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Kinokom├Âdie mit Starensemble wird zum peinlichen Rohrkrepierer

Ein Rezension von Christoph Driessen, dpa

16.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Christoph Maria Herbst als Dr. Georg Friedle: "Die Geschichte der Menschheit ÔÇô leicht gek├╝rzt" ist zwar stark besetzt, aber schwach im Humor.
Christoph Maria Herbst als Dr. Georg Friedle: "Die Geschichte der Menschheit ÔÇô leicht gek├╝rzt" ist zwar stark besetzt, aber schwach im Humor. (Quelle: Bernd Spauke/dpa-bilder)
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Die Macher der ZDF-Comedy "Sketch History" wagen sich an ihren ersten Kinofilm. Bei der Besetzung der Rollen bieten sie ein Starensemble auf. Das hilft aber alles nicht, wenn die Witze schlecht sind.

Am Ende des Films machen alle Darsteller zur Sicherheit nochmal unmissverst├Ąndlich deutlich, dass zumindest sie auf der richtigen Seite der Geschichte stehen. Gemeinsam singen sie den Song "Die Party ist vorbei" und bekennen: "Jeder jeden Tag drei Mal 'n Fleischgericht ÔÇô wir haben nie genug gekriegt von diesem nicen Schitt! Wer konnte ahnen, dass die Menschheit so schnell pleite ist, dass die Idee vom "immer weiter wachsen" Schei├če ist?"


Das sind die erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten

Platz 20: "Iron Man 3": Die dritte Verfilmung mit Robert Downey Jr. in der Rolle des Tony Stark/Iron Man war besonders in Asien ein voller Erfolg und nahm 2013 1,2 Millionen US-Dollar ein.
Platz 19: "Fast & Furious 8": Der mittlerweile achte Teil der Reihe rund um schnelle Autos und die Familie war ein gro├čer Erfolg an den Kinokassen und konnte 2017 1,23 Millionen US-Dollar erwirtschaften.
+18

Ungef├Ąhr auf diesem Level bewegt sich der gesamte Film "Die Geschichte der Menschheit ÔÇô leicht gek├╝rzt", der am 16. Juni ins Kino kommt. Hinter dem Geschichtsklamauk steht im Wesentlichen das Team, das f├╝r die ZDF-Comedy-Reihe "Sketch History" verantwortlich zeichnete. Regie f├╝hrt Erik Haffner, es spielen Comedians wie Bastian Pastewka, Max Giermann, Matthias Matschke, Holger Stockhaus und Alexander Schubert. In Gastrollen sind aber auch renommierte Schauspieler wie Ulrich Tukur als Erik der Rote, Axel Prahl als Sokrates und Tom Schilling als Graf von Stauffenberg zu sehen.

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Es fehlt eine Handlung

Dazu kommt wie schon bei "Sketch History" eine ├Ąu├čerst aufwendige Ausstattung bei Kost├╝men, Masken und Kulissen. Was das betrifft, ist der Film ohne Zweifel mit viel Liebe zum Detail gemacht worden. Das Ergebnis ist gleichwohl entt├Ąuschend. Zum einen bleibt es bei der typischen Abfolge von "Sketch History"-Episoden, es fehlt eine durchlaufende Spielfilmhandlung.

Jasmin Schwiers als Auszubildende Jessica, Heino Ferch als Captain Smith: "Die Geschichte der Menschheit ÔÇô leicht gek├╝rzt" ist eine geistlose Bl├Âdelei.
Jasmin Schwiers als Auszubildende Jessica, Heino Ferch als Captain Smith: "Die Geschichte der Menschheit ÔÇô leicht gek├╝rzt" ist eine geistlose Bl├Âdelei. (Quelle: Warner Bors/dpa-bilder)

Allenfalls kann man von einer notd├╝rftigen Rahmenhandlung sprechen: 1977 schickt die Nasa die Raumsonde "Voyager" ins All. F├╝r den Fall einer Begegnung mit Au├čerirdischen best├╝ckt das Team um Forscher Dr. Gerhard Friedle, gespielt von Christoph Maria Herbst, die Sonde mit einer goldenen Scheibe, auf der die zentralen Begebenheiten der Menschheitsgeschichte abgespeichert sind. Eben diese Infos sind der Inhalt des Films.

