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Kölner Uniklinik-Direktor warnt: "Es ist fünf nach zwölf"

Von t-online
Aktualisiert am 14.04.2021Lesedauer: 2 Min.
Michael Hallek (Archivbidl): Er warnt vor einer "gefährlich hohen Inzidenzgrenze".
Michael Hallek (Archivbild): Er warnt vor einer "gefährlich hohen Inzidenzgrenze". (Quelle: Eventpress/imago-images-bilder)
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Die Situation auf den Intensivstationen der Stadt Köln spitzt sich weiter zu. Klinikdirektor Michael Hallek warnte davor, Maßnahmen von einer 100er-Inzidenz abhängig zu machen.

"Wir, die in der Intensivmedizin arbeiten, sind über die Langsamkeit der Entscheidungen enttäuscht", sagte Michael Hallek in den "Tagesthemen" im ARD. "Ein bisschen auch entsetzt", fügte der Direktor der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln hinzu. "Weil wir jetzt einen Anstieg der Intensivpatienten haben auf vielen deutschen Intensivstationen." In "so einer Situation" sei das Tempo von Entscheidungen wichtig, um die Krise zu beenden.

Da man schon seit Wochen darauf hinweise, dass die Situation kritisch werde, wünsche man sich schnellstmögliche Entscheidungen. Einige Vorschläge aus der "Bundesnotbremse" seien gut, nur: "Es passiert zu langsam und zu spät."

Außerdem warnte Hallek: "Eine Inzidenzgrenze von 100, die früher mal die Obergrenze war, ist wahrscheinlich zu spät und zu ungenau". Die Grenze sei für die Pandemiebekämpfung "gefährlich hoch" eingestellt. "Das ist ungefähr so, als würden Sie auf einem ganz engen Weg in den Dolomiten mit Tempo 100 fahren dürfen und Sie wissen, dass schon bei 30 der Absturz droht."

Hallek erwartet in den nächsten Wochen einen weiteren Anstieg der Intensivpatienten in Kliniken deutschlandweit. Laut dem Klinikdirektor sei es schon "fünf nach zwölf", wie er es ausdrückte.

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Triage-Situation nicht auszuschließen

"Nur aufgrund der extremen Einsatzbereitschaft der Mediziner und des pflegenden Personals und aufgrund der extremen Flexibilität unseres Berufes können wir solche Krisen immer wieder einigermaßen hinbekommen."

Er warnte jedoch davor, dass sich die Lage verschlimmern könnte: Im WDR sagte er auf die Frage, wie viel Zeit noch bliebe, um eine Triage zu verhindern: "Also wenn die Zahlen weiter steigen, ist das noch eine Woche." Unter Triage wird in der Notfall- und Katastrophenmedizin die Einteilung von Verletzten oder Erkrankten im Fall eines Massenaufkommens von Patienten verstanden. Die Entscheidung darüber, wer behandelt wird, richtet sich dabei nach der Schwere der Infektion, Krankheit oder Verletzung.

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