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Brandanschlag auf Ulmer Synagoge: Stadt zeigt Solidarität

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Brandanschlag auf Ulmer Synagoge: Stadt zeigt Solidarität

05.06.2021, 10:40 Uhr | dpa

Brandanschlag auf Ulmer Synagoge: Stadt zeigt Solidarität. Synagoge in Ulm beschädigt

Ermittler der Polizei sammeln Beweise an der Synagoge. Foto: Ralf Zwiebler/dpa (Quelle: dpa)

Auch am nächsten Morgen ist der dunkle Rußfleck an der Fassade der Ulmer Synagoge noch zu sehen. Ein Unbekannter hatte am frühen Samstagmorgen einen Brandanschlag auf das Gotteshaus der jüdischen Gemeinde verübt. Der Täter ist weiter flüchtig, wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag sagte. Politiker verurteilten den Anschlag mit deutlichen Worten und kündigten einen besseren Schutz jüdischer Einrichtungen an.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann verurteilte die Tat als "niederträchtig". Der Anschlag zeige das heimtückische Gesicht des Antisemitismus, dem man klar und deutlich entgegentrete, teilte der Grünen-Politiker am Samstag in Stuttgart mit. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte laut eines Sprechers, Brandsätze gegen Synagogen zu werfen, sei widerwärtig. Wer versuche, eine Synagoge anzuzünden, den werde die volle Härte des Rechtsstaates treffen. Der evangelische Landesbischof Frank Otfried July teilte mit, der verabscheuenswürdige Brandanschlag habe die Landeskirche tief erschüttert. "Das hässliche Gift des Antisemitismus wirkt weiter. Es zeigt sich erneut, wie wichtig Aufklärung ist", sagte July.

Ein Unbekannter soll nach Angaben der Polizei am frühen Samstagmorgen aus einer Flasche eine Flüssigkeit an der Fassade der Synagoge ausgeleert und angezündet haben. Ein Zeuge beobachtete den Mann und rief umgehend die Feuerwehr. Diese konnte das Feuer schnell löschen und so einen größeren Schaden verhindern. Die Fassade der Synagoge sowie eine Glasscheibe wurden demnach beschädigt. Da dies alles noch vor dem Gottesdienst am Samstag geschah, befand sich noch keiner in der Synagoge, wie der Rabbiner der Ulmer Gemeinde, Shneur Trebnik, mitteilte. Trebnik geht davon aus, dass die Tat geplant war. Zuletzt habe es vermehrt Anfeindungen gegen die Gemeinde gegeben.

An den Ermittlungen sind laut Innenminister Strobl auch das Landeskriminalamt und Spezialisten des Staatsschutzes beteiligt. Die Schutzmaßnahmen in Ulm seien hochgefahren worden. Die Gefährdung der jüdischen Einrichtungen im Land werde geprüft. Die Ermittlungen der Polizei liefen mit Hochdruck, hieß es.

Für den Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) steht die Tat im Zusammenhang mit dem aktuellen Nahostkonflikt. Der Brandanschlag auf die Ulmer Synagoge zeige leider, dass die Täter den Konflikt im Nahen Osten auch nach Ulm tragen wollten. Dem immer wieder aufflammenden Antisemitismus müsse man mit Nachdruck und Entschiedenheit entgegentreten, sagte das Stadtoberhaupt.

Als Reaktion auf die Tat versammelten sich am Samstagabend zahlreiche Bürger, Vertreter von Kirchen und Parteien zu einer Mahnwache vor der Synagoge. Der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Michael Blume, hielt eine Rede. Es kamen laut Polizei rund 200 Menschen auf dem Platz vor der Synagoge zusammen. Am Sonntag versammelten sich zudem ebenfalls zahlreiche Menschen als Zeichen gegen Antisemitismus auf dem Münsterplatz in Ulm.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Manuel Hagel, teilte mit, die Täter müssten mit der vollen Härte der Gesetze rechnen. Man stehe gemeinsam gegen Antisemitismus. "Jüdisches Leben gehört zu uns, wie in Ulm die Donau und das Münster", so Hagel. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz und der grüne Ulmer Landtagsabgeordnete Michael Joukov-Schwelling verurteilten die Tat in einer gemeinsamen Mitteilung als "feige und verachtenswert". Jeder Angriff gegen Jüdinnen und Juden oder ihre Versammlungsorte sei ein Angriff gegen das Wertesystem und die Grundwerte der Demokratie.

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