhausgesellschaft (NKG) mit. Allerdings sei der Gesetzgeber mit der verpflichtenden EinfĂŒhrung der Stationsapotheker ĂŒber dieses Ziel hinausgeschossen. Die Kosten blieben allein an den Kliniken hĂ€ngen, kritisierte die NKG.

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