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Kielerin und Sohn übernehmen Quarantäne-Lieferdienst

Von t-online, ags

Aktualisiert am 22.06.2020Lesedauer: 2 Min.
Kerstin Jurgeleit und Jeremy Jurgeleit: Die beiden waren in der Corona-Krise als Essensbringer unterwegs.
Kerstin Jurgeleit und Jeremy Jurgeleit: Die beiden waren in der Corona-Krise als Essensbringer unterwegs. (Quelle: "Kieler Engagement zeigt Gesicht")
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Nachdem ein Flüchtlingsheim in Kiel unter Quarantäne gesetzt wurde, waren dessen Bewohner mehr denn je auf Hilfe von außen angewiesen. Eine Kielerin und ihr Sohn wollten helfen – und griffen zum Steuer.

Wer wegen des Coronavirus in Quarantäne muss, hat eine stark eingeschränkte Zeit vor sich. In der angeordneten Isolation darf niemand von Zuhause raus – auch nicht, um sich Essen zu holen.


Coronavirus: An diesen Orten lauert das größte Risiko

In der Bahn, im Restaurant und auch zu Hause – wo sich Menschen auf engem Raum befinden, kann sich das Coronavirus leicht ausbreiten. Unsere Fotoshow zeigt, welche Situationen besonders riskant sind.
Bahn: Öffentliche Verkehrsmittel wie Busse oder Bahnen sind ebenfalls mögliche Infektionsquellen. Hier treffen viele Menschen auf engem Raum aufeinander. Schutzmaßnahmen wie Abstand halten und das Tragen einer Gesichtsmaske können das Ansteckungsrisiko minimieren – sofern sich alle daran halten.
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In Quarantäne ist man auf die Hilfe der Mitmenschen angewiesen. Während sich aktuell Bewohner ganzer Wohnblocks in Berlin und Göttingen isolieren müssen, hatte es zuvor auch Menschen in Kiel getroffen. Nachdem in der Gemeinschaftsunterkunft Schusterkrug Corona-Fälle bekannt wurden, ist das Flüchtlingsheim unter Quarantäne gesetzt worden. Kerstin Jurgeleit (49) und ihr Sohn Jeremy (19) haben über Wochen die dortigen Bewohner mit warmen Mahlzeiten versorgt.

Schon vor der Corona-Krise haben sich Jurgeleit und ihr Sohn beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) engagiert, das auch diese Hilfsaktion koordinierte. Um in der Corona-Krise mitzuhelfen, haben sich Jurgeleit und ihr Sohn beim DRK-Fahrdienst gemeldet. Sowohl zu Ostern, als auch zu Pfingsten waren sie täglich unterwegs, um Dutzende Bewohner der Unterkunft mit Essen zu versorgen.

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Jeden Tag zur Unterkunft

Nach einem ersten Einkauf, war die Hauptaufgabe der Jurgeleits, vorgekochte Mahlzeiten zur Gemeinschaftsunterkunft zu transportieren und dort vor die Tür zu stellen – jeden Tag zur Mittagszeit.

Unterstützt wurden sie dabei auch von Erziehern, die in der Zeit nicht arbeiten durften, erzählt Kerstin Jurgeleit. Die Fahrzeuge stellte das Rote Kreuz zur Verfügung. Vor Ort wurden die Essensbringer von einer Security unterstützt, damit die Bewohner auch drinnen bleiben – wegen der Ansteckungsgefahr.

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So kommt es auch, dass Kerstin Jurgeleit durch den notwendigen Eigenschutz gar nicht weiĂź, ob sich die Menschen ĂĽber die Lieferung gefreut haben, oder ob es ihnen geschmeckt hat. Der Kontakt zwischen den Betroffenen und den fleiĂźigen Helfern kam nicht zu Stande. FĂĽr Jurgeleit steht jedoch fest: Sollte so etwas nochmal passieren, wird sie wieder zu Diensten stehen.

Ganz ungewürdigt wird auch ihr Einsatz nicht bleiben: Seit dieser Woche ist Jurgeleit mit ihrem Sohn auf vielen Plakatwänden in Kiel zu sehen – und wird mit der Aktion "Kieler Engagement zeigt Gesicht" geehrt.

Disclaimer: Das Nachrichtenportal t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group, in deren Zusammenarbeit die Aktion "Kieler Engagement zeigt Gesicht" entstanden ist.

Gespräch mit Kerstin Jurgeleit
Eigene Recherche

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