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Prozess in Pforzheim: Vater gesteht Entführung von Sohn nach Panama


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Vater gesteht Entführung von Sohn nach Panama – Haftstrafe

Von dpa, t-online
Aktualisiert am 28.09.2022Lesedauer: 2 Min.
Justiz
Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal: Einem 50-Jährigen wird vorgeworfen, seinen Sohn nach einem Urlaub nicht wie vereinbart seiner Mutter übergeben zu haben. (Quelle: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Am Kölner Hauptbahnhof wartete eine Mutter auf ihren Sohn – doch der kam nicht. Sein Vater hatte ihn nach Panama gebracht.

"Es war die Hölle", sagt die Mutter. "Ich wollte ihn beschützen", sagt der Vater. Vor dem Amtsgericht Pforzheim entfaltete sich am Dienstag ein Drama rund um die Entführung eines Kindes nach Panama. Es endete vorerst mit dem einem Schuldspruch für den Mann. Das Gericht verurteilte ihn zu drei Jahren Haft.

Schon zum Auftakt des Prozesses hatte der Vater des Kindes die Tat als Verzweiflungstat bezeichnet und die Vorwürfe eingeräumt. Dem 50-Jährigen wird vorgeworfen, den zehn Jahre alten Jungen nach einem Weihnachtsurlaub bei sich in Nordrhein-Westfalen nicht wie vereinbart seiner Mutter übergeben zu haben. Stattdessen habe er ihn nach Panama gebracht. Die Anklage lautet auf Entziehung Minderjähriger.

Vater bedauert Entführung

Es tue ihm leid für seinen Sohn, zu dem er nun keinen Kontakt mehr habe, sagte er mit brüchiger Stimme und unter Tränen zum Auftakt der Verhandlung am Dienstag. Er habe das Kind erst nach Belgien, dann nach Amsterdam und schließlich nach Panama gebracht, sagte der Mann. Es habe immer wieder Streit um Umgang gegeben. "Ich wollte ihn beschützen."

Der Richter hielt ihm in der Urteilsbegründung sein Geständnis zugute. Schwer habe aber gewogen, dass der Vater das Leid des Jungen billigend in Kauf genommen habe.

Junge leidet unter posttraumatischer Belastungsstörung

"Es war die Hölle", sagte die in Mühlacker (Entkreis) lebende Mutter des Jungen kurz vor Beginn des Prozesses. Sie hatte Anfang Januar vergeblich am vereinbarten Treffpunkt in Köln auf ihren Sohn gewartet. Bundeskriminalamt und Interpol waren daraufhin eingeschaltet und der Mann mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. Auch die Mutter sei zweimal in Panama gewesen, um nach ihrem Sohn zu suchen. Anfang Februar wurde er nach Deutschland ausgeliefert. Das Kind ist wieder in Obhut der Mutter. "Unser Leben wird nie wieder so sein, wie es war."

Der Gutachter hatte dem Kind zuvor eine massive posttraumatische Belastungsstörung attestiert und vom Kontakt zum Vater bis auf Weiteres abgeraten. Der Vater habe sich bis heute nicht bei seinem Sohn entschuldigt. Das wäre aber das Mindeste, was passieren müsste, bevor sich zwischen den beiden wieder eine Beziehung entwickeln könne. Der Junge war zuvor nicht öffentlich vernommen worden, hatte aber keine Aussage gemacht. Laut Mutter leidet er bis heute unter Ängsten und Alpträumen.

Auf die Fragen des Sachverständigen, was denn die Entführung bei dem Elfjährigen ausgelöst habe, wusste der Mann zunächst keine rechte Antwort. Erst gegen Ende der Verhandlung gelang es ihm, mehr Verantwortung zu übernehmen und auch die Perspektive des Kindes zu sehen. Das Schlusswort sprach der Angeklagte erneut unter Tränen. "Ich hoffe, dass mein Sohn mich irgendwann wiedersehen will."

Medien hatten berichtet, dass der Vater Impfgegner sei und nicht gewollt habe, dass sein Sohn geimpft werde. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich dazu nicht. Nach Worten eines Gerichtssprechers sind neben der Mutter noch ein psychologischer Sachverständiger und vier weitere Zeugen geladen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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Von Laura Schameitat, Florian Eßer
Pforzheim

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