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Karoline Herfurth: "Es war meine bisher größte Herausforderung"

INTERVIEWÜber neuen Film "Sweethearts"  

Karoline Herfurth: "Es war meine bisher größte Herausforderung"

Von Janna Specken

20.02.2019, 11:04 Uhr
 (Quelle: t-online.de)
Sweethearts - zwei ungleiche Frauen und ein Diamantenraub

Franny (Karoline Herfurth) ist beruflich wie privat orientierungslos mit Tendenz zu Panikattacken. Dagegen ist die alleinerziehende Mutter Mel (Hannah Herzsprung) eine toughe Selbstversorgerin. Durch einen Diamantenraub kommen die beiden Frauen zueinander. (Quelle: Warner)

Karoline Herfurth: In "Sweethearts" musste die Schauspielerin an ihre Grenzen gehen, spielte die Hauptrolle und führte Regie. (Quelle: Warner)


Im Film "Sweethearts" spielt Karoline Herfurth die Hauptrolle und führte Regie. Einen Ausgleich findet die 34-Jährige allerdings ganz woanders.

Als Karoline Herfurth die t-online.de-Redaktion besucht, ist sie vor allem eines: neugierig. Sie will wissen, wie wir arbeiten, woher wir unsere Informationen beziehen, wie wir entscheiden, welche Themen relevant sind. Aber nicht auf eine unangenehme Weise, sondern auf eine sehr angenehme, interessierte Weise. Vielleicht kommt es auch daher, dass die Berlinerin noch studiert, neben der Schauspielerei, im 22. Semester. Aber diesen Ausgleich braucht sie einfach, wie sie im t-online.de-Interview verrät. 

Karoline Herfurth: Bei ihrem Redaktionsbesuch beantwortet sie t-online.de-Chefredakteur Florian Harms und seinen Kollegen zahlreiche Fragen.  (Quelle: t-online.de)Karoline Herfurth: Bei ihrem Redaktionsbesuch beantwortet sie t-online.de-Chefredakteur Florian Harms und seinen Kollegen zahlreiche Fragen. (Quelle: t-online.de)

Dabei ist die Schauspielerin eigentlich in der Redaktion zu Gast, weil sie ihren neuen Film vorstellen will. "Sweethearts" heißt die Action-Komödie, Karoline Herfurth spielte eine der Hauptrollen und führte Regie. Es ist ein frischer, neuer Film, der zu den bisher dagewesenen Schweiger-Filmen eine gekonnte Abwechslung darstellt. Kein Mann-Frau-Klischee, "nur" zwei Menschen, die auf ungewöhnliche Art und Weise zusammenfinden und für ihre Sache kämpfen. Die zwei Menschen sind Frauen: Karoline Herfurth und Hannah Herzsprung. Trotzdem ist der Film kein typischer Frauenfilm. Warum dieses Projekt für sie die größte Herausforderung bisher war und warum sie ihre größte Entspannung zwischen Gardinenfarben und Fliesenmuster fand, verrät sie im Interview. 

t-online.de: Karoline Herfurth, Sie waren in ihrem Film Schauspielerin und Regisseurin gleichzeitig. Wie anstrengend war das?

Karoline Herfurth: Es war meine bisher größte Herausforderung. Es war gar nicht so einfach, dem gerecht zu werden, was man sich vorgenommen hat als eine Vision. "Sweethearts" hat einen eigenen Geschmack, einen eigenen Ton und eine eigene Welt. Da überhaupt hinzukommen hat sehr viel Kraft erfordert.

Was genau bedeutet das?

Wir wollten einen amerikanischen 80er-Jahre-Touch, eine kleine augenzwinkernde Hommage. Das in Berlin zu finden, war schon mal schwierig und aufwendig. Auch die Kampfsequenzen, die tagelang geprobt wurden, noch mal überlegt wurden, noch mal überarbeitet wurden, haben Energie gekostet. Und dann auch noch zu spielen und die Übersicht zu behalten, jedem Schauspieler und jeder Schauspielerin gerecht zu werden. Ich habe wirklich viel gearbeitet. Ich wollte, dass man eintaucht in diese Welt. Der Grat zwischen, das berührt mich und das ist albern, ist sehr schmal. Das muss auch so grenzgängerisch sein. Aber diese Tonalität zu greifen, war nicht immer leicht. Aber ich hatte zum Glück ein großartiges Team an meiner Seite. 

Darum geht es in "Sweethearts"
Der Film von und mit Karoline Herfurth handelt von zwei Frauen, die zufällig aufeinandertreffen, als die eine die andere als Geisel nimmt. Mel (Hannah Herzsprung) zieht einen Diamentraub durch, um sich und ihrer Tochter ein neues, besseres Leben bieten zu können. Plötzlich geht alles schief und sie nimmt Frannie (Karoline Herfurth) als Geisel und dann geht noch viel mehr schief. Eine Geisel weiter, in Form des Polizisten Harry (Frederick Lau), kommen sich die zwei Frauen näher und werden so etwas wie Freundinnen.

Und hat sich die Mühe in ihren Augen gelohnt?

Ich finde es hat sich absolut gelohnt. Die Leute, die an diesem Film mitgearbeitet haben, waren glücklich mit dem Ergebnis. Das liegt auch daran, dass zwischendurch nicht immer klar war, was wir da überhaupt machen. Man hat nicht so viele Referenzen. Es gibt nicht viele Buddy-Actionkomödien mit zwei Frauen. Manchmal gab es deswegen eine Unsicherheit: Was für eine Art von Komödie ist das? Wie hart wird das werden? Bei der Premiere hatte ich das Gefühl, alle waren glücklich und beseelt. Man will ja gerne anzünden und berühren. Ich war froh, dass es uns gelungen ist, dass man trotz aller Komik emotional mit den Figuren und ihren Nöten mitfühlen kann. Das war eine Balancearbeit. Ich bin sehr stolz auf den Film und ich liebe ihn sehr. Ich könnte nicht sagen, dass er perfekt ist, ich glaube, das schließt sich in meiner Position aus, aber ich liebe ihn ganz schlimm, mit all seinen Macken.

Ist Ihr Film die weibliche Antwort auf all die Til-Schweiger-Filme da draußen?

Ich mochte "Keinohrhasen" wahnsinnig gern. Vor allem seitdem ich selber Filme mache, bewundere und respektiere ich jeden, der selber Filme macht. Ich habe nicht das Bedürfnis, mich von jemandem abzuheben oder mich gegenüberzustellen. Mir geht es eher darum, eine eigene Vision zu erschaffen und die zu erzählen oder zu greifen. Man kann viele künstlerische Entscheidungen von dem eigenen Geschmack und den eigenen Werten gar nicht trennen.

Warum haben Sie sich für Hanna Herzsprung für die Rolle der Mel entschieden?

Hanna ist für mich eine Schauspielerin, die eine unglaubliche Verlässlichkeit und Stärke in sich trägt und ausstrahlt. Man glaubt ihr sofort, dass sie ihr Leben dafür geben würde, um ihrer Tochter ein neues Leben zu ermöglichen. Sie ist eine sehr starke Person und vor allem sehr stark im emotionalen Spiel. Es hat sich wahnsinnig richtig angefühlt, sie im Film dabei zu haben. Wir haben auch ein Casting gemacht und unabhängig davon, dass wir befreundet sind, hat man auf den Aufnahmen später gesehen, dass sich zwischen uns sofort eine Energie eingestellt hat. Obwohl es Streitszenen waren, hat man es uns sofort angesehen, dass wir zusammengehören. Das ist eine ganz tolle Wirkung, die man gar nicht erspielen kann. Manche Kombinationen im Kino haben die Wirkung, dass ein Funke überspringt, und das war bei uns der Fall. Eigentlich wollten wir noch ein zweites Casting machen, aber ich konnte mir den Film ohne sie nicht mehr vorstellen.

Hanna Herzsprung und Karoline Herfurth: In "Sweethearts" spielen sie zwei Frauen auf großer Mission. (Quelle: Warner Bros. )Hanna Herzsprung und Karoline Herfurth: In "Sweethearts" spielen sie zwei Frauen auf großer Mission. (Quelle: Warner Bros. )

Und wie lief die professionelle Zusammenarbeit mit so einer guten Freundin?

Das Hin- und Herwechseln zwischen Regie und meiner Rolle hat für mich eine große Herausforderung dargestellt. Sie war in dieser Zeit für mich eine so unglaubliche Partnerin. Ich muss das wirklich sagen: Ohne sie hätte ich das gar nicht geschafft. Man muss das auch aushalten können, dass die Regisseurin einen in der Szene die ganze Zeit anguckt und auch noch doppelt belastet ist. Sie ist so geduldig, stabil und treu an meiner Seite durch diese Zeit gegangen, sie hat mir so viel Kraft gegeben, das war wirklich unglaublich. Das rechne ich ihr sehr sehr hoch an.

Würden Sie sagen, man braucht in dieser harten Branche des Showgeschäfts echte Freunde?

Man braucht in jeder Branche Partner, auf den man sich verlassen kann. Ich bin davon überzeugt, dass man in jeder Lage einen Partner braucht, dass man ein Team braucht, um durch andere Augen zu sehen und mithilfe anderer Expertisen beurteilen zu können, sonst dreht man sich ja nur in seinem eigenen Sumpf. Ich habe auch nichts gegen familiäre und freundschaftliche Vermischungen bei der Arbeit. Es kommt nur darauf an, dass man Werte teilt, das klappt nicht mit jedem.

Sie arbeiten auch als Model, sind Sie eigentlich eitel?

Ich bin nicht eitel. Ehrlich gesagt achte ich sehr wenig auf mein Aussehen. Ich schminke mich nicht einmal ab, obwohl das nicht gut ist für die Haut. Ich versuche einfach regelmäßig zu schlafen und das war es dann. Für mich ist das Aussehen relativ zweitrangig. Ich wundere mich manchmal, warum die Leute mich so komisch angucken. Wenn ich dann im Auto sitze, merke ich, das war die Schminke von vorgestern, die auf meiner Wange klebt. Ich bin jemand, der privat sehr selten in den Spiegel guckt. Ich schminke mich sehr selten, nur Wimperntusche, damit mein Gesicht nicht so anders aussieht. Eitel ist nichts, womit man mich beschreiben könnte. Ich mache mich sehr gerne zum Affen. 

Sie studieren nebenbei Politikwissenschaften und Soziologie, wollen aber in diesem Bereich nicht arbeiten, warum dann das Studium?

Ich liebe die theoretische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Themenfeldern. Ich habe schon ein paar Mal überlegt, das Studium zu beenden, weil ich einfach nicht dazu komme. Ich habe seit zwei bis drei Jahren nicht mehr studiert. Das ist sehr schade. Aber ich kann es einfach nicht übers Herz bringen. Es würde mir sonst wahnsinnig fehlen. Ich bin niemand, der diese Abhandlungen dann einfach so liest. Ich brauche diesen institutionalisierten Rahmen. Ich finde das wahnsinnig spannend. Meine Welt und die Betrachtung der Welt haben sich seit diesem Studium verändert. Ich bin dankbar für das, was ich da bis jetzt gelernt habe und deswegen möchte ich dort gerne weiter lernen. Und diese Seite deckt mein Beruf einfach nicht ab.

Absolut nachvollziehbar! In welchem Semester sind Sie denn gerade?

Ich traue mich nicht richtig, darauf zu gucken. Ich studiere seit elf Jahren, das sind also 22 Semester. Ich bin allerdings in Teilzeit, das heißt für den Bachelor hatte ich sechs Jahre Zeit, da bin ich aber trotzdem schon fünf drüber. Ich hatte auch ein paar Urlaubssemester, aber in der letzten Zeit habe ich versäumt, diese Urlaubssemester zu nehmen. Die Semester zählen dann immer weiter, was natürlich ein bisschen blöd ist. 

Sie haben immerhin in den vergangenen elf Jahren auch rund knapp 25 Filme oder Serien gedreht. Waren Sie zuletzt auch mal überfordert?

Ich war definitiv zwischenzeitlich überfordert. Ich freue mich sehr auf meine Pause. Mein Vater und meine Stiefmutter hatten immer so eine kleine Datsche in Brandenburg in einem kleinen Dorf. Und in diesem Dorf gab es jetzt endlich ein Grundstück, das ich mir kaufen durfte und auf dem ich jetzt ein kleines Haus ausbaue. Ich habe noch nie gebaut, ich hoffe, das klappt alles. Ich freue mich so riesig, wenn das fertig wird. Ich werde mich dann erst mal da verkriechen und in Brandenburg in der Erde buddeln. Wenn ich während der Dreharbeiten manchmal überfordert war und mir alles etwas zu viel wurde, habe ich meine größte Entspannung in Einrichtungshäusermagazinen gefunden.

Okay, wie funktioniert das denn?

Ich hätte das nie gedacht. Das war eigentlich noch nie mein Ding, aber jetzt habe ich angefangen, das als Erholungsoase in Gedanken zu sehen. Aber ja, es gab eben während dieser Zeit durchaus Phasen, da war ich am Ende meiner Kräfte. Ich bin aber auch ein großer Fan von Wochenendeinhaltung. Es muss bei mir Pausen geben, das finde ich extrem wichtig, sonst schafft man das gar nicht.

Also dann eine wunderbare Entspannung, viel Spaß beim Buddeln und vielen Dank für das nette Gespräch, Karoline Herfurth.

"Sweethearts" läuft seit dem 14. Februar im Kino.

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