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"Regelrechtes Waffenlager" bei mutmaßlichem Extremisten


"Regelrechtes Waffenlager" bei mutmaßlichem Extremisten

Von dpa
19.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Polizei BayernVergrößern des BildesEine Polizistin trägt ein Abzeichen der bayerischen Polizei. (Quelle: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Bei dem bayerischen Mitglied der mutmaßlichen Extremistengruppe, die die Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplant haben soll, ist nach Angaben der Ermittler ein "regelrechtes Waffenlager" gefunden worden. Das berichtete die zuständige Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Dienstag.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann aus dem niederbayerischen Kreis Landshut sich aktiv an den geplanten staatsfeindlichen Aktionen beteiligen und Waffen einsetzen oder beschaffen wollte.

In seinem Haus hätten überall Schusswaffen und Teile von Schusswaffen herumgelegen, berichtete der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Darunter seien eine Kiste mit Munition, zahlreiche Pistolen und Messer, aber auch Langwaffen, Pfeile, eine Armbrust und eine Schnellfeuerarmbrust sowie eine Wurfaxt gewesen. In dem Haus fanden die Ermittler auch die Uniform mit den SS-Runen sowie eine Reichsflagge, Fotos mit Reichsflaggen und fünf neue, leere Benzinkanister. Auch Bücher, in denen es um Verschwörungen gegen Deutschland gehe, seien entdeckt worden.

Die Beschuldigten sollen nicht nur die Entführung von Lauterbach, sondern auch Sprengstoffanschläge in Deutschland geplant haben. Damit hätten sie die Bevölkerung den Ermittlern zufolge in Angst und Schrecken versetzen und das angestrebte Chaos nutzen wollen, um die Macht in Deutschland zu übernehmen.

Die insgesamt vier in Untersuchungshaft genommenen Männer hätten sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Ihnen werden die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Die Auswertung der sichergestellten Datenträger werde noch einige Zeit dauern. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte von Rechtsterrorismus gesprochen.

Nach Einschätzung der Ermittler handelt es sich bei den Beschuldigten um sogenannte Reichsbürger, Gegner der Corona-Politik und Verschwörungstheoretiker. Die Extremisten tauschten sich in einer Chatgruppe aus. Sie nannten sich nach Angaben der Ermittler "Vereinte Patrioten", zuweilen aber auch "Deutschland Tag X", oder gaben sich weitere Namen. Zu der Gruppierung sollen etwa 70 Mitglieder zählen.

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