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König: "Rechthaberei führt zu schweren Unfällen"

  • Marianne Max
Von Marianne Max

Aktualisiert am 30.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Marcus König, Oberbürgermeister von Nürnberg, bei einer Radtour (Archivbild): Das beste Verkehrsmittel, so König, ist nicht immer das bequemste.
Marcus König, Oberbürgermeister von Nürnberg, bei einer Radtour (Archivbild): Das beste Verkehrsmittel, so König, ist nicht immer das bequemste. (Quelle: Stadt Nürnberg/Anestis Aslanidis/leer)
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Klimaschutz, Pendlerverkehr und Sicherheit – Marcus König, Oberbürgermeister von Nürnberg, hat t-online verraten, was hinsichtlich des Stadtverkehrs seine größte Herausforderung für das kommende Jahr ist.

Anfang des Jahres 2021 hat Nürnberg einen Mobilitätsbeschluss gefasst. Dieser sieht vor, die Mobilität "stadtverträglich, effizient und ökologisch" zu gestalten. t-online hat Marcus König (CSU), Oberbürgermeister von Nürnberg, gefragt, ob das geklappt hat – und was noch getan werden muss.

Hinweis: Das Interview wurde schriftlich geführt.

t-online: Wo wurden in Nürnberg 2021 im Bereich Mobilität die meisten Fortschritte gemacht?

Marcus König: Nürnberg hat sich Anfang 2021 einen wegweisenden Mobilitätsbeschluss gegeben. In ihm wurde die Stärkung des ÖPNV, des Radfahrens und des Zu-Fuß-Gehens nicht nur verbal, sondern mit einer großen Zahl von Projekten hinterlegt. Das Programm umfasst Radschnellwege, Radvorrangrouten, neue Straßenbahnlinie, bessere Taktung im ÖPNV, eine Fußgängerstrategie und Quartiersgaragen für Autofahrer, die mehr Platz für Menschen und Grün im öffentlichen Raum schaffen werden. Entsprechend wurden 2021 die ersten größeren Planungen begonnen, vor allem aber mit dem Beschluss zum Haushalt 2022 trotz knapper Kassen ein wesentlicher Teil des nötigen Personals bereitgestellt.

Damit Nürnberg künftig CO2-neutral sein kann, muss sich im Mobilitätssektor noch einiges tun. Wo sehen Sie die größten Baustellen?

Der ÖPNV ist das Herz der Mobilität in Nürnberg. Das kostet uns viel Geld, das ist aber gut angelegt. Nürnberg hat eine der größten E-Bus-Flotten in Deutschland und diese Flotte wächst weiter. Straßenbahn und U-Bahn fahren klimaneutral, Radler ohnehin. Viel zu tun bleibt bei der individuellen Mobilität, vor allem bei dem Pendlerverkehr aus den Landkreisen. Hier setze ich auf bessere Angebote im ÖPNV und moderate Erschwernisse in der Zugänglichkeit für den Autoverkehr, vor allem dort, wo es gute Alternativen gibt. In der Stadt bauen wir die elektrische Ladestruktur bedarfsgerecht aus, auch mit Experimenten wie dem Audi-Elektro-Hub an der Messe, vielleicht einer "Tankstelle der Zukunft".

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Was sind Ihre Ideen, um Bus und Bahn noch attraktiver für Ihre Bürger zu machen?

Der wichtigste Punkt im ÖPNV ist das Netz, sehr gute Verbindungen, sehr gute Takte, sehr hohe Anschlusstreue. Wer zweimal den Anschluss verpasst hat, überlegt sich, ob er wieder Auto fahren will. Und dann natürlich Sicherheit und Sauberkeit. In Nürnbergs ÖPNV sind wir da aktuell herausragend gut, das soll so bleiben. Der ÖPNV muss nicht nur pünktlich, schnell und sicher sein, er muss auch Spaß machen. Dazu ist ein gewisses Entertainment "an Bord" gut, mit dem WLAN in Bussen und Bahnen unserer VAG klappt da schon vieles vorbildlich.

Wie wollen Sie Radfahrende und Fußgänger besser vor schweren oder tödlichen Unfällen schützen?

"Vision zero" ist der erste Programmpunkt im Mobilitätsbeschluss. Wir leiden an einer gewissen Rücksichtslosigkeit im Verkehr – das "Ich habe recht" führt weiter zu schweren Unfällen. Wir haben in der Schulwegsicherheit mit großem Aufwand erreicht, dass kein Kind mehr auf dem Schulweg gestorben ist – die Erfolge dieser Maßnahmen will ich auf Erwachsene und vor allem Senioren übertragen. Letztere sind die häufigsten Opfer im städtischen Verkehr, in der Regel als Fußgängerinnen oder Radler.

Viele beklagen, dass verschiedene Mobilitätsformen gegeneinander ausgespielt werden. Radfahrer gegen Autofahrer, Autofahrer gegen ÖPNV-Nutzer. Wie können die verschiedenen Arten der Mobilität miteinander versöhnt werden?

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Mobilität ist immer "multimodal", kein Mensch ist allein Radler, niemand fährt nur Auto. Mir geht es darum, dass für jeden Zweck einer kleinen oder großen Reise das beste Verkehrsmittel zur Verfügung steht und dann auch genutzt wird. Das ist nicht immer der bequemste Weg, sich fortzubewegen, weil "das Beste" eben auch unter dem Gesichtspunkt von Stadtverträglichkeit, Lärmschutz oder Klima zu bewerten ist. Insofern denke ich nicht, dass es um "Versöhnen" geht, es geht um "stadtgerecht gestalten", und das ist an jedem Ort eine andere Entscheidung. Klar ist: Jeder und jede ist aufgerufen, mehr Verständnis und Toleranz für die Bedürfnisse anderer mitzubringen.

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