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Nürnberg schafft Nachverfolgung nicht mehr

Von dpa, MaM

Aktualisiert am 02.11.2021Lesedauer: 2 Min.
Medizinisches Personal beim Coronatest (Symbolbild): Nürnberger Infizierte sollen ihre Kontaktpersonen derzeit selbstständig informieren.
Medizinisches Personal beim Coronatest (Symbolbild): Nürnberger Infizierte sollen ihre Kontaktpersonen derzeit selbstständig informieren. (Quelle: KS-imago/imago-images-bilder)
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Nürnberg kämpft mit der Corona-Herbstwelle. Das Gesundheitsamt kommt mit der Bearbeitung der steigenden Infektionszahlen nicht mehr hinterher. Die Bürger sollen nun Eigenverantwortung zeigen.

Die Corona-Fallzahlen in Nürnberg sind zum Wochenende explodiert. Die Stadt meldet, derzeit nicht mehr mit der Bearbeitung der Infektionsfälle hinterherzukommen und appelliert nun an die Eigenverantwortung der Bürger und Bürgerinnen.

Wie die Stadt in einer Pressemitteilung erklärt, seien mehrere Hundert Coronafälle sowie Änderungsmeldungen von Samstag und Sonntag unbearbeitet. Die Kontaktaufnahme mit Betroffenen und möglichen Infizierten könne "aufgrund des sprunghaften Anstiegs von gemeldeten Infektionsfällen" im Augenblick nur verzögert erfolgen.

Nürnberg appelliert an Infizierte und Kontaktpersonen

"Personen, die eine Nachricht über einen positiven PCR-Test erhalten, werden gebeten, sich unverzüglich in Isolation zu begeben", so die Stadt. Die Stadt bittet die Infizierten darüber hinaus darum, Personen, zu denen sie in den letzten beiden Tagen engeren Kontakt hatten, selbstständig zu informieren. Auch diese müssten sich dann in Quarantäne begeben.

Die Dauer der Quarantäne beträgt in Bayern derzeit zehn Tage, kann jedoch nach sieben Tagen vorzeitig beendet werden, sollten keine Krankheitssymptome auftreten und ein Antigentest negativ verlaufen sein. Das Gesundheitsamt werde mit allen Infizierten noch Kontakt aufnehmen und die Dauer sowie die Beendigung der Isolation mitteilen, hieß es.

Inzidenz wahrscheinlich viel höher

Der Bearbeitungsverzug habe auch Auswirkungen auf die Fallzahlen, die an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gemeldet wurden, teilte die Stadt Nürnberg mit. Die Meldungen bilden die Basis für die veröffentlichten Zahlen des Robert Koch Instituts (RKI), weshalb die auf Nürnberg bezogenen Meldungen des RKI an den kommenden Tagen nicht die reale Situation abbilden könnten. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut RKI am Sonntag bei 198,4, am Freitag bei 223,8.

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Das Nürnberger Gesundheitsamt hat das Team, das die Meldungen bearbeitet, den Angaben zufolge bereits kurzfristig "soweit wie möglich" verstärkt. Weitere Aufstockungen sind demnach vorgesehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes Bayern in der Corona-Pandemie für Aufsehen sorgt. Erst im vergangenen Herbst musste die Bundeswehr zur Bewältigung der Fallzahlen anrücken und das Gesundheitsamt verstärken. Dieses war zudem wegen etlicher Datenpannen in die Kritik geraten.

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  • Meike Kreil
Von Meike Kreil
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