Sie sind hier: Home > Regional > Köln >

Köln unter Corona: So läuft das Termin-Shopping nach den Lockerungen

Corona-Lockerung  

Shopping nach Termin – "anstrengend und stressig"

Von Rebecca Welsch

15.03.2021, 11:12 Uhr
Köln unter Corona: So läuft das Termin-Shopping nach den Lockerungen . Eine Schlange Einkaufender vor der Zara-Filiale in Köln: Den Laden darf man nur mit Termin betreten. (Quelle: Rebecca Welsch)

Eine Schlange Einkaufender vor der Zara-Filiale in Köln: Den Laden darf man nur mit Termin betreten. (Quelle: Rebecca Welsch)

Seit einer Woche können die Kölnerinnen und Kölner mit Termin in ihren Lieblingsgeschäften einkaufen gehen – die Bewertungen fallen gemischt aus.

Die ersten Lockerungen sahen vor, dass der Einzelhandel wieder öffnen darf. Viele Läden bieten Shopping nach Termin an. t-online hat sich am Samstag bei Kunden und Ladeninhabern umgehört: Wie gut funktioniert das?

Julia hat sich an diesem Samstagmorgen den erste Zara-Termin gesichert. Eine halbe Stunde Zeit hat sie nun, um sich in der Filiale in der Schildergasse in Köln umzusehen. Über eine Durchsage erfährt sie, wie viele Minuten ihr noch verbleiben. Stressfrei ist das Ganze nicht: "Natürlich macht das Druck und ist anstrengend", sagt sie.

"Das Gefühl, etwas kaufen zu müssen"

Zeit sparen kann die 29-Jährige dafür aber beim Umziehen, das ist nämlich nicht erlaubt. "Wahrscheinlich muss ich die Hälfte der Sachen wieder zurückgeben, weil sie nicht passen", meint sie. Ohne Kleidungsstücke nach Hause zu gehen, wäre aber keine Option gewesen: "Ich hatte schon das Gefühl, etwas kaufen zu müssen, wenn ich extra einen Termin ausmache". Ganz einfach wird der Umtausch aber nicht: Auch für diesen muss sie einen neuen Termin vereinbaren.

Ein eher ruhiger Shopping-Samstag in Köln

Bei Zara ist es nicht möglich, den Laden ohne Termin zu betreten. Die spanische Modekette erfreut sich großer Beliebtheit. Doch in den meisten anderen Geschäften der Innenstadt kann man sich an diesem Samstagmorgen einfach am Eingang anmelden. Peter ist spontan in die Innenstadt gekommen und zufrieden mit seinem Einkaufserlebnis: "Ich bin auf gut Glück bei Sportscheck und Galeria Kaufhof reingekommen, es war ganz entspannt".

"Anstrengend und stressig", war das Einkaufen hingegen für Steffi "ich fühle mich nicht unter Druck, etwas zu kaufen, aber das Zeitlimit ist schwierig". Den Termin für ihren Zara-Besuch hat sie  schon länger vereinbart, den bei Bershka erst am Morgen. Bei New Yorker kam sie ohne Termin rein.

Dass es an diesem Samstagvormittag so ruhig ist, kann auch am Wetter liegen: "Gestern war es schon um elf Uhr voll, heute gibt es wegen des Regens weniger Kundinnen", sagt der Mitarbeiter einer großen Bekleidungskette. Momentan können die Kunden in seinem Geschäft noch ohne Zeitdruck durch das Geschäft schlendern. Wenn mehr Menschen kommen, müssen die Zeitslots jedoch eingehalten werden. Lohnt sich der Aufwand denn überhaupt wirtschaftlich? "Es ist besser als nichts und es ist auch schön, arbeiten zu dürfen".

Viele Läden bleiben geschlossen

Für andere Geschäfte scheint sich das Geschäft mit Terminvergabe hingegen nicht zu rentieren: Viele Läden, unter ihnen Hema und Maison du Monde bleiben geschlossen. Geschäften abseits der Innenstadt geht es nicht besser: "Ich habe mir das jetzt eine Woche angeschaut und es lohnt sich nicht", sagt Eva Unverdross zum Shopping per Terminvergabe.

Blick in das "Entlarvt" in der Zülpicher Straße:Für die Inhaberin lohnt sich das Termin-Shopping nicht. (Quelle: Rebecca Welsch)Blick in das "Entlarvt" in der Zülpicher Straße:Für die Inhaberin lohnt sich das Termin-Shopping nicht. (Quelle: Rebecca Welsch)

Ihr Secondhand-Laden "Entlarvt" ist in der Zülpicher Strasse. Normalerweise ist das ein guter Standort, weil viele Menschen die umliegenden Cafés und Bars besuchen und besonders samstags zum Stöbern hereinschauen.

"Mein Laden lebt vom Stöbern"

Aber nun lässt die geschlossene Gastronomie die Straße wie ausgestorben wirken: "Mein Laden lebt davon, dass Menschen stöbern, die Kleider berühren und mit ihren Freundinnen herumalbern", sagt Eva Unverdross. Das Geschäft ist voll von Pailletten-Kleidern, alten Lederschuhen, Perlenketten und ausgefallenen Einzelstücken. Normalerweise der perfekte Ort, um sich für Partys und Karneval einzukleiden. Also Veranstaltungen, die momentan nicht stattfinden.

Aber nicht nur die fehlenden Feiern sind Schuld an der schleppenden Terminvergabe. Viele Kundinnen fühlen sich auch unwohl, wenn extra ihretwegen der Laden öffnet und sie aber nur stöbern möchten: "Ich würde mich auch unter Druck gesetzt fühlen, etwas zu kaufen", sagt Eva Unverdross. Sie überlegt nun, keine Termine mehr zu vergeben.

Korrektur: In einer ersten Version des Artikels haben wir geschrieben, dass auch die Firma Carhartt ihren Laden weiter geschlossen hat. Dies ist falsch, der Laden ist seit dem 8.3. für Kunden mit Termin wieder geöffnet. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtungen vor Ort

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: