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1. FC Köln: So will Steffen Baumgart dem FC neues Leben einhauchen

Motivator und Vorkämpfer  

Wie Baumgart den FC neu erwecken soll

Von Marc L. Merten

12.05.2021, 09:44 Uhr
1. FC Köln: So will Steffen Baumgart dem FC neues Leben einhauchen. Steffen Baumgart am Spielfeldrand beim SC Paderborn (Archivbild): Fußball ohne Schnickschnack und Taktik-Floskeln. (Quelle: imago images/Christian Schroedter)

Steffen Baumgart am Spielfeldrand beim SC Paderborn (Archivbild): Fußball ohne Schnickschnack und Taktik-Floskeln. (Quelle: Christian Schroedter/imago images)

Der 1. FC Köln hat mit Steffen Baumgart den neuen Cheftrainer für die Saison 2021/22 gefunden. Wer aber ist der 49-jährige, der bei den Geißböcken einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat – egal in welcher Liga?

Steffen Baumgart wird Friedhelm Funkel als Trainer des 1. FC Köln ablösen. Dieser Umstand ist insofern bemerkenswert, als dass den aktuellen Chefcoach des SC Paderborn wichtige Momente seiner Karriere mit Funkel und dem FC verbinden. Der heutige FC-Coach Funkel war einst Trainer des FC Hansa Rostock, als Baumgart dort noch als Stürmer auf Torejagd ging. Zudem erlebte der Spieler Baumgart später eine seiner bittersten Niederlagen der Karriere mit dem 1. FC Union Berlin beim 1. FC Köln – ein 0:7 in Müngersdorf. Kölner Trainer damals: Friedhelm Funkel.

Baumgarts Trainerkarriere begann schon als Spieler

18 Jahre später folgt Baumgart auf Funkel, der zuvor jedoch den 1. FC Köln noch in der Bundesliga halten soll. Jedoch spielt der Ausgang der Saison keine Rolle für Baumgarts Engagement. Der kernige Fußballlehrer, der bereits während seiner aktiven Spielerkarriere mehrere Trainerscheine absolvierte, sieht in den Geißböcken ligaunabhängig den nächsten Schritt in seiner Laufbahn. 1. FC Magdeburg, SSV Köpenick-Oberspree, Berliner AK, SC Paderborn – ab Sommer 1. FC Köln.

Die Geißböcke erhoffen sich von Baumgart einen Wandel in allen Bereichen: Der authentische Trainer soll die Mannschaft aufrütteln, auf dem Rasen wie in der Kabine den Spaß und die Leidenschaft zurückbringen, die in den letzten Jahren am Geißbockheim abhanden gekommen ist.

Auch das Umfeld soll der 49-Jährige in einer Post-Corona-Fußballwelt wieder zum Leben erwecken, die Fans zurück ins RheinEnergieStadion ziehen mit offensivem Fußball, mit Emotionen, mit Spektakel. Die Verantwortlichen glauben, dass es solch einen Trainer in Köln seit Christoph Daum nicht mehr gegeben hat – nur dass dem bodenständigen Baumgart der Größenwahn fehlt.

"Wenn du alles für die Spieler gibst, geben sie alles für dich"

Der ehemalige Mittelstürmer, dessen optische Merkmale die Kappe und das kurzärmelige Sport-Shirt sind, lebt einen Fußball ohne Schnickschnack und Taktik-Floskeln. "Für mich zählen immer die Mentalität und der Spaß am Sport. Wenn der verloren geht, können wir aufhören", sagte Baumgart Ende März im Podcast "Einfach mal Luppen" mit Toni und Felix Kroos.

"Fußball beginnt immer mit Leidenschaft, Laufen und Einsatzbereitschaft. Das kann jeder bringen." Für den künftigen FC-Trainer ist Fußball mit Kampfsport vergleichbar. "Am Ende geht es immer Mann gegen Mann, sich immer durchzusetzen gegen den anderen. Das macht Fußball für mich aus.“ Er sei "bestimmt nicht der größte Taktikfuchs, aber ich kann jeden dazu bringen, dass er den Meter mehr läuft".

Auf diese Qualität setzen die Geißböcke für die Zukunft. Baumgart soll der Mannschaft neues Leben einhauchen, soll das Gemeinschaftsgefühl wieder erwecken, das in den letzten Jahren unter seinen Vorgängern (Gisdol, Beierlorzer, Anfang) arg gelitten hat. Da trifft es sich gut, dass sich der 49-Jährige nicht als Autoritätsperson sieht, sondern als ehemaliger Spieler, der genau weiß, was in einer Kabine vor sich geht. "Du wirst dir den Respekt der Spieler nur verdienen, wenn die Jungs dir glauben und vertrauen können und wenn sie das Gefühl haben, du gibst für sie alles. Dann geben sie auch alles für dich."

"Die größte Leidenschaft von so vielen Menschen"

Baumgart, der Menschenfänger, der Motivator, der manchmal knorrige, aber immer ehrliche Vorkämpfer: So will er ab der nächsten Saison beim 1. FC Köln Erfolg haben – entweder in der Bundesliga im Kampf um den Klassenerhalt oder in der Zweiten Liga im Kampf um den Aufstieg.

In jedem Fall aber mit Tempofußball und bedingungslosem Einsatz. "Das ist es doch, was die Leute sehen wollen – ein Fußballspiel. Das ist die größte Leidenschaft von so vielen Menschen. Da musst du alles daran setzen, dass die Leute zufrieden sind."

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtungen und Recherchen des GEISSBLOG

Marc L. Merten gründete 2015 den GEISSBLOG.KOELN. Die unabhängige Onlinezeitung informiert die Fans des 1. FC Köln über alles rund um die Geißböcke. Merten studierte Journalismus in Fribourg und arbeitete anschließend als Sportredakteur für t-online.de. Später berichtete er für die Abendzeitung München über den TSV 1860, ehe er für den GEISSBLOG in seine Heimatstadt Köln zurückkehrte.

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