• Home
  • Regional
  • Mainz
  • Ministerium vertraute in Flutnacht dem Katastrophenschutz


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextGehaltserhöhung fĂŒr Olaf ScholzSymbolbild fĂŒr einen TextWĂ€rmepumpen fĂŒr alle? Neue OffensiveSymbolbild fĂŒr einen TextPutin reagiert auf Witze der G7-ChefsSymbolbild fĂŒr ein VideoKopflose Leiche in Bonn: Neue DetailsSymbolbild fĂŒr einen TextGottschalk wettert gegen JungstarsSymbolbild fĂŒr einen TextFahrer erleidet Verbrennungen: VW-RĂŒckrufSymbolbild fĂŒr einen TextTote Migranten: Fahrer verstellte sichSymbolbild fĂŒr einen TextTed Cruz zettelt Streit mit Sesamstraße anSymbolbild fĂŒr einen TextJean PĂŒtz spricht ĂŒber Krebs-OPSymbolbild fĂŒr einen TextCameron Diaz feiert ComebackSymbolbild fĂŒr einen TextTennis: Deutsche attackiert PartnerinSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserEx-F1-Star hat Mitleid mit Mick SchumacherSymbolbild fĂŒr einen TextSchlechtes Hören erhöht das Demenzrisiko

Ministerium vertraute in Flutnacht dem Katastrophenschutz

Von dpa
08.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe
Abgeordnete kommen zur Sitzung des Untersuchungsausschusses Flutkatastrophe im Landtag von Rheinland-Pfalz zusammen. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

"Eine schwere, aber beherrschbare Hochwassersituation" - mit diesen Worten hat der rheinland-pfÀlzische Innenminister Roger Lewentz den anfÀnglichen Eindruck in der Nacht der Flutkatastrophe im Ahrtal zusammengefasst. Der SPD-Politiker schilderte dem Untersuchungsausschuss des Landtags am Freitag seinen Besuch in der Einsatzzentrale des Landkreises Ahrweiler am 14. Juli 2021: "Ich habe den Eindruck gehabt, dass man wirklich sehr kompetent und konzentriert arbeitet, weil man seine Region auch sehr genau kennt."

Erst am nĂ€chsten Morgen sei nach und nach das Ausmaß der "grĂ¶ĂŸten Katastrophe" sichtbar geworden, "die Deutschland nach dem Krieg heimgesucht hat" - mit 134 Toten allein im Ahrtal und 184 insgesamt in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Mit seinem Besuch in der Technischen Einsatzleitung in Bad Neuenahr-Ahrweiler habe er "der kommunalen Ebene den RĂŒcken stĂ€rken" wollen, sagte Lewentz in der Befragung durch den Ausschuss. Weder auf der Fahrt nach Bad Neuenahr-Ahrweiler noch rund 25 Minuten spĂ€ter auf der RĂŒckfahrt habe er Hinweise auf SchĂ€den wahrgenommen. "Es hatte eigentlich andere örtliche Schwerpunkte" sagte Lewentz mit Blick auf das Ausrufen des Katastrophenfalls im Kreis Vulkaneifel und Berichten aus anderen Gebieten der Eifel.

Ihm sei nicht bekannt gewesen, dass Landrat JĂŒrgen Pföhler (CDU) "nur kurz" in der Einsatzzentrale anwesend gewesen sei, sagte der Minister. Auch habe er nicht gewusst, dass der Landrat die Einsatzleitung an den Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) delegiert habe. Gegen beide ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen eines Anfangsverdachts der fahrlĂ€ssigen Tötung und fahrlĂ€ssigen Körperverletzung durch Unterlassen wegen womöglich zu spĂ€ter Warnungen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Warum Putin nicht verhaftet wird
Wladimir Putin: Der russische PrÀsident besuchte erstmals nach Beginn des Ukraine-Krieges mit Tadschikistan und Turkmenistan zwei auslÀndische Staaten.


Nach weiteren Erkundungen und TelefongesprĂ€chen sei er etwa zwei Stunden nach Mitternacht schlafen gegangen, sagte der Minister. Am frĂŒhen Morgen habe er mit MinisterprĂ€sidentin Malu Dreyer (SPD) telefoniert, mit dem PolizeiprĂ€sidium Koblenz, mit der Bundespolizei und anderen. Dann sei er wieder nach Bad Neuenahr-Ahrweiler gefahren und zunĂ€chst von einer Polizeisperre aufgehalten worden. "Die BrĂŒcke war weg - das war mein erster tatsĂ€chlicher Eindruck von dem, was dort geschehen sein muss."

Es sei in den Lagemeldungen am 14. Juli auch nicht ansatzweise von einer Flutkatastrophe die Rede gewesen, sagte auch der StaatssekretĂ€r im Innenministerium, Randolf Stich (SPD). Nach den ihm zugegangenen Informationen "konnte man davon ausgehen, dass der zustĂ€ndige Katastrophenschutz vor Ort aktiv ist". Er habe "keine Hinweise fĂŒr die Notwendigkeit" gesehen, "weiteres zu veranlassen", sagte Stich.

"Es war eine FlĂ€chenlage, die mehrere Kreise betroffen hat", sagte der Referatsleiter der ĂŒberregionalen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Heinz Wolschendorf. "Dass es so dramatisch aussieht im Kreis Ahrweiler, ist erst am 15. im Laufe des Tages richtig klar geworden." Die ADD habe zunĂ€chst auch keinen Hinweis darauf gehabt, dass eine technische Einsatzleitung nicht funktioniere, sagten Wolschendorf und ADD-PrĂ€sidert Thomas Linnertz. "Die Kreise mĂŒssen, wenn sie sich ĂŒberfordert fĂŒhlen, Kontakt suchen", sagte Wolschendorf in seiner rund dreieinhalbstĂŒndigen Vernehmung im Landtag. Sonst gebe es keine Anhaltspunkte, dies anzunehmen.

Der als SachverstĂ€ndige zugeschaltete Direktor des Kieler Instituts fĂŒr Krisenforschung, Frank Roselieb, sah deutliche Defizite im Umgang mit der Katastrophe - vor allem beim damaligen Landrat an der Ahr, JĂŒrgen Pföhler (CDU), aber auch bei der frĂŒheren Umweltministerin Anne Spiegel (GrĂŒne).

Der Obmann der Freien WĂ€hler, Stephan Wefelscheid, sagte: "Direktor Roselieb hat der gesamten Landesregierung kein gutes Zeugnis ausgestellt und untermauert mit seinen Aussagen die Forderung der Freien WĂ€hler-Landtagsfraktion nach einem sofortigen RĂŒcktritt von Anne Spiegel."

Der Vertreter der GrĂŒnen, Carl-Bernhard von Heusinger, schloss sich Roseliebs Kritik an Landrat Pföhler ausdrĂŒcklich an. Die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr den Katastrophenschutz aber liege zu keiner Zeit beim Klimaschutzministerium. "Dieses hat die Hochwasserdaten vollstĂ€ndig und rechtzeitig an die zustĂ€ndigen Stellen ĂŒbermittelt und ist damit seiner Verantwortung vollumfĂ€nglich nachgekommen."

In den vergangenen sieben Monaten war es im Untersuchungsausschuss vor allem um Wetterwarnungen, den Umgang damit und um die Rolle des Landesamts fĂŒr Umwelt gegangen. Die damalige fĂŒr das Landesamt und den Hochwasserschutz zustĂ€ndige Ministerin Spiegel war bereits am 11. MĂ€rz gehört worden.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Themen
CDUDeutschlandEifelSPD

t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website