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Keine Schuld am Unfall: Hobbyrennfahrer muss dennoch zahlen

Koblenz  

Keine Schuld am Unfall: Hobbyrennfahrer muss dennoch zahlen

15.06.2021, 13:31 Uhr | dpa

Keine Schuld am Unfall: Hobbyrennfahrer muss dennoch zahlen. Justitia

Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild (Quelle: dpa)

Hobbyrennfahrer können bei Unfällen, die andere verursacht haben und an denen sie keine direkte Schuld tragen, auf einem Teil der Kosten sitzenbleiben. Wer bei sogenannten Touristenfahrten auf Rennstrecken wie dem Nürburgring mit eigenem Auto und in hohem Tempo bei unzureichender Sicht fahre, erhöhe die Betriebsgefahr seines Fahrzeugs, teilte das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz am Dienstag mit (Az.: 12 U 1571/20).

Im konkreten Fall ging es um einen Geschäftsführer, der mit einem Porsche 911 seiner mecklenburg-vorpommerischen Firma 2018 auf der legendären Nordschleife unterwegs war. Bei etwa 160 bis 170 Kilometern pro Stunde verlor er laut OLG nach einer Bergkuppe und einer unübersichtlichen Kurve auf der rutschigen Kühlmittelspur eines vorausfahrenden alten Alfa Romeo 90 die Kontrolle über den Porsche und krachte in die Leitplanke. Hinweise auf Verletzungen hatte das OLG nicht. Der Sportwagen musste repariert werden.

Die Firma des Managers verklagte den Alfa-Romeo-Fahrer und dessen Haftpflichtversicherung auf rund 65.000 Euro Schadenersatz. Das Landgericht Koblenz sprach der Firma jedoch nur 75 Prozent davon zu (Az.: 10 O 223/19). Denn die vom Porsche ausgegangene Betriebsgefahr schlage mit 25 Prozent zu Buche. Bei "angepasster Geschwindigkeit und Beachtung des Sichtfahrgebotes" wäre es nicht ausgeschlossen gewesen, den Unfall zu verhindern. Das sah die klagende Firma anders und legte Berufung ein.

Vergeblich. Auch das OLG argumentierte, ein "Rennmodus" auf dem Nürburgring erhöhe die Betriebsgefahr. Eine "Touristenfahrt mit hoher Geschwindigkeit auf einer Motorsport-Rennstrecke ist so unfallträchtig, dass auch bei einem fremdverschuldeten Unfall die Haftung aus Betriebsgefahr bleibt", erklärte die zweite Gerichtsinstanz. Die Betriebsgefahr sei tatsächlich mit 25 Prozent der Kosten anzusetzen.

Nach einem OLG-Hinweis, dass die Berufung keinen Erfolg haben werde, nahm die klagende Firma sie zurück. Das Verfahren ist damit rechtskräftig abgeschlossen. Die Touristenfahrten ohne Gegenverkehr auf der 21 Kilometer langen, bergigen Nordschleife mit 73 Kurven ziehen Hobbyrennfahrer aus der ganzen Welt an.

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