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Frust bei Handball-Frauen nach Aus gegen Spanien

Von dpa
Aktualisiert am 15.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Deutschlands Handballerinnen nach dem verlorenen Spiel gegen Spanien.
Deutschlands Handballerinnen nach dem verlorenen Spiel gegen Spanien. (Quelle: Marco Wolf/wolf-sportfoto/dpa./dpa)
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Barcelona (dpa) - Gezeichnet von einer kurzen Nacht zog Henk Groener eine ern├╝chternde WM-Bilanz. Das Treuebekenntnis der Verbandsspitze war f├╝r den Bundestrainer der deutschen Handball-Frauen nach dem entt├Ąuschenden Aus im Viertelfinale dabei nur ein schwacher Trost.

"Wir haben im Turnier gezeigt, dass wir gewachsen sind, am Ende aber leider auch gemerkt, dass wir noch nicht so gewachsen sind, um die entscheidenden Spiele erfolgreich gestalten zu k├Ânnen", sagte Groener vor dem R├╝ckflug der deutschen Mannschaft von Barcelona nach Mannheim. Ohne die erhoffte Medaille kehrte der 61 Jahre alte Niederl├Ąnder mit seinen Sch├╝tzlingen in die Heimat zur├╝ck - wieder einmal.

Groener soll Bundestrainer bleiben

Trotz der Entt├Ąuschung ├╝ber das 21:26 im K.o.-Spiel gegen Gastgeber Spanien will der Deutsche Handballbund an der Zusammenarbeit mit Groener festhalten. "Ich stehe zu meiner Aussage, dass er der richtige Trainer ist", betonte DHB-Pr├Ąsident Andreas Michelmann vor der Abreise. Auch Sportvorstand Axel Kromer m├Âchte den Ende April 2022 auslaufenden Vertrag mit Groener gerne verl├Ąngern. "Warum sollte ich das nicht wollen? Wenn sich etwas auf dem richtigen Weg befindet, ist Konstanz im Trainerteam wertvoll. Ich habe ein gutes Gef├╝hl", sagte Kromer. ├ťber einen neuen Vertrag entscheidet das DHB-Pr├Ąsidium bei seiner n├Ąchsten Sitzung im Februar kommenden Jahres.

Dass die DHB-Auswahl weiter auf die erste Medaille seit WM-Bronze 2007 wartet, liegt nach Ansicht von Michelmann nicht am Bundestrainer. "Ich bin sehr angenehm ber├╝hrt davon, wie die Mannschaft und der Trainer mit seinem gesamten Staff miteinander umgehen. Das passt alles", schilderte der 62 Jahre alte DHB-Boss seine in den WM-Tagen gewonnenen Eindr├╝cke.

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"Ohne Geld wird das alles nicht gehen"

Die Trainerfrage sei ohnehin nicht das Problem im deutschen Frauen-Handball. "Wir m├╝ssen kurzfristig an der Qualit├Ąt der Spielerinnen arbeiten und langfristig Strukturen schaffen, die andere L├Ąnder schon l├Ąngst haben. Das ist doch unser Problem. Es wird Zeit, dass die Liga langsam aus der Br├╝he kommt. Und f├╝r die Landesverb├Ąnde gilt das Gleiche. Ohne Geld wird das alles nicht gehen", sagte Michelmann. Das Ziel ist klar formuliert: Sp├Ątestens bei der Heim-WM 2025 soll die DHB-Auswahl so konkurrenzf├Ąhig sein, dass sie den letzten Schritt in die Weltspitze gehen kann.

Deshalb wird Sportvorstand Kromer gemeinsam mit Groener, der sich zu seiner Zukunft beim DHB zun├Ąchst nicht ├Ąu├čern wollte, die WM-Endrunde tiefgreifend analysieren. F├╝r den wahrscheinlichen Fall, dass Groener im Amt bleibt, hat der Bundestrainer bereits eine To-Do-Liste im Kopf. "Wir sinken im Niveau noch zu tief, wenn es mal nicht so l├Ąuft. Ob die Gr├╝nde daf├╝r im technischen, taktischen oder mentalen Bereich liegen, werden wir aufarbeiten. Es ist auch klar, dass unser Positionsangriff besser werden muss", benannte Groener einige Punkte. Das Zauberwort lautet Konstanz, denn die WM habe gezeigt, dass "das absolute Leistungsniveau in Ordnung ist."

Gerade deshalb sa├č der Frust bei den Spielerinnen tief. "Wir wissen, dass wir es eigentlich besser k├Ânnen. Es ist schade, dass wir es in einem Spiel, wo es ums Halbfinale geht, nicht hinbekommen", sagte Kreisl├Ąuferin Meike Schmelzer. F├╝r R├╝ckraumspielerin Alina Grijseels stand fest: "Mit 100 Prozent h├Ątten wir das Spiel gewonnen. Wir haben leider nicht unsere beste Leistung gezeigt." Daran gilt es nun weiter zu arbeiten. Die n├Ąchste Chance bietet sich bei der EM 2022.

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