Junggesellinnen-Abschied im Ersten Weltkrieg

Es lie├če sich dar├╝ber hinwegsehen, wenn wenigstens die Witze gut w├Ąren. Aber das sind sie nicht. Mit deutschem Steinzeithumor kalauern sich die Comedians durch die Menschheitsgeschichte. Der Erste Weltkrieg wird zum Beispiel abgedeckt mit einem Junggesellinnen-Abschied im Niemandsland zwischen den Sch├╝tzengr├Ąben. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Vertreterinnen der "Patriarchat unterwandernden Freifrauen" (PUFF), die ihre Gegner mit vergifteten Schn├Ąpsen aus dem Weg r├Ąumen.

Christian Tramitz als r├Âmischer Offizier: Jasmin Schwiers als Auszubildende Jessica, Heino Ferch als Captain Smith: "Die Geschichte der Menschheit ÔÇô leicht gek├╝rzt" besticht immerhin durch Kost├╝me mit Liebe zum Detail.
Christian Tramitz als r├Âmischer Offizier: Jasmin Schwiers als Auszubildende Jessica, Heino Ferch als Captain Smith: "Die Geschichte der Menschheit ÔÇô leicht gek├╝rzt" besticht immerhin durch Kost├╝me mit Liebe zum Detail. (Quelle: Warner Bros/dpa-bilder)

Im Presseheft hei├čt es dazu: "Die M├Ądels verfolgen einen gewitzten Plan (...) und nehmen mit moderner Kriegsf├╝hrung den Kampf gegen die Feinde selbst in die Hand. Verf├╝hrung ant├Ąuschen, vergiftete Schn├Ąpse reichen, weiterziehen. Frauen bahnen sich ihren Weg eben deutlich subtiler durch den Kampf."

Mangel an Empathie

Die Episode ist nicht nur vollkommen unlustig, sie zeugt letztlich auch von mangelnder Empathie mit jener Generation junger M├Ąnner, die von 1914 bis 1918 millionenfach in den Tod geschickt wurden. Mittlerweile muss jede Trag├Âdie zur Belustigung herhalten.

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Der gro├če Loriot, der den Sprung vom Fernsehen ins Kino durchaus gl├Ąnzend bewerkstelligte, vertrat die heute geradezu altmodisch wirkende Auffassung, dass es generell ein "furchtbarer Irrtum" sei, selbst aus jemandem wie Hitler eine komische Figur machen zu wollen. Man m├╝sse wohl sehr jung sein, um das tun zu wollen, sagte der Humorist, der den Zweiten Weltkrieg noch als Soldat miterlebt hatte und im n├Ąchsten Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert h├Ątte.

Eine geistlose Bl├Âdelei

Heutige Komiker sind in diesem Punkt sicherlich anderer Meinung. Und ja, man wird wohl sagen k├Ânnen, dass es durchaus erlaubt ist, auch Witze ├╝ber Menschheitskatastrophen wie Weltkriege zu machen. Eines wird man in diesem Zusammenhang allerdings auch festhalten d├╝rfen: Wenn man sich an ein solches Megathema heranwagt, hat das schon eine gewisse Fallh├Âhe.

Will hei├čen: Die Pointe muss dann einfach ziemlich gut sein, damit das Ganze bestehen kann. Nach M├Âglichkeit sollte ein aufkl├Ąrerischer Ansatz vorhanden sein, idealerweise sollte einem das Lachen im Halse stecken bleiben. Dies ist bei "Die Geschichte der Menschheit ÔÇô leicht gek├╝rzt" an keiner Stelle gegeben. Der Film ist von vorne bis hinten eine geistlose Bl├Âdelei.

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