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Kieler YouTuber: Mit Legobausteinen gegen den Corona-Blues

Tausende Abonnenten  

Kieler YouTuber tritt Lego-Trend los

05.02.2021, 14:11 Uhr
Kieler YouTuber: Mit Legobausteinen gegen den Corona-Blues. Henry Krasemann mit seinen Lego-Kreationen: Er hat bereits 54.000 Fans bei YouTube. (Quelle: Henry Krasemann)

Henry Krasemann mit seinen Lego-Kreationen: Er hat bereits 54.000 Fans bei YouTube. (Quelle: Henry Krasemann)

"Building Bricks for Happiness" – mit Bausteinen glücklich sein, das ist das Motto eines Kieler YouTubers. Er will mit Lego-Livestreams Menschen vom Corona-Alltag ablenken – damit hat er einen Trend losgetreten. 

Basteln gegen den Corona-Blues: Unter dieser Vorgabe hatten sich mit Anfang des ersten Lockdowns im März 2020 ein paar YouTuber zusammengetan, um ihre Zuschauer mit dem Zusammenstecken von Legosteinen vom virusbestimmten Alltag abzulenken. Mit unerwartetem Erfolg. Um das vom Kieler Henry Krasemann ins Leben gerufene Projekt "Building Bricks for Happiness" ist mittlerweile eine rege Community entstanden, die sich über ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz verteilt.

Die Idee kam Henry Krasemann unter der Dusche. Der 48-Jährige ist im Hauptberuf Jurist, aber, so der Beamte, "nach Beruf und Familie kommt gleich Lego. Ich mache jeden Tag was damit." Seit zehn Jahren lässt er auf seinem YouTube-Kanal "Klemmbausteinlyrik" die Menschen daran teilhaben. 54.000 Abonnenten erreicht er mit Videos rund um die bunten Steine.

YouTuber fachsimpeln über ihr Hobby

In der Dusche also hatte er die Idee, zusammen mit anderen Lego-YouTubern ein tägliches Programm rund ums Thema "Lego" aufzubauen. "Beim Anziehen habe ich fünf, sechs YouTuber angeschrieben, am nächsten Tag ging's los", so Krasemann. In den meist abendlichen Livestreams  übertragen oft mehrere YouTuber parallel ihre Bastelarbeit, fachsimpeln dabei über ihr Hobby oder quatschen einfach. Das Publikum beteiligt sich im Chat. Etwa, wenn die Streamer ein Quiz rund um Lego veranstalten, blind oder auf Zeit bauen oder auch mal zu Spenden aufrufen.

Fünf Personen bauen Lego: In Videokonferenzen werden Tipps und Tricks ausgetauscht. (Quelle: Henry Krasemann)Fünf Personen bauen Lego: In Videokonferenzen werden Tipps und Tricks ausgetauscht. (Quelle: Henry Krasemann)

Das Konzept kam so gut an, dass sich schnell immer mehr YouTuber anschlossen. Zwar pausierte das Projekt nach Ende des ersten Lockdowns im Mai, startete im Dezember aber aus Anlass des zweiten Lockdowns neu. Um die 50 YouTuber sind heute beteiligt. Einige mit nur ein paar dutzend Followern, andere sind deutlich größer als Henry Krasemann – etwa der Österreicher "AustrianLegoFan" mit mehr als 900.000 Abonnenten. Bei den Live-Übertragungen sind in der Regel einige hundert bis an die tausend Zuschauer dabei, die Aufzeichnungen schauen später gerne mal Zehntausende.

Ablenkung vom Corona-Alltag

Warum ist "Building Bricks for Happiness" so populär? Henry Krasemann glaubt, dass es vor allem "der Kontrast zur Unsicherheit da draußen" ist. "Und wenn man zu Hause sitzt und nicht raus kann, gibt es einem ein wohliges Gefühl: etwas zu haben, das man zusammen mit anderen macht, um sich vom Corona-Thema abzulenken."

Auch Nostalgie spielt seiner Meinung nach wohl keine kleine Rolle: geweckte Erinnerungen aus der Kindheit, als die Zuschauer selbst mit Lego spielten. Oder wieder damit angefangen haben. Davon profitiert nicht zuletzt auch der dänische Steine-Hersteller.

Zahlen für den Lego-Absatz seit Winter sind zwar noch nicht veröffentlicht. "Meine Vermutung ist aber", so Lego-Experte Krasemann, "dass Lego wohl eins der besten Jahre seiner Geschichte hatte." Dafür sprächen die Zahlen aus dem Sommer und dass viele Modelle im Lego-Onlineshop ausverkauft seien.

Henry Krasemann selbst bastelt und streamt, weil er für sich "etwas Unbelastetes haben wollte, das nichts mit Viren, Krankheit und Tod zu tun hat."

Verwendete Quellen:
  • Gespräch mit Henry Krasemann

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