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Gute Experten-Noten fĂŒr Entwicklung der Schulbildung

Von dpa
17.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Schulbildung in Schleswig-Holstein
Eine Lehrerin schreibt in einer Grundschule Worte an eine Tafel. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Experten haben der Entwicklung der Schulbildung in Schleswig-Holstein ein gutes Zeugnis ausgestellt. Er ziehe insgesamt ein positives Fazit, sagte Stefan KĂŒhne vom Leibniz-Institut fĂŒr Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF) am Montag in einem Online-PressegesprĂ€ch. Er hat mit einem Team des Instituts einen 70-seitigen Bildungsbericht fĂŒr das Land erstellt. In den vergangenen zehn Jahren habe Schleswig-Holstein in den meisten Bereichen eine positive Entwicklung genommen, sagte KĂŒhne. Defizite machten die Fachleute aber auch aus, zum Beispiel bei SchulabschlĂŒssen.

"Gute Bildung gelingt nur, wenn sie stets weitergedacht und -entwickelt wird", erklĂ€rte Bildungsministerin Karin Prien (CDU). "DafĂŒr braucht es eine solide und verlĂ€ssliche Datenbasis und die liefert uns der vorliegende Bildungsbericht."

Der Bericht fasst wesentliche Daten zu Rahmenbedingungen, Gestaltung, Ergebnissen und Wirkungen des Schulsystems zusammen. Ein Beispiel fĂŒr Handlungsbedarf aus Priens Sicht: In Nordfriesland und Dithmarschen gebe es gute Angebote bei Gymnasien und beruflichen Gymnasien, aber keine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe. Dies mĂŒsse man sich genau angucken und die sehr niedrige Bevölkerungsdichte berĂŒcksichtigen. Deshalb könne man nicht einfach sagen: "Da bauen wir jetzt noch einfach zwei hin, jeweils eine im Kreis." DarĂŒber brauche man eine Debatte und Lösungen.

Unter Kommunalpolitikern und SchultrĂ€gern werde auch auf CDU-Seite niemand ernsthaft gegen eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe argumentieren, wenn man sie denn am Ort brauche, sagte Prien vor dem Hintergrund frĂŒheren Strukturstreits zwischen SPD und CDU. Die Gemeinschaftsschulen waren vor Jahren aus den Real- und Hauptschulen hervorgegangen. "Ich bin nicht dafĂŒr, ĂŒberall Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe neu zu ermöglichen und ich bin vor allem nicht dafĂŒr, das Gymnasium zu verdrĂ€ngen", sagte Prien.

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Mit der Zweigliedrigkeit fahre das Land sehr gut. Eine große neue Schulstrukturdebatte werde nicht gebraucht. "Aber wir mĂŒssen uns anschauen, wie die Chancengerechtigkeit im Land auch mit Blick auf den Zugang zu unterschiedlichen Schulformen gewĂ€hrleistet ist." Die Zeit ideologischer Auseinandersetzungen darum sei vorbei. Ob man fĂŒr Nordfriesland eine Gemeinschaftsschule brauche, sei keine ideologische Frage, auch nicht fĂŒr die CDU.

Prien hob die Anstrengungen bei der Digitalisierung gerade in der Corona-Pandemie hervor: Rund 80 Prozent der Schulen hĂ€tten schnelles Internet, nach 14 Prozent 2014. "Wir haben in 85 Prozent der Schulen fest installiertes Wlan, wir haben die EndgerĂ€te-Relation mehr als verdoppelt." Und alle bedĂŒrftigen SchĂŒler und SchĂŒlerinnen hĂ€tten LeihgerĂ€te bekommen. Es gebe auch eine große Bereitschaft der LehrkrĂ€fte, sich fortzubilden. Zwischen Januar 2020 und Mai 2021 habe es 1500 Online-Seminare mit knapp 27.000 Teilnehmer gegeben.

Als weiteren Schwerpunkt stellte Prien die kulturelle Bildung heraus, die ihr auch als PrĂ€sidentin der Kultusministerkonferenz besonders am Herzen liege. "Hier sind wir in Schleswig-Holstein sehr weit", sagte sie. Der Norden sei hier eines der VorreiterlĂ€nder. Bei der Lesekompetenz seien die GrundschĂŒler vor Corona gut vorangekommen, unabhĂ€ngig von der sozialen Herkunft. In der Pandemie habe die Lesekompetenz wegen weggefallenen PrĂ€senzunterrichts aber gelitten.

DIPF-Experte KĂŒhne lobte die Ganztagsangebote, Fortschritte bei der Digitalisierung, die Entwicklung der Gemeinschaftsschulen und die hohe Inklusionsquote. Von der hohen DurchlĂ€ssigkeit des zweigliedrigen Schulsystems profitierten aber nicht alle Kinder und Jugendlichen. Von diesen verließen zu viele die Schule ohne Abschluss und landeten nicht direkt in einer Ausbildung. Das hĂ€nge auch mit der politisch gewollten extrem hohen Inklusionsquote zusammen, sagte Prien.

Der Bildungsbericht zeige, was bisher liegengeblieben sei und wo die nĂ€chste Landesregierung Schwerpunkte setzen mĂŒsse, meinte SPD-Bildungsexperte Martin Habersaat. Es hĂ€nge noch immer vom Zufall ab, welche digitalen Angebote SchĂŒler vorfĂ€nden. Das Land habe viele Mittel aus dem Digitalpakt mit dem Bund noch nicht abgerufen. "Das liegt vor allem daran, dass jede Schule ein individuelles Konzept entwickeln und das Rad jeweils vor Ort neu erfunden werden soll." Kein anderes Land gehe beim Digitalpakt so unfreundlich mit den SchultrĂ€gern um, was die Eigenbeteiligungen und den Einsatz von Landesmitteln angehe. 2005/06 habe Schleswig-Holstein bei Ganztagsangeboten ĂŒber dem Bundesschnitt gelegen, 2019/20 darunter, kritisierte Habersaat.

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