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Doping-Fall Sachenbacher-Stehle schockte Olympia-Team

Von dpa
19.02.2018Lesedauer: 2 Min.
Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle wurde 2014 in Sotschi nach Platz vier im Massenstart positiv getestet.
Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle wurde 2014 in Sotschi nach Platz vier im Massenstart positiv getestet. (Quelle: Kay Nietfeld./dpa)
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Pyeongchang (dpa) - Der Schock im deutschen Olympia-Team war groß. "Man hört ja oft von DopingfĂ€llen, aber dass es einen aus unserer Mannschaft treffen kann, war unvorstellbar", erinnerte sich Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier in der "Sport Bild" an jenen 21. Februar 2014.

"Die Momente waren sehr prĂ€gend, das vergisst man ein Leben lang nicht", sagte die siebenmalige Biathlon-Weltmeisterin vor den Winterspielen in Pyeongchang. In Sotschi war ihre Teamkollegin Evi Sachenbacher-Stehle nach Platz vier im Biathlon-Massenstart positiv getestet und anschließend aus dem Olympia-Team ausgeschlossen worden.

So etwas, glaubt DOSB-PrĂ€sident Alfons Hörmann, könne bei den Spielen in Pyeongchang nicht passieren. "Ich bin absolut davon ĂŒberzeugt, dass unsere Kontrollsysteme funktionieren, in Deutschland intensiv getestet wird und die Athleten des Team D manipulationsfrei am Start sind", sagte Hörmann in der ersten Olympia-Woche.

Sachenbacher-Stehle hatte die Spuren des Stimulanz-Mittels Methylhexanamin in ihrem Köper mit einem verunreinigten Tee erklĂ€rt, den sie von einem ErnĂ€hrungsexperten erhalten habe. Der Internationale Sportgerichtshof CAS folgte ihrer Argumentation, reduzierte die vom Biathlon-Weltverband IBU verhĂ€ngte Zweijahressperre auf sechs Monate. FĂŒr Sachenbacher-Stehle, die danach ihre Sportkarriere beendete, eine Art Genugtuung: "Es war hart, von der IBU die gleiche Strafe auferlegt zu bekommen wie Athleten die vorsĂ€tzlich mit Epo oder sonstigen leistungssteigernden Substanzen versucht haben, zu betrĂŒgen."

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Vier Jahre danach blickt Evi Sachenbacher-Stehle kaum noch zurĂŒck. "Ich liebe es Mutter zu sein, die Zeit mit meinen MĂ€dels zu genießen und nicht mehr stĂ€ndig reisen zu mĂŒssen." Mit ihren beiden Töchtern Mina und Greta sowie Ehemann Johannes Stehle, einem ehemaligen SkirennlĂ€ufer, lebt die 37-JĂ€hrige mittlerweile in Fischen im AllgĂ€u.

"Sehr selten", sagt sie, werde sie noch auf den Skandal angesprochen. "Er ist aber ein Teil meines Lebens und hin und wieder werde ich nach HintergrĂŒnden gefragt." Ganz verheilen, sagt sie, werde die Wunde wohl nie, "dafĂŒr war der Schmerz zu tief. Aber ich habe gelernt, damit zu leben." Sachenbacher-Stehle hat ErnĂ€hrungsberatung studiert, nicht unbedingt wegen der Doping-AffĂ€re. In Zukunft möchte sie etwas in Richtung ErnĂ€hrungsberatung in Verbindung mit Fitness machen.

An ihre Sport-Karriere denkt sie trotz des unrĂŒhmlichen Endes "sehr gerne" zurĂŒck. "Ich durfte unvergessliche und emotionale Momente erleben." Und falls die Töchter in die sportlichen Fußstapfen der Eltern treten wollen, "warum nicht?", fragt sie. Allerdings wĂ€re es der Mutter "lieber wenn sie sich fĂŒr Skilanglauf oder Biathlon anstatt Alpinskifahren entscheiden, das ist weniger gefĂ€hrlich."

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