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Politischer Protest bei WM in Katar: Iran-Spieler singen Nationalhymne nicht mit


Iranische Spieler schweigen bei der Hymne – Fans jubeln

Von Benjamin Zurmühl, Doha

Aktualisiert am 21.11.2022Lesedauer: 2 Min.
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Die iranische Nationalmannschaft vor dem Anpfiff: Bei der Hymne schwiegen die Spieler.
Die iranische Nationalmannschaft vor dem Anpfiff: Bei der Hymne schwiegen die Spieler. (Quelle: MARKO DJURICA)
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Gegen England steht der Iran erstmals bei dieser WM auf dem Platz. Doch schon vor dem Anpfiff kam es zu beeindruckenden Szenen im Stadion.

Irans Nationalmannschaft hat aus Protest bei der Nationalhymne ihres Landes geschwiegen. Vor dem WM-Auftaktspiel gegen England sangen die elf Akteure in Rot nicht mit, während die Musik über die Stadionlautsprecher lief. Die iranischen Fans honorierten das mit tosendem Applaus und hielten die Finger zum Peace-Zeichen hoch. Damit solidarisierten sich sowohl Mannschaft als auch Zuschauer mit den Demonstranten in ihrem Land.

Als kurz darauf die Mannschaft gemeinsam in einem Kreis auf die Knie ging, wurde der Beifall von den Rängen noch lauter. "Iran! Iran"-Rufe waren zu hören, einzelne Menschen brachen sogar in Tränen aus. Auch aus dem englischen Block gab es dafür Applaus.

Nach 22 Minuten waren zudem von ein paar Fans hinter dem iranischen Tor "Mahsa Amini"-Rufe zu hören. Die junge Iranerin war Mitte September im Alter von 22 Jahren im Zuge ihrer Inhaftierung gestorben und wurde zur Symbolfigur für die Proteste im Land.

"Rise with the women of Iran"

Schon vor dem Khalifa-International-Stadion in Doha waren vor dem Spiel alle Augen auf die iranischen Fans gerichtet. Nicht nur, weil sie aufgrund der geografischen Nähe zu Katar in einer Vielzahl vertreten waren.

Sondern vor allem, weil in ihrem Land große Proteste gegen die Regierung stattfinden. Einige trugen T-Shirts mit Aufschriften wie "Rise with the women of Iran" (zu Deutsch: Erhebt euch mit den Frauen im Iran).

Iranische Fans vor dem Khalifa International Stadium.
Iranische Fans vor dem Khalifa-International-Stadion.

Kapitän Ehsan Hajsafi hatte am Sonntag auf der Pressekonferenz über die Protestierenden gesagt: "Sie sollen alle wissen, dass wir bei ihnen sind und sie unterstützen. Wir leiden mit ihnen."

Bereits bei einem Testspiel gegen Nicaragua vor anderthalb Wochen schwiegen die iranischen Spieler bei der Hymne.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen und Gespräche vor Ort
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