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Christian Prokop: "Titelverteidigung nicht selbstverständlich"

Bundestrainer Christian Prokop im Interview  

"EM-Titelverteidigung ist nicht selbstverständlich"

Ein Interview von Benjamin Zurmühl

18.12.2017, 12:18 Uhr
Christian Prokop: "Titelverteidigung nicht selbstverständlich". Für Christian Prokop ist die EM in Kroatien das erste Turnier als Handball-Bundestrainer. (Quelle: imago images/Camera 4)

Für Christian Prokop ist die EM in Kroatien das erste Turnier als Handball-Bundestrainer. (Quelle: Camera 4/imago images)

Die "Bad Boys" sind zurück. Deutschlands Handball-Nationalmannschaft spielt bei der EM in Kroatien um die Titelverteidigung. Eine schwere, aber nicht unmögliche Aufgabe.

Im Interview mit t-online.de spricht Bundestrainer Christian Prokop vor dem Turnier (12. bis 28. Januar) über die deutschen Chancen, die Hauptkonkurrenten um den Titel und verrät, was er abseits des Handballs mit den Spielern plant.

t-online.de: Herr Prokop, seit einem halben Jahr sind Sie „nur“ noch als Bundestrainer tätig. Vermissen Sie den Vereinssport?

(lacht) Nein, so ist es nicht. Die Familie freut sich, dass ich öfter beim Abendbrot anwesend bin. Der Beruf Bundestrainer ist sehr vielschichtig und interessant mit vielen Terminen.

Es fällt Ihnen also nicht schwer, nicht mehr wöchentlich an der Seitenlinie zu stehen?

Ich habe mich lange damit auseinandergesetzt und mich bewusst dafür entschieden, von daher kann ich gut damit umgehen.

Im Januar steht Ihr erstes Turnier als Bundestrainer an. Was sind Ihre größten Herausforderungen?

Innerhalb kürzester Zeit konstant starke Leistungen zu verlangen und auch selbst zu bringen. Die Leistungsdichte bei einer EM ist enorm hoch. Neben der taktischen Umsetzung des Erarbeiteten müssen wir mit hohem Einsatz und mannschaftlicher Geschlossenheit spielen, um hohe Ziele zu erreichen.

Neben dem Sportlichen spielt ja auch das Zusammenleben der Mannschaft bei einem Turnier eine wichtige Rolle. Sind Sie in dem Punkt ein strenger Trainer oder gibt es eher wenig Regeln für die Spieler?

Als streng würde ich mich eher nicht bezeichnen, ich mag die 100-prozentige Identifikation mit unserer Sportart und lege großen Wert auf respektvollen Umgang und Professionalität. Für den gemeinsamen Erfolg müssen alle Beteiligten intensiv und diszipliniert arbeiten.

Wie sieht es mit Teambuilding-Maßnahmen außerhalb des Handballs aus?

Der beste Teamgeist entsteht über den Erfolg. Es gibt nicht viel Schöneres, als gemeinsam zu gewinnen. Wir haben nur eine knappe Vorbereitungszeit zur Verfügung, da stehen vor allem taktische Elemente im Vordergrund. Die eine oder andere Aktivität außerhalb des Handballs wird mit eingebaut.

Was haben Sie da zum Beispiel im Kopf?

Go-Kart fahren oder Bowling spielen. Es ist wichtig, dass sich die Spieler außerhalb des Handballs weiter besser kennenlernen und über andere Dinge sprechen können. Aber wir wollen gemeinsam ein großes Ziel erreichen und müssen dafür hart arbeiten, das ist unser Hauptfokus.

Sie sprechen von einem großen Ziel. Was ist das?

Das besteht aus vielen Teilzielen. Wir wollen eine erfolgreiche EM spielen, aber eine Titelverteidigung darf nicht als selbstverständlich angesehen werden. Wir haben eine harte Vorrundengruppe. Da werden maximaler Einsatz und positive Körpersprache neben der Umsetzung der Taktik entscheidend sein.

Wer sind denn die Hauptkonkurrenten auf den Titel?

Weltmeister Frankreich ist immer zu nennen. Genauso wie Olympiasieger Dänemark. Dann zählen natürlich die Kroaten zum Favoritenkreis, die sich im eigenen Land zusammen mit ihren Fans für den Titel zerreißen werden. Slowenien ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Sie sind nicht umsonst WM-Dritter geworden. Norwegen stand bei der WM sogar im Finale, ist eine absolute Tempo-Mannschaft. Und dann haben wir noch gar nicht über Spanien oder Ungarn gesprochen.

Der dreimalige Welthandballer Nikola Karabatic wurde 2016 mit Frankreich Weltmeister. (Quelle: imago images/PanoramiC)Der dreimalige Welthandballer Nikola Karabatic wurde 2016 mit Frankreich Weltmeister. (Quelle: PanoramiC/imago images)

Sie haben Ende Oktober zwei Top-Spiele gegen Spanien gespielt. Welcher Spieler hat Sie am meisten überzeugt?

Wir haben beim ersten Spiel in Magdeburg sowohl in der Abwehr als auch im Angriff viele Abstimmungsprobleme gezeigt. Andreas Wolff hat das mit starken Paraden kompensiert, und in Berlin beim zweiten Spiel war Silvio Heinevetter ein Garant für unseren Erfolg. Wir müssen uns aber insgesamt in der Umsetzung unseres Gesamtsystems und insbesondere in der Abwehr steigern, um dem Gegner mehr Angriffe wegzunehmen. Das ist entscheidend, um bei der EM erfolgreich zu sein.

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